{"id":45281,"date":"2016-01-06T23:00:00","date_gmt":"2016-01-06T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=45281"},"modified":"2016-01-06T23:00:00","modified_gmt":"2016-01-06T23:00:00","slug":"eugh-tpd2-rechtmaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=45281","title":{"rendered":"EuGH: TPD&#8197;2 rechtm\u00e4\u00dfig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>LUXEMBURG \/\/<\/strong> Gleich drei Klagen gegen die TPD&#8197;2 liegen dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) vor. Nun hat Generalanw\u00e4ltin Juliane Kokott ihre Schlussantr\u00e4ge vorgelegt, \u00fcber die das Gericht demn\u00e4chst entscheiden wird.<\/p>\n<p>Geklagt hatten mehrere Tabakkonzerne sowie die polnische Regierung. Sie halten die Auflagen aus Br\u00fcssel f\u00fcr nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig oder gar rechtswidrig. Generalanw\u00e4ltig Kokott hat nun dem h\u00f6chsten Gericht der EU ihre Einsch\u00e4tzung vorgelegt. Meist folgt der EuGH den Meinungen der Generalanw\u00e4lte.<\/p>\n<p>Nach Ansicht von Kokott hat der Unionsgesetzgeber seine Kompetenzen nicht \u00fcberschritten. Es gehe darum, dass Tabakprodukte und verwandte Erzeugnisse unter einheitlichen Bedingungen unionsweit vermarktet werden k\u00f6nnten, ohne dass dabei das Ziel eines hohen Gesundheitsschutzniveaus au\u00dfer Acht gerate.<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sind nach Ansicht der Generalanw\u00e4ltin unter anderem die Vorgaben zu Form, Gr\u00f6\u00dfe und Mindestinhalt der Verpackungen. Sie tr\u00fcgen dazu bei, die Sichtbarkeit der gesundheitsbezogenen Warnhinweise zu steigern. Der Mindestinhalt von 20 Zigaretten erh\u00f6he die Hemmschwelle zum Kauf vor allem f\u00fcr Jugendliche und junge Erwachsene. Und es sei nicht willk\u00fcrlich, die f\u00fcr Warnhinweise vorgesehene Fl\u00e4che auf nunmehr 65 Prozent festzuschreiben. Zudem sei es in Ordnung, dass die Richtlinie auch wahre Aussagen auf den Packungen verbiete, falls diese Aussagen \u201eein Tabakprodukt in ein tr\u00fcgerisch positives Licht r\u00fcckten und damit einen zus\u00e4tzlichen Kauf- und Konsumanreiz sch\u00fcfen\u201c.<\/p>\n<p>In Sachen Menthol und anderer Aromen stellte Kokott fest, damit k\u00f6nne der \u201ein der Regel recht herbe, ja sogar bei\u00dfende Geschmack von Tabakrauch\u201c abgemildert oder \u00fcbert\u00fcncht werden. Dadurch werde Nichtrauchern der Einstieg in den Tabakkonsum erleichtert, Rauchern der Ausstieg aus der Nikotinabh\u00e4ngigkeit erschwert. Da es zu Aromen in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Regelungen gebe, m\u00fcsse das Problem auf Unionsebene gel\u00f6st werden: \u201eDie Erforderlichkeit eines unionsweiten Verbots aller charakteristischen Aromen unter Einschluss von Menthol l\u00e4sst sich insbesondere angesichts des Vorsorgeprinzips und der Vorgaben der WHO nicht ernsthaft in Zweifel ziehen\u201c, meint Kokott.<\/p>\n<p>Zur Sonderregelung f\u00fcr E-Zigaretten wies Kokott darauf hin, dass sich diese in mehreren Punkten deutlich von den Regeln f\u00fcr herk\u00f6mmliche Tabakerzeugnisse unterscheide. Dabei geht es zum Beispiel um spezifische Warnhinweise, einen maximalen Nikotingehalt von 20 Milligramm je Milliliter sowie um die Beipackzettel-Pflicht. Bei der E-Zigarette handele es sich um ein neuartiges Produkt, f\u00fcr das ein Markt bestehe, der sich rasant weiterentwickle. Deshalb sei es auch in diesem Fall richtig, dass der Unionsgesetzgeber den Markt regele.<\/p>\n<p>Alle Schlussantr\u00e4ge sind unter den Aktenzeichen C-358\/14, C-477\/14 und C-547\/14 im  [link|http:\/\/www.curia.europa.eu]Internet [\/link] abrufbar.&#61472;red<br \/>\n(DTZ 01\/16)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LUXEMBURG \/\/ Gleich drei Klagen gegen die TPD&#8197;2 liegen dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) vor. Nun hat Generalanw\u00e4ltin Juliane Kokott ihre Schlussantr\u00e4ge vorgelegt, \u00fcber die das Gericht demn\u00e4chst entscheiden wird. Geklagt hatten mehrere Tabakkonzerne sowie die polnische Regierung. Sie halten die Auflagen aus Br\u00fcssel f\u00fcr nicht verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig oder gar rechtswidrig. 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