{"id":48548,"date":"2019-08-22T22:00:00","date_gmt":"2019-08-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48548"},"modified":"2019-08-22T22:00:00","modified_gmt":"2019-08-22T22:00:00","slug":"track-trace-riesiger-kraftakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48548","title":{"rendered":"Track &#038; Trace: Riesiger Kraftakt"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ&#8198;\/&#8198;BERLIN \/\/<\/strong> Genau 100 Tage ist es her, dass das System \u201eTrack &#038; Trace\u201c umgesetzt werden musste. Die meisten Unternehmen melden: Es hat alles geklappt. DTZ hat nachgefragt.<\/p>\n<p>Nennenswerte Lieferengp\u00e4sse? Die gab es nach Auskunft mehrerer Einzelh\u00e4ndler weder bei Zigaretten noch bei Feinschnitt. Nur in Einzelf\u00e4llen sei es vorgekommen, dass Gro\u00dfh\u00e4ndler wegen der Umsetzung des R\u00fcckverfolgbarkeitssystems nicht voll lieferf\u00e4hig gewesen seien.<\/p>\n<p>\u201eWir sind voll lieferf\u00e4hig\u201c, freut man sich bei P\u00f6schl, \u201eallerdings fehlen uns aktuell noch immer zahlreiche H\u00e4ndler-IDs, was zur Folge hat, dass wir diese nicht direkt beliefern k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Und der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) teilt mit: \u201eBei der Umstellung auf Track&#8198;&#038;&#8198;Trace hat es sich um einen h\u00f6chst komplexen Vorgang gehandelt. Mittels Professionalit\u00e4t und eines enormen Einsatzes an Kapazit\u00e4ten ist uns dennoch eine fristgerechte Umstellung gelungen. Alle Kunden konnten stets beliefert werden.\u201c<\/p>\n<p><strong><br \/>\nUnterschiedliche Erfahrungen<\/strong><br \/>\nAndere Hersteller sind zur\u00fcckhaltender. So hei\u00dft es von einem Unternehmen, das nicht namentlich genannt werden m\u00f6chte, man sei beim Feinschnitt mittlerweile wieder bei einer Produktionsmenge von 80 Prozent im Vergleich zu Zeiten vor Track &#038; Trace, bei Zigaretten seien es gerade 50 Prozent. Und P\u00f6schl best\u00e4tigt, dass man in einigen Bereichen eine geringere Ausgangsleistung fahre, was darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sei, dass Maschinen jetzt langsamer laufen m\u00fcssen, weil die zus\u00e4tzlichen Codes aufgedruckt beziehungsweise gescannt werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Branchenbeobachtern d\u00fcrfte sich bei der Industrie vom System als fehlerhaft erkannte, tats\u00e4chlich jedoch einwandfreie Ware stapeln, die oft m\u00fchsam wieder aus den Gebinden gesch\u00e4lt und neu in den Ablauf eingespeist werden muss. Der Zeitaufwand, die Kosten f\u00fcr zus\u00e4tzliche logistische Ma\u00dfnahmen und nicht zuletzt Mengen an Verpackungsm\u00fcll sind dabei offenbar enorm. \u201eDurch Fehldrucke oder ausgeweiteten Pr\u00fcfaufwand liegt das Aufkommen an Verpackungsm\u00fcll je Produktsegment h\u00f6her als sonst. Dabei handelt es sich aber um \u00dcbergangswerte w\u00e4hrend der Umstellungsphase\u201c, so P\u00f6schl.<\/p>\n<p><strong>Anstieg der Komplexit\u00e4t<\/strong><br \/>\nAuch recht positiv beurteilt BAT die Ver\u00e4nderungen: \u201eF\u00fcr uns sind der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Abf\u00e4llen seit Jahren gelebte Praxis\u201c, sagt eine Sprecherin auf DTZ-Anfrage, \u201evor diesem Hintergrund freut es uns, dass wir unsere Prozesse so strukturieren konnten, dass wir bisher keine negativen Auswirkungen auf das Aufkommen des Verpackungsm\u00fclls verzeichnen mussten.\u201c Allerdings h\u00e4tten im Bereich der Produktion und der Supply Chain viele Ver\u00e4nderungen vorgenommen werden m\u00fcssen, um den stringenten rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Abl\u00e4ufe mussten ge\u00e4ndert und IT Systeme ausgebaut werden, was insgesamt zu einem deutlichen Anstieg der Komplexit\u00e4t gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>Von Japan Tobacco hei\u00dft es zu den Problemen w\u00e4hrend der Umstellung: \u201eHerstellerseitig multiplizierte sich die Komplexit\u00e4t, da die individuellen Anforderungen von 28 EU-M\u00e4rkten umzusetzen waren. Dies hat zu erheblichen organisatorischen Ver\u00e4nderungen im Produktionsablauf und der internen Logistikkette gef\u00fchrt. Nur durch die gut abgestimmte koordinierte Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel konnte auf die Herausforderungen reagiert werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Personelle Herausforderung<\/strong><br \/>\nUnd ein Sprecher von P\u00f6schl erg\u00e4nzt: \u201eAbgesehen von den hohen Kosten f\u00fcr die technische Umsetzung lagen die Herausforderungen klar bei den personellen Ressourcen. Insbesondere die zus\u00e4tzliche Belastung f\u00fcr die Kollegen war immens, da wir eine komplette und komplexe Projektstruktur parallel zum Tagesgesch\u00e4ft aufbauen mussten.\u201c<\/p>\n<p>Insgesamt zeigen sich die befragten Unternehmen genervt von umfangreicheren und umst\u00e4ndlicheren Prozessen und vor allem von der sp\u00e4ten Umsetzung der EU-Vorgaben: \u201eDie Einf\u00fchrung der f\u00fcr das neue Track&#8198;&#038; Trace-System erforderlichen Ma\u00dfnahmen war gekennzeichnet durch massive Anforderungen, insbesondere durch die sp\u00e4te Inbetriebnahme der EU-Datenbank und Ver\u00f6ffentlichung der finalen Code-Strukturen. Dadurch war es nicht m\u00f6glich wichtige Tests mit entsprechendem Vorlauf aufzusetzen\u201c, beklagt sich etwa JTI.<\/p>\n<p>Dennoch: Die Unternehmen halten sich mit Beschwerden \u2013 oder sogar Aussagen zum Thema Track &#038; Trace sehr zur\u00fcck. Ein Grund d\u00fcrfte sein, dass die Umstellung offenbar immer noch nicht abgeschlossen ist, ein zweiter, dass die Branche die Gr\u00fcndung des neuen Bundesverbandes f\u00fcr die Tabakwirtschaft und neuartige Erzeugnisse BVTE (DTZ berichtete) abwartet, damit dieser den Unmut dann mit einer Stimme vortragen kann.<\/p>\n<p><i><br \/>\nmax<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 35\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ&#8198;\/&#8198;BERLIN \/\/ Genau 100 Tage ist es her, dass das System \u201eTrack &#038; Trace\u201c umgesetzt werden musste. Die meisten Unternehmen melden: Es hat alles geklappt. DTZ hat nachgefragt. Nennenswerte Lieferengp\u00e4sse? Die gab es nach Auskunft mehrerer Einzelh\u00e4ndler weder bei Zigaretten noch bei Feinschnitt. 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