{"id":46169,"date":"2017-04-05T22:00:00","date_gmt":"2017-04-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=46169"},"modified":"2017-04-05T22:00:00","modified_gmt":"2017-04-05T22:00:00","slug":"wenn-es-sein-muss-gehen-wir-bis-zur-hoechsten-instanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=46169","title":{"rendered":"\u201eWenn es sein muss, gehen wir bis zur h\u00f6chsten Instanz\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>FRANKFURT \/\/<\/strong> Das staatliche Monopol f\u00fcr Sportwetten besteht nicht mehr. Geht es nach dem Willen des Buchmachers Lottoland soll bald auch das Lotterie-Monopol der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der fr\u00fchere Lotto-Chef Rolf Stypmann will es zu Fall bringen.<\/p>\n<p>Zwei Dutzend Jahre war Stypmann in verantwortlicher Position f\u00fcr das staatliche Gl\u00fccksspielwesen t\u00e4tig. Zun\u00e4chst war er von 1989 bis 2001 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Nordwestlotto Schleswig-Holstein und parallel dazu in den Jahren 1991 und 1992 Chef von Lotto und Toto Mecklenburg-Vorpommern, ehe er von 2001 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 30. September 2013 in derselben Funktion bei Lotto Niedersachsen besch\u00e4ftigt war. Nach einem Streit mit seinem fr\u00fcheren Arbeitgeber in Hannover, bei dem es unter anderem um Tantiemen ging, hat der Rechtsanwalt und Diplom-Kaufmann die Fronten gewechselt und wurde Sprecher des Buchmachers Lottoland.<\/p>\n<p>Dieses Privatunternehmen mit Zentrale in Gibraltar hat Lizenzen der britischen, irischen, gibraltarischen und australischen Gl\u00fccksspielaufsichten. In Deutschland hat Lottoland keine Konzession, tritt aber trotzdem im Internet als Buchmacher f\u00fcr Zweitlotterien auf, unter anderem f\u00fcr Lotto 6 aus 49, Eurojackpot und Spiel 77 sowie f\u00fcr einige bedeutende ausl\u00e4ndische Gl\u00fccksspiele. Laut Gl\u00fccksspielstaatsvertrag ist das nicht erlaubt. Die Verantwortlichen von Lottoland f\u00fchlen sich dennoch berechtigt, auf dem deutschen Markt zu agieren, solange das staatliche Gl\u00fccksspielwesen nicht hundertprozentig den Vorgaben des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs entspreche.<\/p>\n<p><strong>Lottoland startet Offensive<\/strong><br \/>\nLottoland startet nun eine neue Offensive. So hat das Unternehmen die Prim\u00e4rlotterie Worldmillions lanciert, die mit Jackpots von bis zu 150 Millionen Euro lockt. In Deutschland geht der Buchmacher noch einen Schritt weiter und attackiert das staatliche Lotteriewesen direkt. \u201eS\u00e4mtliche Staatsmonopole in Deutschland sind gefallen, das Lotteriewesen ist das einzige, das noch \u00fcbrig ist\u201c, konstatiert Stypmann.<\/p>\n<p>Wie DTZ bereits berichtete, will Lottoland jetzt auch Veranstalter einer Lotterie in der Bundesrepublik werden. Dazu hat das Privatunternehmen bei der Regierung Oberpfalz f\u00fcr Bayern, beim Innenministerium in Hannover f\u00fcr Niedersachsen sowie im Saarland Genehmigungen f\u00fcr die Veranstaltung einer Prim\u00e4rlotterie beantragt. Damit will der Buchmacher in direkte Konkurrenz zu den 16 staatlichen Lotteriegesellschaften treten. Der ge\u00e4nderte Gl\u00fccksspiel-Staatsvertrag, den die Ministerpr\u00e4sidenten am 16. M\u00e4rz unterzeichneten und der am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, l\u00e4sst das nicht zu.<\/p>\n<p>Stypmann rechnet nat\u00fcrlich mit einem Ablehnungsbescheid. Dann will Lottoland den Klageweg beschreiten. \u201eWenn es sein muss, gehen wir bis zur h\u00f6chsten Instanz\u201c, so Stypmann, wohl wissend, dass es ein langer, steiniger Weg wird, bis die Beh\u00f6rden vielleicht in einigen Jahren Lottoland eine Genehmigung f\u00fcr das Veranstalten einer gro\u00dfen Prim\u00e4rlotterie erteilen.<br \/> <br \/>\nInsgeheim hofft der fr\u00fchere Lotto-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, dass bereits die erste Instanz den Fall zur Kl\u00e4rung an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof verweist.<br \/>\nSollte Lottoland tats\u00e4chlich nach Jahr und Tag eine Konzession zur Veranstaltung einer Lotterie bekommen, ist dem Unternehmen nat\u00fcrlich nur geholfen, wenn es Genehmigungen in mehreren Bundesl\u00e4ndern erh\u00e4lt. \u201eEine Lizenz allein im Saarland bringt uns nichts; dann k\u00f6nnen wir keine Volumina bei den Eins\u00e4tzen erzielen\u201c, wei\u00df Stypmann.<\/p>\n<p><strong>Prim\u00e4rlotterie in der Diskussion<\/strong><br \/>\nDas Spielprinzip einer eventuellen k\u00fcnftigen Prim\u00e4rlotterie des Buchmachers soll dem der staatlichen Lotterien \u00e4hneln. 23 Prozent der Einnahmen sollen laut Stypmann gemeinn\u00fctzigen Zwecken zugutekommen, zum Beispiel dem Behindertensport. \u201eUnd selbstverst\u00e4ndlich werden wir auch die in Deutschland geltenden Lotteriesteuern entrichten\u201c, betont der Ex-Lotto-Chef.<\/p>\n<p>Auf die Frage, wie Lottoland die Auszahlung der Gewinne inklusive gro\u00dfer Jackpots gew\u00e4hrleisten will, antwortet er: \u201eDaf\u00fcr gibt es eine Versicherungsl\u00f6sung, wie wir dies als Buchmacher bereits bei unseren Wetten haben. Au\u00dferdem k\u00f6nnten wir im Vorfeld einen Fonds bilden. Dies haben die staatlichen Gesellschaften vor der Einf\u00fchrung der Lotterie Eurojackpot gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Und wie k\u00f6nnte eventuell der station\u00e4re Vertrieb aussehen? Auf diese Frage reagiert Stypmann mit den Worten: \u201eSo weit sind wir noch lange nicht. In diesem Punkt sind die Pl\u00e4ne noch nicht gereift. Da die Zukunft ohnehin im Online-Spielgesch\u00e4ft liegt, werden wir den Fokus sicherlich nicht auf das station\u00e4re Gesch\u00e4ft legen.\u201c<\/p>\n<p>da<\/p>\n<p>(DTZ 14\/17)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FRANKFURT \/\/ Das staatliche Monopol f\u00fcr Sportwetten besteht nicht mehr. Geht es nach dem Willen des Buchmachers Lottoland soll bald auch das Lotterie-Monopol der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der fr\u00fchere Lotto-Chef Rolf Stypmann will es zu Fall bringen. 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