{"id":46193,"date":"2017-04-12T22:00:00","date_gmt":"2017-04-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=46193"},"modified":"2017-04-12T22:00:00","modified_gmt":"2017-04-12T22:00:00","slug":"mehr-alkohol-und-pillen-dafuer-weniger-zigaretten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=46193","title":{"rendered":"Mehr Alkohol und Pillen, daf\u00fcr weniger Zigaretten"},"content":{"rendered":"<p><strong>HAMM \/\/<\/strong> Die Deutschen trinken gern. Aus Sicht der Suchtexperten wird in Deutschland zu viel Alkohol konsumiert. \u00c4hnlich dramatisch beurteilen sie den Umgang mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Daf\u00fcr hat die Nachfrage nach Zigaretten nachgelassen.<\/p>\n<p>Das geht aus dem \u201eJahrbuch Sucht 2017\u201c hervor, das die Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen (DHS) vor kurzem vorgestellt hat. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nAlkohol<\/strong><br \/>\nKeinen Grund zur Entwarnung sehen die DHS-Experten bei Bier, Wein oder Schnaps. Der Konsum stagniert seit 2013. Jeder Bundesb\u00fcrger hat 2015 knapp 9,6 Liter reinen Alkohol getrunken, das entspricht etwa einem Putzeimer, informiert die DHS. Den Verbrauch in Deutschland sch\u00e4tzen die Jahrbuch-Autoren im internationalen Vergleich als \u201ebesonders hoch\u201c ein.<\/p>\n<p>Der meiste Alkohol wird von 15- bis 65-J\u00e4hrigen getrunken. Laut Umfragen und Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind 3,38 Millionen Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen St\u00f6rung in den letzten zw\u00f6lf Monaten betroffen. Knapp 74.000 Todesf\u00e4lle werden laut DHS j\u00e4hrlich durch Alkoholkonsum oder kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Eine aktuelle Untersuchung beziffert die Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 40 Milliarden Euro. Dem stehen direkte Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von 3,191 Milliarden Euro (2015) gegen\u00fcber.<br \/>\nDie Ausgaben f\u00fcr Alkoholwerbung in TV, Rundfunk, auf Plakaten und in der Presse beliefen sich 2015 auf 544 Millionen Euro, ungeachtet der Ausgaben f\u00fcr Sponsoring und Werbung im Internet.<\/p>\n<p><strong>Zigaretten<\/strong><br \/>\nDer Verbrauch von Zigaretten hat im vergangenen Jahr abgenommen. 2016 wurden 75,016 Milliarden Zigaretten (2015: 81,267 Milliarden St\u00fcck) konsumiert. Das entspricht einem R\u00fcckgang von 7,7 Prozent. Der Feinschnittkonsum sank um elf Prozent von 25.470 auf 24.188 Tonnen.<\/p>\n<p>Angestiegen ist der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos auf 3,049 Milliarden St\u00fcck (2015: 2,956 Milliarden St\u00fcck). Das entspricht einem Anstieg von 3,2 Prozent.<\/p>\n<p>Jeder achte Deutsche ab 14 Jahren (11,8 Prozent) hat schon einmal E-Zigaretten probiert. Bei M\u00e4nnern lag der entsprechende Anteil mit rund 15 Prozent gegen\u00fcber neun Prozent deutlich h\u00f6her als bei Frauen. Bei einem Gro\u00dfteil blieb es jedoch bei einmaligem Konsum: lediglich 1,4 Prozent aller Personen verwendeten E-Zigaretten aktuell zum Zeitpunkt der Befragung, 2,2 Prozent haben in der Vergangenheit regelm\u00e4\u00dfig E-Zigaretten genutzt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2013 starben laut DHS rund 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das waren 13,5 Prozent aller Todesf\u00e4lle. Hinzu kommen sch\u00e4tzungsweise 3.300 Todesf\u00e4lle durch Passivrauchen, hei\u00dft es im Bericht. Wie die DHS behauptet, belaufen sich die durch das Rauchen entstandenen Kosten j\u00e4hrlich auf 79,09 Mrd. Euro, davon seien 25,41 Milliarden Euro direkte Kosten zum Beispiel f\u00fcr die Behandlungen tabakbedingter Krankheiten, Arzneimittel etc.), und 53,7 Milliarden Euro indirekte Kosten, zum Beispiel durch Produktivit\u00e4tsausf\u00e4lle.<\/p>\n<p><strong>Medikamente<\/strong><br \/>\nIm Jahre 2015 wurden rund 1,47 Milliarden Arzneimittelpackungen verkauft. Das entspricht einem Anstieg um drei Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Die H\u00e4lfte der Arzneimittel, die in den Apotheken abgegeben werden, rund 735 Millionen Packungen, ist nicht-rezeptpflichtig. Die \u00fcbrigen 50 Prozent oder 734 Millionen Arzneimittelpackungen sind nur gegen Vorlage eines Rezeptes erh\u00e4ltlich. Hier entspricht der Anstieg gegen\u00fcber dem Vorjahr ein Prozent.<\/p>\n<p>Der Gesamtumsatz der pharmazeutischen Hersteller betrug etwa 30,4 Milliarden Euro (plus 4,2 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr), der Umsatz in Apotheken 50,2 Milliarden. Gr\u00f6\u00dfter Einzelmarkt ist der Markt der gesetzlichen Krankenversicherungen. Im Jahr 2015 wurden hier 35,5 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr) f\u00fcr rund 657 Millionen verordnete Arzneimittel (plus ein Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr) ausgegeben.<\/p>\n<p>Rund vier bis f\u00fcnf Prozent aller verordneten Arzneimittel k\u00f6nnen abh\u00e4ngig machen, darunter vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus der Familie der Benzodiazepine und der Benzodiazepinrezeptoragonisten. In den vergangenen Jahren sind die Verordnungen dieser Mittel zwar zur\u00fcckgegangen, der Anteil der privat verordneten Mittel hat allerdings zugenommen.<\/p>\n<p>Die Zahl der Arzneimittelabh\u00e4ngigen wird auf bis zu 1,9 Millionen gesch\u00e4tzt. Insbesondere Frauen im h\u00f6heren Lebensalter sind betroffen. Die Verordnung von stark wirkenden Schmerzmitteln hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.<\/p>\n<p>pi<\/p>\n<p>(DTZ 15\/17)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HAMM \/\/ Die Deutschen trinken gern. Aus Sicht der Suchtexperten wird in Deutschland zu viel Alkohol konsumiert. \u00c4hnlich dramatisch beurteilen sie den Umgang mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Daf\u00fcr hat die Nachfrage nach Zigaretten nachgelassen. Das geht aus dem \u201eJahrbuch Sucht 2017\u201c hervor, das die Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen (DHS) vor kurzem vorgestellt hat. 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