{"id":47677,"date":"2018-10-10T22:00:00","date_gmt":"2018-10-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47677"},"modified":"2018-10-10T22:00:00","modified_gmt":"2018-10-10T22:00:00","slug":"eine-tuer-geht-zu-eine-andere-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47677","title":{"rendered":"Eine T\u00fcr geht zu, eine andere auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> Der deutsche Tabakbau kann aufatmen \u2013 so scheint es. Nach dem Wegfall der EU Subventionen 2010 und dem R\u00fcckzug der Zigarettenindustrie 2017 sah es zun\u00e4chst schlecht aus mit neuen Marktchancen. Doch dann kam der Shisha-Boom und mit ihm neue Gesch\u00e4ftspartner.<\/p>\n<p>Hat der Shisha-Konsum den deutschen Tabakanbau gerettet? Sven Plaeschke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbandes Deutscher Tabakpflanzer, z\u00f6gert nur kurz, bevor er antwortet: \u201eIch h\u00e4tte es anders formuliert, aber es stimmt, dass die wachsende Nachfrage nach Wasserpfeifentabak dem deutschen Rohtabakmarkt einen Aufschwung beschert hat.\u201c Fast 96 Prozent des deutschen Tabaks landeten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in einer Shisha, sagt Plaeschke. <\/p>\n<p>Was macht deutschen Tabak so begehrenswert? Den Pflanzern kommen dabei verschiedene Faktoren zugute, unter anderem der hohe Qualit\u00e4tsstandard. \u201eUnser Virgin ist der Mercedes unter den Shisha-Tabaken\u201c, sagt Plaeschke. Die Bl\u00e4tter weisen einen niedrigeren Nikotingehalt aus, sind weniger durch Pflanzenschutzmittel belastet, haben einen hohen Zuckergehalt und eine goldgelbe Farbe. \u201eBei der Zugabe von Molasse gibt es keine Farbver\u00e4nderung\u201c, wei\u00df er. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nOptimistische Stimmung<\/strong><br \/>\nAlles zusammen sind das gute Kriterien, um international zu agieren und die Marktteilnehmer zu \u00fcberzeugen. Das haben die Pflanzer erkannt und treten entsprechend emanzipiert auf. \u201eWir haben ein eigenes Direktvermarktungssystem aufgebaut und vermarkten unseren Tabak direkt in alle Welt\u201c, so Plae-schke. \u201eDas unterst\u00fctzt unsere Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu Shisha-Produzenten in arabischen Staaten, in Indien, den USA, aber auch in Europa und Deutschland.\u201c Die Stimmung innerhalb der Branche sei entsprechend optimistisch. <\/p>\n<p>\u201eEs hat sich eine neue T\u00fcr ge\u00f6ffnet, obwohl der deutsche Rohtabak ein hochpreisiges Produkt ist\u201c, erinnert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mit Blick auf die weniger guten Jahre im Tabakbau. \u201eNach dem Wegfall der Subventionen und dem R\u00fcckzug der Industrie hatten wir Absatz- und Anbauprobleme. Diesen Trend konnten wir stoppen\u201c, so Plaeschke, \u201edas Gesch\u00e4ft mit den Shisha-Tabak-Produzenten kann uns tragen.\u201c Sven Plaeschke spricht in diesem Zusammenhang von einem Strukturwandel: \u201eWas fr\u00fcher viele kleine Betriebe gemacht haben, machen heute wenige gro\u00dfe.\u201c Heute produzieren noch rund 100 Tabakanbaubetriebe in Deutschland auf knapp 2000 Hektar. F\u00fcr das laufende Jahr werden rund 5000 Tonnen Tabak Ernte erwartet. \u201eWir hatten einen D\u00fcrre-Sommer und nicht alle konnten ihre Felder bew\u00e4ssern\u201c, so Plaeschke. Trotzdem: Die Qualit\u00e4t stimmt. Die Pflanzer haben keine Probleme, auf dem Weltmarkt f\u00fcr Shisha-Tabak mit anderen Mitbewerbern zu konkurrieren. International ist die Nachfrage da. <\/p>\n<p>Was bleibt sind die Kosten \u2013 ein entscheidender Faktor im Wettbewerb.  \u201eWir k\u00f6nnen unseren Rohtabak absetzen\u201c, sagt er. Allerdings muss sich auch der wirtschaftliche Nutzen f\u00fcr die Erzeuger einstellen. \u201eDer gesetzliche Mindestlohn ist f\u00fcr die Betriebe eine gro\u00dfe Herausforderung\u201c, sagt Plaeschke.<\/p>\n<p><i>kes<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 41\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ Der deutsche Tabakbau kann aufatmen \u2013 so scheint es. Nach dem Wegfall der EU Subventionen 2010 und dem R\u00fcckzug der Zigarettenindustrie 2017 sah es zun\u00e4chst schlecht aus mit neuen Marktchancen. Doch dann kam der Shisha-Boom und mit ihm neue Gesch\u00e4ftspartner. Hat der Shisha-Konsum den deutschen Tabakanbau gerettet? 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