{"id":47457,"date":"2018-06-12T22:00:00","date_gmt":"2018-06-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47457"},"modified":"2018-06-12T22:00:00","modified_gmt":"2018-06-12T22:00:00","slug":"branche-bleibt-optimistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47457","title":{"rendered":"Branche bleibt optimistisch"},"content":{"rendered":"<p><strong>R\u00d6SRATH \/\/<\/strong> Unter dem Motto \u201eVon der Wertsch\u00e4tzung zur Wertsch\u00f6pfung\u201c stand in diesem Jahr die Tagung des BTWE Branchendialogs. Zahlreiche Teilnehmer aus Industrie, Verb\u00e4nden und nat\u00fcrlich dem Handel kamen in R\u00f6srath zusammen, um Fachvortr\u00e4ge zu verfolgen und mit anderen Mitgliedern der Branche ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch BTWE-Pr\u00e4sident Rainer von B\u00f6tticher referierte Dirk Falke, Justiziar des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV), \u00fcber den aktuellen Stand der Warenr\u00fcckverfolgbarkeit im Tabakwarenhandel. Nach einem \u00dcberblick \u00fcber die relevanten Gesetze und Vorschriften sowie die Gr\u00fcnde f\u00fcr das sogenannte \u201eTrack &#038; Trace\u201c \u2013 insbesondere den Kampf gegen illegale Produkte \u2013 kam Falke zu dem Aspekt, der aktuell alle Marktteilnehmer interessiert: Wann und wie kommt das Verfahren?<\/p>\n<p>Die schlechte Nachricht vorweg: Am Zeitplan hat sich nichts ge\u00e4ndert und es wird nach Einsch\u00e4tzung Falkes auch dabei bleiben. In den n\u00e4chsten Wochen wird ein Gesetzentwurf vorgelegt, der ab September das Gesetzgebungsverfahren durchl\u00e4uft. Damit ist der Zeitdruck enorm, denn erst am 6. M\u00e4rz 2019 sollen die technischen Spezifikationen und Schnittstellen zur zentralen Datenbank bekanntgegeben werden, danach sind Anpassungen und Probel\u00e4ufe m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Aber: Einiges an Informationen ist bereits bekannt und d\u00fcrfte auch nicht mehr ge\u00e4ndert werden. Alle Unternehmen (Wirtschaftsteilnehmer) m\u00fcssen sich registrieren lassen, auch jede Einrichtung (f\u00fcr den Handel jedes Gesch\u00e4ft, jeder Automat) muss eine eindeutige Registrierungsnummer bekommen. Fest stehe aber auch, so Falke, dass \u201ejeder Warenein- und -ausgang gescannt werden muss\u201c \u2013 allerdings nur bis zum Gro\u00dfhandel oder Distributeur. Der Einzelhandel ist mit seinen Verkaufsstellen ausgenommen. Ausnahme: Ein H\u00e4ndler betreibt ein Zentrallager und agiert somit quasi wiederum als Distributeur.<\/p>\n<p>Das Ausliefern von Waren ohne Track &#038; Trace-Merkmale wird ab 20. Mai 2019 verboten sein, der Handel erh\u00e4lt eine einj\u00e4hrige \u00dcbergangsfrist f\u00fcr den Abverkauf \u201ealter\u201c Erzeugnisse. Guido B\u00fcndgen, Lekkerland-Manager und Vorsitzender im \u201eTrack &#038; Trace Arbeitskreis Handel\u201c, verwies auf den nach seiner Einsch\u00e4tzung \u201e\u00e4u\u00dferst ambitionierten Zeitplan\u201c. B\u00fcndgen machte zudem deutlich, dass es beim Registrieren bei der zust\u00e4ndigen Bundesdruckerei eine Erleichterung f\u00fcr den Einzelh\u00e4ndler gibt: Er kann andere Wirtschaftsteilnehmer damit beauftragen. B\u00fcndgen k\u00fcndigte denn auch an, dass sein Unternehmen das ab Anfang 2019 f\u00fcr seine Kunden \u00fcbernehmen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Nehmen einer ganzen Reihe bekannter Punkte zeichnen sich allerdings auch viele ungekl\u00e4rte Fragen ab. B\u00fcndgen z\u00e4hlte unter anderem das Behandeln von Retouren, das Ausbuchen gestohlener Erzeugnisse und den Umgang von Paketdiensten mit Tabaksendungen auf. Auch auf die jeweiligen Kreisveterin\u00e4r\u00e4mter kommen dabei neue Herausforderungen zu: Sie d\u00fcrften n\u00e4mlich mit der Kontrolle beauftragt werden.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Marke f\u00fcr den Verkauf von Tabakwaren stellten Andr\u00e9 Sorge, Verkaufsdirektor bei Philip Morris, sowie Andreas Thoma, Chef Handelsmarketing und Vertrieb bei BAT, in den Fokus ihrer Vortr\u00e4ge. Sorge betonte, dass sich der Zigarettenmarkt in einer schwierigen Phase befinde. Zwischen 2000 und 2017 habe der Tabakmarkt insgesamt rund 28 Prozent verloren, bei der Zigarette seien es 45 Prozent gewesen. Sorge: \u201eDas ist dramatisch!\u201c Der R\u00fcckgang sei vor allem eine Folge der \u201eexzessiven und drakonischen Regulierung\u201c.<\/p>\n<p>Allerdings, machte Sorge ebenfalls deutlich, sei Deutschland in Sachen Konsumentenansprache im europ\u00e4ischen Vergleich eine \u201eInsel der Gl\u00fcckseligen\u201c. Trotzdem m\u00fcsse die Industrie reagieren, denn klassische Tabakwaren tr\u00e4fen immer weniger den Zeitgeist. Ges\u00fcnder und fitter wollten die Konsumenten sein, das zeige sich nicht nur bei Tabak (leichte Produkte, additivfrei), sondern auch bei vielen anderen Erzeugnissen, zum Beispiel bei Softdrinks.<\/p>\n<p>Dieser Trend k\u00f6nne oft nur mit erheblichen Investitionen umgesetzt werden. F\u00fcr die Entwicklung des Tabakerhitzers Iqos und anderer risikoreduzierter Produkte habe Philip Morris seit 2007 mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) ausgegeben. Das soll sich auszahlen. Sorge sagte, sein Unternehmen strebe an, mit rauchfreien Produkten bis zum Jahr 2025 auf einen Umsatzanteil von etwa 30 Prozent zu kommen \u2013 derzeit liege die Rate bei rund vier Prozent. Auch der Handel m\u00fcsse sich mittelfristig dieser Entwicklung anpassen, denn, so Sorge: \u201eEs gibt keinen Plan B.\u201c Er forderte den Handel auf, man solle die Zukunft gemeinsam gestalten. Abschlie\u00dfend zeigte er ein kurzes Video, das mit den Worten endete: \u201eLight your last Marlboro!\u201c (\u201eZ\u00fcnden Sie Ihre letzte Marlboro an!\u201c) Eine intensive Diskussion schloss sich an.<\/p>\n<p>Andreas Thoma nahm die Teilnehmer der Jahrestagung in eine in weiten Teilen digitale Zukunft mit. Grund: Trotz eines insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufigen Absatzes zeigten sich etablierte Marken bei wachsendem Umsatz stabil. Das funktioniere in heutiger Zeit allerdings nur, wenn die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten erf\u00fcllt w\u00fcrden. Thoma machte das an einigen Zahlen fest. So bewegten wir uns im Durchschnitt pro Tag mittlerweile 4,52 Stunden im Internet, 38 Millionen Bundesb\u00fcrger nutzten regelm\u00e4\u00dfig soziale Medien, t\u00e4glich w\u00fcrden weltweit \u00fcber 95 Millionen Instagram-Nachrichten gepostet.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich werde \u201eonline\u201c immer wichtiger \u2013 zur Informationsbeschaffung, f\u00fcr die Meinungsbildung, f\u00fcr die Produktsuche. Immerhin: 30 Prozent der Nutzer, die sich im Internet informieren, kaufen letztlich lieber im station\u00e4ren Einzelhandel.<\/p>\n<p>Es sei wichtig, dass die Marke dem Konsumenten das Gef\u00fchl vermittle, sie spreche ihn individuell an. Au\u00dferdem m\u00fcsse sie Extras bieten und interaktiv \u201enutzbar\u201c sein. Als Beispiel einer \u2013 gelungenen \u2013 Kommunikation f\u00fchrte Thoma die Kampagne #eiskaltdurchgezogen an, mit der Lucky Strike mehr als drei Millionen Nutzer pro Monat erreiche und auf Facebook \u00fcber 100 000 Likes gesammelt habe.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des ersten Seminartages referierte Peter Dersche, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der John-Aylesbury-Gruppe, \u00fcber den Verbund erfolgreicher Einzelh\u00e4ndler, der sich dem Motto \u201eerlesene Qualit\u00e4t\u201c verschrieben hat. Die Gruppe wurde 1974 von sieben Facheinzelh\u00e4ndlern gegr\u00fcndet und hat aktuell 45 Gesellschafter. Mehr als 50 Anteile, das unterstrich Dersche, w\u00fcrden nicht ausgegeben.<\/p>\n<p><i>max<\/i><\/p>\n<p><i>Lesen Sie den vollst\u00e4ndigen Artikel in der Printausgabe DTZ 24\/18.<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 24\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00d6SRATH \/\/ Unter dem Motto \u201eVon der Wertsch\u00e4tzung zur Wertsch\u00f6pfung\u201c stand in diesem Jahr die Tagung des BTWE Branchendialogs. Zahlreiche Teilnehmer aus Industrie, Verb\u00e4nden und nat\u00fcrlich dem Handel kamen in R\u00f6srath zusammen, um Fachvortr\u00e4ge zu verfolgen und mit anderen Mitgliedern der Branche ins Gespr\u00e4ch zu kommen. 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