{"id":48070,"date":"2019-02-03T23:00:00","date_gmt":"2019-02-03T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48070"},"modified":"2019-02-03T23:00:00","modified_gmt":"2019-02-03T23:00:00","slug":"wachstum-bringt-viele-herausforderungen-mit-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48070","title":{"rendered":"\u201eWachstum bringt viele Herausforderungen mit sich\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00dcNCHEN \/\/ <\/strong>Die E-Zigarettenunternehmen sind in den vergangenen Jahren \u00fcberdurchschnittlich gewachsen. F\u00fcr das laufende Jahr rechnet Dustin Dahlmann, Vorstandsvorsitzender des B\u00fcndnisses f\u00fcr Tabakfreien Genuss (BfTG), mit einem Marktvolumen von 500 Millionen Euro. Auf die Branche warten aber die unterschiedlichsten Herausforderungen. Welche das sind, erkl\u00e4rt der BfTG-Chef.<\/p>\n<p>Dahlmann erwartet, dass der Markt sukzessiv kleinteiliger wird, da vor dem Hintergrund steigender Nachfrage immer mehr vielversprechende Neugr\u00fcndungen hinzukommen. Ein Zentrieren auf gro\u00dfe Konzerne bef\u00fcrchtet Dahlmann weniger, da aus seiner Sicht die Zielgruppe zu verschieden ist und die kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, in Verb\u00e4nden organisiert, mittlerweile eine starke Lobby haben.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWachstum in Deutschland<\/strong><br \/>\nIm Vergleich mit L\u00e4ndern wie Frankreich oder Gro\u00dfbritannien, in denen die M\u00e4rkte etwas \u00e4lter und auch st\u00e4rker fragmentiert sind, w\u00e4chst der Markt in Deutschland bisher in extrem gro\u00dfen Schritten. Es ist nach Verbandsangaben damit zu rechnen, das sich das Marktvolumen in einigen Jahren auf einem hohen Niveau einpendeln und es in Deutschland dann um Marktanteile als um -zuw\u00e4chse gehen wird.<\/p>\n<p>Die E-Branche bietet aufgrund nationaler Regulierungen aber noch einiges Potenzial. Zum Beispiel setzt sich das BfTG mit viel Engagement f\u00fcr ein Abschaffen der Sechs-Monats-Frist in Deutschland ein. K\u00fcrzlich hat der Verband gemeinsam mit der FDP eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung initiiert, die die Stillhaltefrist zwischen Markteinf\u00fchrung und Verkaufsstart f\u00fcr deutsche E-Zigarettenh\u00e4ndler infrage stellt (DTZ berichtete). Die Frist benachteiligt laut BfTG den deutschen Handel im Vergleich zum EU-Ausland ohne Stillhaltefrist enorm. \u201eWenn wir das stoppen k\u00f6nnen, steht der hiesigen Branche ein weiterer Aufw\u00e4rtssprung bevor.\u201c<\/p>\n<p><strong><br \/>\nSteuer im Blick<\/strong><br \/>\nAndererseits k\u00f6nnte durch eine \u00fcberzogene Steuer aufs Dampfen die Entwicklung ins Stocken geraten. \u201eGenerell muss mit einer Besteuerung in den n\u00e4chsten Jahren gerechnet werden. Hier engagieren wir uns als tabakfreier Branchenverband, um daf\u00fcr sorgen, dass die H\u00f6he der Besteuerung nicht analog zur Tabakzigarette ist\u201c, sagt Dahlmann.<\/p>\n<p>Das BfTG bringt sich auf EU- sowie auf Bundesebene ein und steht unter anderem im Dialog mit der Arbeitsgruppe der Generaldirektion f\u00fcr Steuern und Zollunion (DG Taxud), die den Verband um fachlichen Rat gebeten hat. Sollte eine Steuer kommen, d\u00fcrfe das laut BfTG nicht den Erfolg des Produkts finanzpolitisch ausbremsen.<\/p>\n<p>Anfang 2018 hatte sich Br\u00fcssel gegen eine Steuer ausgesprochen. In diesem Jahr wird sich die EU wieder damit befassen. Jedoch steht 2019 einen Europawahl, die Einfluss auf den Zeitplan haben kann, an. Ebenso sind nach Verbandsangaben theoretisch auch nationale Alleing\u00e4nge zu einer Besteuerung m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Aufkl\u00e4rung und Transparenz<\/strong><br \/>\nUnd dem Markpotenzial steht noch etwas anderes im Weg: fehlinformierte Verbraucher beziehungsweise Wissensdefizite. Der Dampf von E-Zigaretten ist um 95 Prozent weniger sch\u00e4dlich als der Rauch von Tabakzigaretten \u2013 das wurde in Studien bereits mehrfach best\u00e4tigt. Aber wissen Raucher davon? K\u00fcrzlich belegte eine unabh\u00e4ngige Studie aus Gro\u00dfbritannien, dass das \u00fcber 40 Prozent der Raucher nicht wissen. Die Wissensl\u00fccke schw\u00e4cht die Motivation eines wechselwilligen Rauchers zus\u00e4tzlich, E-Zigaretten zu testen und blockiert damit den Weg zum erfolgreichen Rauchstopp.<\/p>\n<p>Auch in den deutschen Medien vermisst Dahlmann h\u00e4ufig eine neutrale Berichterstattung zur E-Zigarette als Tabakalternative: \u201eDie meisten Beitr\u00e4ge sind negativ bis bedrohlich gehalten. Das schreckt Raucher vom Umstieg auf das weit weniger sch\u00e4dliche Produkt ab. Der Verband arbeitet mit Interviews in der Presse, Expertendiskussionen und \u00f6ffentlichen politischen Debatten an einer breiten Aufkl\u00e4rung\u201c. Zudem pflegten die Verantwortlichen den Kontakt zur Forschung, denn die Fakten spr\u00e4chen seit Jahren eine klare Sprache: Deutlich reduzierte Sch\u00e4dlichkeit des E-Zigarettendampfs im Vergleich zum Tabakrauch.<\/p>\n<p>Die \u2013 wenngleich tendenzi\u00f6se \u2013 Berichterstattung ist aber auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass E-Zigaretten und Liquids mittlerweile ihre Nische verlassen haben. Die tabakfreie Branche, die das Dampfen in Deutschland gro\u00df gemacht hat, profitiert trotz des wachsenden Engagements der Tabakkonzerne von der steigenden Zahl derer, die mit der E-Zigarette den Tabakstopp schaffen wollten. Zwar gibt es unter Konsumenten auch Einsteiger, die ein beliebiges Ger\u00e4t an der Tankstelle kaufen, aber die deutlich gr\u00f6\u00dfere Kundengruppe bevorzugt den Fachhandel wegen der Produktauswahl und der technischen Expertise. Zudem steigen die meisten Nutzer mittelfristig von sehr einfachen Ger\u00e4ten auf komplexere Modelle, die technisch mehr M\u00f6glichkeiten bieten, um, und st\u00e4rken ebenfalls die Nachfrage im Fachhandel.<\/p>\n<p><strong>Beratungskompetenz der H\u00e4ndler<\/strong><br \/>\nUnd hier kommt die Beratungskompetenz der H\u00e4ndler ins Spiel, denn wie etwa im Markt f\u00fcr Unterhaltungselektronik oder Telekommunikation werden auch im E-Zigarettenmarkt die Innovationszyklen immer k\u00fcrzer. Innerhalb von wenigen Jahren haben sich die technischen Spezifikationen und das Aussehen der E-Zigarette deutlich ver\u00e4ndert: Von einer einfachen Cig-a-like der ersten Generation zu einem leistungsstarken Modell in Mod-Box-Optik mit vielf\u00e4ltigen individuellen Einstellm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Und spannende neue Entwicklungen wie Ultraschall-Technologie, minutenschnell ladende Akkus und Pod-Systeme mit verbesserter Leistung werden den E-Zigarettenmarkt von morgen bereichern. Bei den Liquids k\u00f6nnte sich ein Trend verst\u00e4rken, den man im BfTG bereits seit geraumer Zeit beobachtet: Kombinierte Aromen, auch als Shot im Eigen-Mix, werden in der Dampferszene beliebter. Ebenfalls im Trend: Aromen aus nat\u00fcrlichen pflanzlichen Essenzen ohne k\u00fcnstliche Zusatzstoffe oder Geschmacksverst\u00e4rker.<\/p>\n<p>Allerdings bringen schnelle Produktwechsel und Liquid-Trends dem Handel auch Probleme, zum Beispiel L\u00fccken im Regal, dem \u201eOut of Stock\u201c. Wie stemmen die europ\u00e4ischen Gro\u00dfh\u00e4ndler die steigende Nachfrage? \u201eSo ein Wachstum bringt viele Herausforderungen mit sich, die der \u00fcberwiegende Teil der Gro\u00dfh\u00e4ndler in Europa aber vorbildlich meistert. Auch die chinesischen Hersteller haben sich stark professionalisiert, man hat insgesamt gelernt, mit den strengen Regularien und damit zusammenh\u00e4ngenden Herausforderungen umzugehen\u201c, sagt Dahlmann.<\/p>\n<p><strong>Seri\u00f6ser Service<\/strong><br \/>\nZudem seien deutsche Anbieter gut vernetzt. \u201eEs spricht sich nicht nur \u00fcber den Branchenverband herum, wer\u2013 was mittlerweile bei der absolut \u00fcberwiegenden Mehrheit der Unternehmen der Fall ist \u2013 seri\u00f6sen Service bietet \u2013 und bei wem das nicht der Fall ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOut of Stock\u201c kann laut BfTG einerseits mit den Kapazit\u00e4ten des Zolls zusammenh\u00e4ngen, bei dem es vorkommt, dass Waren tats\u00e4chlich regelrecht \u201efesth\u00e4ngen\u201c. Andererseits spielt die Schnelllebigkeit des Produkts eine Rolle. \u201eEs gibt wahre Hypes, sogar auf eher unspektakul\u00e4re Artikel wie Liquid-Flaschen, die jede Lagerlogistik strapazieren\u201c, verr\u00e4t Dahlmann. Daher seien das langfristige Vorbestellen von Waren und das \u201eDrop shipping\u201c popul\u00e4rer geworden, weil H\u00e4ndler kleinerer Firmen weniger finanzielle Risiken eingehen wollen. Beim Drop shipping kaufen Einzelh\u00e4ndler die Ware erst dann beim Gro\u00dfh\u00e4ndler ein, wenn Kunden ein entsprechendes Produkt bestellt und bezahlt haben. Anstatt auf eigenes Risiko in gro\u00dfe Warenbest\u00e4nde zu investieren und sie einzulagern, verbleiben alle angebotenen Artikel beim Gro\u00dfh\u00e4ndler.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcssen H\u00e4ndler nicht jeden Produkttrend mitgehen. Viele Gesch\u00e4ftsleute k\u00f6nnen inzwischen gut absch\u00e4tzen, welches Sortiment an E-Zigaretten und Liquids sie vorr\u00e4tig haben m\u00fcssen, damit ihre Kunden zufrieden sind. Schwierigkeiten bereitet der Branche die oben genannte Sechs-Monatsfrist. Dampfer, die nicht ein halbes Jahr auf ihr neues Modell warten wollen, bestellen im Nachbarland, wo es diese Frist nicht gibt, oder sie ordern direkt aus China. \u201eDas BfTG bohrt hier sicherlich ein dickes Brett, aber es zeigt sich in fast jedem Segment der Branche in Deutschland, dass wir als unabh\u00e4ngiger Verband mit allen Mitteln gegen die Stillhaltefrist k\u00e4mpfen m\u00fcssen, um den Fachhandel zu sch\u00fctzen\u201c, betont Dahlmann.<\/p>\n<p><i>vi<\/i><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr im E-Zigaretten-Spezial in der Printausgabe DTZ 06\/19.<\/p>\n<p>(DTZ 06\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00dcNCHEN \/\/ Die E-Zigarettenunternehmen sind in den vergangenen Jahren \u00fcberdurchschnittlich gewachsen. F\u00fcr das laufende Jahr rechnet Dustin Dahlmann, Vorstandsvorsitzender des B\u00fcndnisses f\u00fcr Tabakfreien Genuss (BfTG), mit einem Marktvolumen von 500 Millionen Euro. Auf die Branche warten aber die unterschiedlichsten Herausforderungen. 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