{"id":44829,"date":"2015-07-13T22:00:00","date_gmt":"2015-07-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=44829"},"modified":"2015-07-13T22:00:00","modified_gmt":"2015-07-13T22:00:00","slug":"der-marktfuehrer-wird-auf-dauer-federn-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=44829","title":{"rendered":"\u201eDer Marktf\u00fchrer wird auf Dauer Federn lassen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>HANNOVER \/\/<\/strong> Oliver Harmsen hat Mitte April die Nachfolge von Hermann Teckenburg als Vorsitzender des Bundesverbandes der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland (BLD) angetreten. DTZ sprach mit ihm \u00fcber Entwicklungen auf dem Gl\u00fccksspiel-Markt, die gro\u00dfen Herausforderungen f\u00fcr die Lotto-Annahmestellen und dar\u00fcber, wo er als BLD-Vorsitzender Akzente setzen will.<\/p>\n<p><strong>Die 24.000 Lottoverkaufsstellen in Deutschland besch\u00e4ftigen \u00fcber 100.000 Arbeitnehmer. Das ist eine beeindruckende Zahl, die nur wenige der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber Deutschlands erreichen. Trotzdem werden die Lottoverkaufsstellen kaum von der Politik und der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen. Was l\u00e4uft da falsch?<\/strong><br \/>\n<strong>Oliver Harmsen:<\/strong> Lotto hat heute nicht mehr den Stellenwert in der Gesellschaft und in den Medien wie noch vor Jahren. Ein Jackpot von 15 oder 20 Millionen Euro war fr\u00fcher ein Thema f\u00fcr die Titelseite der \u201eBild\u201c. Heute gelingt das selbst bei 30 oder 40 Millionen Euro kaum noch. Hinzu kommen die vielen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die staatlichen Lotteriegesellschaften und f\u00fcr die Annahmestellen. Das staatliche Gl\u00fccksspiel hat eine hohe Verantwortung gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung. Denn der Spieltrieb der Menschen soll ja in geordneten Bahnen verlaufen. Eigentlich m\u00fcssten gleiche Spielregeln f\u00fcr alle Marktteilnehmer gelten, also auch f\u00fcr die privaten beziehungsweise illegalen Anbieter. Das ist leider nicht der Fall. Und genau an dieser Stelle l\u00e4uft es schief. <\/p>\n<p><strong>Die Annahmestellen sind zurzeit der dominierende Vertriebsweg f\u00fcr Lotto und Co. in Deutschland. Wird das auf Sicht so bleiben?<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>Harmsen: <\/strong>Die Lotteriegesellschaften betonen, dass die Verkaufsstellen ihr wichtigster Vertriebsweg sind. Und das ist ja derzeit tats\u00e4chlich so. Es ist aber nicht gesagt, dass dies noch lange so bleibt. Die Lotteriegesellschaften sind bestrebt, die Ums\u00e4tze zu halten beziehungsweise zu steigern. Da ist das Internet ein Zukunftsweg. Sicherlich werden die Annahmestellen in den n\u00e4chsten Jahren der f\u00fchrende Vertriebsweg bleiben. Der Abstand des Internet-Lottos zum terrestrischen Lottovertrieb wird allerdings mit der Zeit immer kleiner. Mit anderen Worten: Der station\u00e4re Vertrieb als Marktf\u00fchrer wird auf Dauer Federn lassen. Und nur die beweglichen Verkaufsstellenleiter werden sich l\u00e4ngerfristig behaupten.<\/p>\n<p><strong>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Lotteriegesellschaften werden nicht m\u00fcde, zu betonen, dass durch das Spielangebot im Internet neue Zielgruppen angesprochen werden, die nicht in den Annahmestellen spielen. Trifft das nach Ihren Beobachtungen zu?<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>Harmsen:<\/strong> Ja, das sehen wir im BLD genauso, und das wird auch in Zukunft so sein. Das bedeutet f\u00fcr die Verkaufsstellen: Der klassische Lotto-Spieler stirbt sozusagen mit der Zeit weg und es kommen keine neuen nach. Denn die j\u00fcngere Generation hat ein anderes Einkaufsverhalten, f\u00fcr sie spielt der Online-Handel eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle. Das World Wide Web hat schon viele Bereiche erobert. Warum sollte es ausgerechnet vor Lotto Halt machen?<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDie Erteilung der Konzessionen f\u00fcr Sportwetten hat sich in einem Dickicht von Klagen verstrickt. Trotzdem halten die Bundesl\u00e4nder an einem Gl\u00fccksspiel-Staatsvertrag fest, der maximal 20 Lizenzen bundesweit zul\u00e4sst. Sollte jetzt nicht endlich die Rei\u00dfleine gezogen werden?<\/strong><br \/>\n<strong>Harmsen:<\/strong> Die Rei\u00dfleine k\u00f6nnen nur die politisch Verantwortlichen ziehen. Die Begrenzung auf maximal 20 Konzessionen war ein Geburtsfehler des Staatsvertrags. Wer die Sachlage kannte, musste kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass die abgelehnten Bewerber klagen w\u00fcrden. Meines Erachtens wird auch noch der 1001. Interessent vor Gericht ziehen. Das Ganze kann sich \u00fcber Jahre hinweg in die L\u00e4nge ziehen. In dieser Zeit machen die privaten Sportwettenanbieter weiter wie gehabt und die staatlichen Lottoverkaufsstellen sind die Dummen dabei. <br \/>da<\/p>\n<p>Lesen Sie das vollst\u00e4ndige Interview in unserer aktuellen Printausgabe DTZ 25\/19.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HANNOVER \/\/ Oliver Harmsen hat Mitte April die Nachfolge von Hermann Teckenburg als Vorsitzender des Bundesverbandes der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland (BLD) angetreten. DTZ sprach mit ihm \u00fcber Entwicklungen auf dem Gl\u00fccksspiel-Markt, die gro\u00dfen Herausforderungen f\u00fcr die Lotto-Annahmestellen und dar\u00fcber, wo er als BLD-Vorsitzender Akzente setzen will. Die 24.000 Lottoverkaufsstellen in Deutschland besch\u00e4ftigen \u00fcber 100.000 Arbeitnehmer. 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