{"id":47280,"date":"2018-03-27T22:00:00","date_gmt":"2018-03-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47280"},"modified":"2018-03-27T22:00:00","modified_gmt":"2018-03-27T22:00:00","slug":"unsere-vertriebspartner-muessen-das-internet-nicht-fuerchten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=47280","title":{"rendered":"\u201eUnsere Vertriebspartner m\u00fcssen das Internet nicht f\u00fcrchten\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00dcNCHEN \/\/<\/strong> \u201eDie Annahmestellen sind nicht nur eine wesentliche S\u00e4ule, sondern das R\u00fcckgrat von Lotto Bayern.\u201c Das betont Friederike Sturm, die Pr\u00e4sidentin der staatlichen Lotteriegesellschaft, im DTZ-Interview. Sie sieht den station\u00e4ren Vertrieb als Partner des Online-Spielgesch\u00e4fts.<\/p>\n<p><strong>Der kommerzielle Lotterievermittler Norman Faber kritisiert in seiner Funktion als Pr\u00e4sident des Deutschen Lottoverbandes die Bundesl\u00e4nder wegen des Gl\u00fccksspielstaatsvertrages. Ist sein Angriff berechtigt?<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>Friederike Sturm:<\/strong> Jein. Grunds\u00e4tzlich ist es bitter, dass die H\u00e4ngepartie beim Gl\u00fccksspielstaatsvertrag weitergeht. Faber zielt insbesondere auf die Suchtproblematik, die aber nur ein Teilaspekt des Gl\u00fccksspielstaatsvertrags ist. Die weiteren Ziele des Vertragswerks l\u00e4sst Faber jedoch au\u00dfen vor.<\/p>\n<p><strong>Und die w\u00e4ren?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Hauptanliegen des Staatsvertrags ist es, die nat\u00fcrlichen Gl\u00fccksspielbed\u00fcrfnisse der erwachsenen Bev\u00f6lkerung zu kanalisieren. Dazu bieten die staatlichen Lotteriegesellschaften sichere und seri\u00f6se Gl\u00fccksspiele an, achten auf den Jugend- und Spielerschutz und sorgen f\u00fcr eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Durchf\u00fchrung der Lotterien und Sportwetten inklusive der korrekten Gewinnauszahlung. Au\u00dferdem gilt es, die Begleitkriminalit\u00e4t beim Gl\u00fccksspiel einzud\u00e4mmen. Mit dem Gl\u00fccksspielstaatsvertrag wird also ein ganzer Strau\u00df wichtiger Ziele verfolgt. Alles in allem ist demnach Fabers Kritik an dem Vertragswerk \u00fcberzogen.<\/p>\n<p><strong>V\u00f6llig Unrecht hat Norman Faber aber nicht?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> In Teilen ist seine Kritik berechtigt. Es trifft leider zu, dass wir als staatliche Lotteriegesellschaften Restriktionen unterworfen sind, die uns wehtun.<\/p>\n<p><strong>Zum Beispiel?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Bei der Werbung gibt es massive Einschr\u00e4nkungen, sowohl bei Sportwetten, aber auch bei den Lotterien. Da m\u00fcssen sich die staatlichen Anbieter genau an die Vorgaben halten, w\u00e4hrend sich die privaten, ausl\u00e4ndischen Gl\u00fccksspielunternehmen nicht um die Regeln k\u00fcmmern.<\/p>\n<p><strong>T\u00e4uscht der Eindruck oder geben die privaten Gl\u00fccksspielunternehmen in der j\u00fcngeren Vergangenheit kr\u00e4ftig Gas bei der Werbung?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Dieser Eindruck t\u00e4uscht nicht. Die ausl\u00e4ndischen Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr rund 500 Millionen Euro mit ihren Gl\u00fccksspielangeboten in Deutschland. Knapp 80 Millionen Euro gaben sie f\u00fcr die Werbung aus. Das entsprach in etwa dem gesamten Werbe-Jahresetat des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks. Allerdings mit dem feinen Unterschied, dass die staatlichen Anbieter 16,66 Prozent Lotteriesteuern an das jeweilige Land und weitere Gelder f\u00fcr soziale Einrichtungen, den Sport, Umweltprojekte und den Denkmalschutz abf\u00fchren. Die private Konkurrenz wirtschaftet jedoch in die eigene Tasche.<\/p>\n<p><strong>Derzeit dr\u00e4ngen verst\u00e4rkt ausl\u00e4ndische Gl\u00fccksspielfirmen auf den deutschen Markt. Ist das zunehmend ein Problem f\u00fcr den DLTB?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Auf jeden Fall. Ein gro\u00dfer Knackpunkt ist, dass der Verbraucher oft \u00fcberhaupt nicht wei\u00df, dass er gar nicht beim Original spielt, sondern bei ausl\u00e4ndischen Anbietern, die keine Lizenz f\u00fcr Lotto &#038; Co. in Deutschland haben und somit hierzulande illegal sind. Diese Unternehmen operieren aus Steueroasen und halten sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln. <br \/>\nDie Allgemeinheit ist ihnen ebenfalls egal, w\u00e4hrend die staatlichen Anbieter rund 40 Prozent der Einnahmen an die L\u00e4nder und das Gemeinwohl abf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Warum gehen die Gl\u00fccksspielaufsichten und Beh\u00f6rden nicht beziehungsweise nicht ausreichend gegen die ausl\u00e4ndischen Unternehmen vor?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sturm: <\/strong>Das tun die Beh\u00f6rden schon. Aber diese Unternehmen operieren via Internet aus dem Ausland. Und bis in die Steueroasen, zum Beispiel Malta, Gibraltar oder die Bahamas, reicht der Arm des deutschen Rechts h\u00e4ufig nicht.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nSehen Sie noch eine Chance, dass sich alle 16 Bundesl\u00e4nder auf einen Gl\u00fccksspiel\u00e4nderungsstaatsvertrag einigen, nachdem verschiedene L\u00e4nder das Vertragswerk nicht ratifizieren wollen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sturm: <\/strong>Wir brauchen einen neuen Anlauf. Die Erkenntnis, dass der Gl\u00fccksspielstaatsvertrag auf eine neue Basis gestellt werden muss, ist bei den Verantwortlichen in den 16 Bundesl\u00e4ndern ja durchaus vorhanden, es wird allerdings noch \u00fcber den Weg der Regulierung gestritten. Nun gilt es, die Interessen der 16 L\u00e4nder unter einen Hut zu bringen. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nIm vergangenen Jahr beliefen sich die Gesamtspieleins\u00e4tze von Lotto Bayern auf 1,13 Milliarden Euro. Wie viel Prozent dieses Umsatzes machte der station\u00e4ren Vertrieb und wie viel Prozent das Online-Spiel?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm: <\/strong>Knapp zehn Prozent des Umsatzes entfielen auf das Internet und die gewerblichen Spielevermittler. Das hei\u00dft mit anderen Worten: Gut 90 Prozent der Spieleins\u00e4tze werden im terrestrischen Vertrieb get\u00e4tigt. Die Annahmestellen sind nicht nur eine wesentliche S\u00e4ule, sondern das R\u00fcckgrat von Lotto Bayern.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWie hoch war der durchschnittliche Wochenumsatz pro Annahmestelle 2017?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Das waren rund 6300 Euro.<\/p>\n<p><strong>Mit welcher Entwicklung rechnen Sie bei den Internet-Ums\u00e4tzen von Lotto Bayern mittelfristig, sprich in den n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf Jahren?<\/strong><br \/>\n<strong>Sturm:<\/strong> Der station\u00e4re Vertrieb wird auf Dauer das entscheidende Standbein f\u00fcr Lotto Bayern bleiben. Unsere Vertriebspartner brauchen keine Angst vor dem Internet zu haben; die dort gemachten Ums\u00e4tze sind vor allem ein Zusatzgesch\u00e4ft. Und wir versuchen, im Zuge der heutzutage notwendigen Cross-Channel-Strategie Online- und station\u00e4ren Vertrieb miteinander zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p><i>da<\/i><\/p>\n<p>Das vollst\u00e4ndige Interview lesen Sie in unserer Doppelausgabe DTZ 14\/18.<\/p>\n<p>(DTZ 14\/18)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00dcNCHEN \/\/ \u201eDie Annahmestellen sind nicht nur eine wesentliche S\u00e4ule, sondern das R\u00fcckgrat von Lotto Bayern.\u201c Das betont Friederike Sturm, die Pr\u00e4sidentin der staatlichen Lotteriegesellschaft, im DTZ-Interview. Sie sieht den station\u00e4ren Vertrieb als Partner des Online-Spielgesch\u00e4fts. Der kommerzielle Lotterievermittler Norman Faber kritisiert in seiner Funktion als Pr\u00e4sident des Deutschen Lottoverbandes die Bundesl\u00e4nder wegen des Gl\u00fccksspielstaatsvertrages. 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