{"id":47310,"date":"2018-04-10T22:00:00","date_gmt":"2018-04-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47310"},"modified":"2018-04-10T22:00:00","modified_gmt":"2018-04-10T22:00:00","slug":"wir-brauchen-planbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47310","title":{"rendered":"\u201eWir brauchen Planbarkeit\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>HAMBURG \/\/ <\/strong>Ein sonniger Fr\u00fchlingstag. Die Jalousien des Konferenzraums im Reemtsma-Geb\u00e4ude in Hamburg-Bahrenfeld sind ein gutes St\u00fcck hinuntergelassen. Drau\u00dfen zwitschern die V\u00f6gel. Eigentlich sollte neben Stefanie Birtel, Market Managerin Germany, auch David O\u2019Neill hier sitzen, der Head of Next Generation Products. Doch der Brite musste kurzfristig wegen eines wichtigen Termins rund um den Launch der neuen E-Zigarette MyBlu absagen.<\/p>\n<p><strong>Frau Birtel, was bewegt Sie bei Reemtsma derzeit besonders?<\/strong><br \/>\n<strong>Stefanie Birtel:<\/strong> Ich w\u00fcrde mich sehr freuen, wenn wir besseres Wetter h\u00e4tten. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nNanu, der Himmel ist strahlend blau.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel<\/strong>: Aber im M\u00e4rz war das Wetter unglaublich schlecht. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nStimmt, ungef\u00e4hr ein Grad k\u00e4lter als das langj\u00e4hrige Mittel, dabei verbreitet nass und windig.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Genau, das merken wir nat\u00fcrlich und das spielt uns der Handel auch zur\u00fcck. Dazu kamen die vielen Grippef\u00e4lle. Das merkt die gesamte Branche an den Abs\u00e4tzen. Wir hatten selten so einen schlechten M\u00e4rz wie 2018. Jetzt hoffe ich auf einen sehr guten Sommer. Nach einer Bauernregel k\u00f6nnte es hei\u00df werden.<\/p>\n<p><strong>Auch die Fu\u00dfball-WM spielt Ihnen in die Karten.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Das kann man so sagen: Dann sind wieder viele Leute unterwegs, es gibt Public Viewings \u2013 und es wird sicher wieder ordentlich geraucht \u2026<\/p>\n<p><strong>Das macht sich so deutlich bemerkbar?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Ja. Vor vier Jahren war das Wetter auch extrem gut. Und wenn dann die Kneipen auf den Stra\u00dfen Bildschirme aufbauen, verkauft die Branche mehr Zigaretten. Schon der Auftakt zur Grillsaison hilft uns. Aber Gro\u00dfereignisse sind nat\u00fcrlich noch besser.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWas wird die Branche in den kommenden Monaten noch bewegen?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Die \u2013 leider \u2013 ungebremste Nachfrage nach Gro\u00dfformaten.<\/p>\n<p><strong>Sie sagen \u201eleider\u201c?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Schauen Sie mal, wie wenig Regalplatz die H\u00e4ndler zum Teil haben. Nat\u00fcrlich fragen die sich, wo sie die immer gr\u00f6\u00dferen Formate hinstellen sollen. Und das gilt auch f\u00fcr die gro\u00dfen Zigarettenformate, die es mittlerweile gibt. Da merkt man: Das wird ganz sch\u00f6n eng. Allerdings: Der Konsument fragt diese Gro\u00dfformate nach. Man kann sagen: Gro\u00dfformate werden auch im laufenden Jahr weiter im Trend liegen.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nSetzen Sie auf Eimer oder auf eckige Boxen?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Eckig! Die sind leichter stapelbar und einfacher zu gestalten. Au\u00dferdem haben wir festgestellt, dass die Konsumenten in den Dosen einen Zweitnutzen sehen. Das sind hervorragende Beh\u00e4lter etwa f\u00fcr Handwerkerbedarf wie Schrauben und N\u00e4gel.<\/p>\n<p><strong>Wie halten die Konsumenten den Tabak frisch?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Eine spannende Frage. Durch unsere Click-Deckel haben die Konsumenten eher ein Gef\u00fchl der Frische als bei anderen OTP-Produkten. Und aus der Marktforschung wissen wir, dass die Konsumenten ihre eigenen Tricks entwickeln, indem sie Brot mit in die Packung tun, Apfelschalen oder kleine Tonk\u00fcgelchen, die die Feuchtigkeit speichern.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nIch vermute, es gibt ein weiteres gro\u00dfes Thema?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Sie spielen auf Track &#038; Trace an. Da freue ich mich, wenn wir endlich etwas mehr Klarheit f\u00fcr die Umsetzung im Markt bekommen. Immerhin betrifft das Verfahren die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette \u2013 und eben nicht nur die Industrie. Heute wissen wir immer noch nicht, was die Umsetzung letztlich f\u00fcr Konsequenzen haben wird. Da sehe ich zurzeit vor allem ein paar Fragezeichen.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie trotzdem schon M\u00f6glichkeiten, sich darauf vorzubereiten?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Viel k\u00f6nnen wir nicht machen, weil so vieles noch unklar ist. Wir k\u00f6nnen uns auf die schmaleren Steuerzeichen vorbereiten, die uns \u2013 wie andere Hersteller auch \u2013 vor Herausforderungen in der Produktion und in der Umsetzung stellen. Auf manchen Packungsformaten wird es schwierig, diese Zeichen aufzubringen. Grunds\u00e4tzlich brauchen wir und der Handel schnell Planbarkeit und wir versuchen \u2013 insbesondere \u00fcber die Arbeit im Verband \u2026<\/p>\n<p><strong>Also den Deutschen Zigarettenverband.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>\u2026 manche Vorhaben f\u00fcr uns und den Handel einfacher zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Zum Beispiel?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Zum Beispiel die Frage, wie unter dem erheblichen Zeitdruck bis Mai 2019 alle Prozess-Anforderungen an Track &#038; Trace zwischen Handel und Industrie erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><strong>Also, da gibt es noch Einiges zu tun. <\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Und wir m\u00fcssen ja auch noch unseren Au\u00dfendienst vorbereiten, damit die Kollegen dort den Handel informieren und unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Der Au\u00dfendienst hat derzeit auch viel zu tun, weil Sie ein neues Produkt in den Markt bringen.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Ja, unsere E-Zigarette. Richtig, wir stecken mitten im Launch. Deswegen kann David O\u2019Neill bei diesem Gespr\u00e4ch leider nicht dabei sein. Aber wir befinden uns da in einer sehr spannenden Phase mit einem Produkt, das f\u00fcr Reemtsma sehr wichtig ist. Obwohl wir unser Geld noch ganz klassisch mit Tabakprodukten verdienen. Und wir werden das auch in den n\u00e4chsten Jahren noch tun.<\/p>\n<p><strong>Das sehen Wettbewerber anders \u2026<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Die Marktrealit\u00e4t zeigt, dass 97 Prozent des Tabakmarktes noch immer klassischer Tabak sind. In Deutschland darf \u2013 wenn man die Situation international vergleicht \u2013 an ziemlich vielen Orten noch geraucht werden. Der soziale Druck ist hier noch l\u00e4ngst nicht so gro\u00df. Obwohl die Lage also vergleichsweise entspannt ist, werden tabakfreie Alternativen, E-Zigaretten, immer wichtiger. Und ich freue mich, dass wir mit MyBlu ein \u00fcberzeugendes Produkt am Start haben.<\/p>\n<p><strong>Und dabei geht es um einen bundesweiten Roll-out?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Wir beginnen mit Gro\u00dfst\u00e4dten wie Hamburg, M\u00fcnchen, Berlin \u2026 Dort sammeln wir erste Erfahrungen, stellen fest, wie das Produkt beim Handel und nat\u00fcrlich beim Konsumenten ankommt. Wir haben da ganz unterschiedliche Konzepte, die vom Web-Shop \u00fcber Pop-up-Stores bis zum klassischen Handel reichen. Das ist ganz anders als im klassischen Business und damit auch f\u00fcr uns neu. Aber unser Ziel ist es nat\u00fcrlich, MyBlu bis zum Jahresende fl\u00e4chendeckend zu vertreiben.<\/p>\n<p><strong>Die ersten Feedbacks?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Sind sehr positiv. Blu ist in den USA die zweitgr\u00f6\u00dfte E-Zigarettenmarke und jetzt hier erh\u00e4ltlich. Sowohl Gro\u00df- als auch Einzelhandel sind sehr interessiert und wollen loslegen. Das freut mich besonders, denn eines ist klar: Auf unseren Produkten steht \u00fcberall Reemtsma, wir sind ein Unternehmen.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nUnd Sie selbst?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Ich bin keine Dampferin, habe aber selbstverst\u00e4ndlich die Produkte probiert. Und ich muss sagen: Einige Geschmacksrichtungen haben mich wirklich \u00fcberzeugt. Daher habe ich \u2013 obwohl leidenschaftliche Raucherin \u2013 zu Hause und im B\u00fcro jetzt auch immer eine MyBlu in Reichweite.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWird die E-Zigarette irgendwann der klassischen Zigarette den Rang ablaufen?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Wenn ich mir die Rauchhistorie ansehe, komme ich zu dem Schluss: Es wird immer geraucht werden. Tabak ist ein Kulturprodukt seit mehr als 500 Jahren. Aber heute wird anders geraucht, bewusster und vielleicht auch weniger. Da werden tabakfreie Alternativen wie die E-Zigarette nat\u00fcrlich immer wichtiger. E-Zigaretten machen heute zwei Prozent des Marktes aus \u2013 und das wird mehr werden. Aber die klassische Zigarette wird noch sehr lange eine Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>Ein ganz anderes Thema: Viele H\u00e4ndler sind verunsichert, wenn es um das Thema \u201eProduktkarten\u201c geht. Wie gehen Sie damit um?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Es gibt ja ein aktuelles Urteil des Landgerichts Berlin, demzufolge die Warnhinweise der Packungen am POS durch Produktkarten verdeckt werden d\u00fcrfen. Das war schon immer auch unsere Auffassung. Daher stellen wir diese Karten weiter her und sie sind bei uns abrufbar. Das haben wir auch die ganze Zeit \u00fcber so gehalten.<\/p>\n<p><strong>Dem Handel helfen die Karten?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel: <\/strong>Ja, zum einen sind sie eine gute Orientierungshilfe. Nehmen wir das Plain-Packaging-Land Gro\u00dfbritannien: Dort herrscht gro\u00dfe Verunsicherung bei den H\u00e4ndlern und bei den Konsumenten. Ich habe in meiner Zeit dort mehrfach beobachtet, dass die Kunden das Gesch\u00e4ft mit v\u00f6llig anderen Produkten verlassen haben, als sie eigentlich erwerben wollten. Man sieht es einfach nicht, wenn man es in die Hand gedr\u00fcckt bekommt. Und andererseits sieht das Regal dadurch nat\u00fcrlich attraktiver aus als mit den Schockbildern. Also: Es gibt sie nach wie vor, und ich finde sie gut.<\/p>\n<p><strong>Ist die Nachfrage gro\u00df?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Sie hat etwas abgenommen, weil viele H\u00e4ndler sie ja bereits nutzen. Aber: Wir werden jetzt mit den neuen Preisen auch aktualisierte Karten anbieten.<\/p>\n<p><strong>Was bieten Sie dem Handel noch an Unterst\u00fctzung?<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Wie Sie wissen, betreiben wir zwei H\u00e4ndler-Portale, n\u00e4mlich einmal das Business-Team mit 900 bis 950 Nutzern, sowie meinreemtsma.de, das wir gerade \u00fcberarbeiten. Dort geben wir dem Handel Informationen dazu, was gerade rund um alle Branchenthemen geschieht oder welche politischen Entwicklungen unsere Branche betreffen, aber auch Markttrends, praktische Tipps oder einen Feiertagskalender. Und nat\u00fcrlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>Und Sie sind stolz auf die Beratung, die Ihr Au\u00dfendienst leistet.<\/strong><br \/>\n<strong>Birtel:<\/strong> Ja, wir haben drei Funktionsgruppen im Au\u00dfendienst \u2013 f\u00fcr den Lebensmitteleinzelhandel, f\u00fcr Tankstellen und den Fachhandel und eine dritte f\u00fcr den freien Bereich. Das werden wir auch in Zukunft so handhaben. Und damit bieten wir eine hohe Beratungsqualit\u00e4t \u2013 diesen Mehrwert sp\u00fcrt der Handel, der das als partnerschaftliche Beratung auf Augenh\u00f6he versteht. Unser Au\u00dfendienst ist schon sehr gut \u2013 nicht nur innerhalb der Industrie, sondern generell.<\/p>\n<p><i>max<\/i><\/p>\n<p><i>Lesen Sie das vollst\u00e4ndige Interview in der  Printausgabe DTZ 15\/18.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HAMBURG \/\/ Ein sonniger Fr\u00fchlingstag. Die Jalousien des Konferenzraums im Reemtsma-Geb\u00e4ude in Hamburg-Bahrenfeld sind ein gutes St\u00fcck hinuntergelassen. Drau\u00dfen zwitschern die V\u00f6gel. Eigentlich sollte neben Stefanie Birtel, Market Managerin Germany, auch David O\u2019Neill hier sitzen, der Head of Next Generation Products. 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