{"id":43853,"date":"2015-01-21T23:00:00","date_gmt":"2015-01-21T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=43853"},"modified":"2015-01-21T23:00:00","modified_gmt":"2015-01-21T23:00:00","slug":"verbaende-kommentieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=43853","title":{"rendered":"Verb\u00e4nde kommentieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIESBADEN \/\/ <\/strong>14,623 Milliarden Euro hat der deutsche Fiskus im vergangenen Jahr von Tabakkonsumenten kassiert. Gegen\u00fcber dem Vorjahr war das ein Zuwachs um gut 0,94 Prozent. Dabei hat zwar die Menge der verkauften Zigaretten abgenommen, wirklich unzufrieden kann die Branche jedoch nicht sein.<\/p>\n<p>Das best\u00e4tigt \u2013 mit Blick auf den Feinschnitt \u2013 Franz Peter Marx, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR): \u201eWir freuen uns, dass das Volumen bei Feinschnitttabaken trotz steuerbedingt gestiegener Preise im Wesentlichen demjenigen des Vorjahres entspricht.\u201c Demnach habe sich auch 2014 gezeigt, dass ma\u00dfvolle Steuerschritte dem Fiskus echte Mehreinnahmen bescheren k\u00f6nnen, sofern sie in kleinen Schritten und \u00fcber mehrere Jahre erfolgen.<\/p>\n<p><strong>Kostspielige Umsetzung<\/strong><br \/>\nDer VdR weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Tabaksteuer zum 1. Januar turnusm\u00e4\u00dfig erneut angehoben wurde. Welche Auswirkungen dieser Steuerschritt haben werde, bleibe \u201evor dem Hintergrund der kostspieligen Umsetzungsarbeiten der Tabakwirtschaft zur Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie ungewiss\u201c. Im Klartext: Die Unternehmen k\u00f6nnten zumindest einen Teil ihrer Aufwendungen zus\u00e4tzlich zur Steuer auf die Kleinverkaufspreise aufschlagen. Bisher haben sich jedoch vor allem die Gro\u00dfen der Branche nicht zu Preisschritten ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p><strong>Pfeifentabak<\/strong><br \/>\nNicht ganz so rosig wie die Situation beim Feinschnitt beurteilt Marx die Lage beim Pfeifentabak. Der verzeichnete zwar ein um 13,2 Prozent auf 1359 Tonnen erh\u00f6htes Absatzvolumen, aber: \u201eEs handelt sich hierbei ausschlie\u00dflich um ein Wachstum bei Wasserpfeifentabaken. Klassische Pfeifentabake sind leider erneut r\u00fcckl\u00e4ufig.\u201c<br \/>\nW\u00e4hrend der VdR die Entwicklung gelassen kommentiert, zeigt sich der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) gereizt. Der Verband, der die Interessen der mittelst\u00e4ndisch strukturierten Hersteller und Importeure von Zigarren und Zigarillos vertritt, macht deutlich, dass die Steuerstatistik seiner Auffassung nach die reale Entwicklung \u201ein keiner Weise widerspiegelt\u201c. Vielmehr seien die Daten ma\u00dfgeblich dadurch beeinflusst worden, dass zum 1. Januar 2015 eine EU-Definition umgesetzt werden musste, derzufolge die sogenannten Eco-Zigarillos seither als Zigaretten versteuert werden m\u00fcssen. Um zumindest in den ersten Monaten des laufenden Jahres noch die g\u00fcnstigeren Eco-Produkte anbieten zu k\u00f6nnen, habe die Industrie entsprechende Zigarillos vorproduziert und die entsprechenden Steuerzeichen bezogen.<\/p>\n<p><strong>Zigarren und Zigarillos<\/strong><br \/>\n\u201eVon einem boomenden Markt zu reden, ist somit eine definitiv falsche Aussage\u201c, wettert Bodo Mehrlein, BdZ-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Die Wiesbadener Statistiker hatten einen Mengenzuwachs von 8,4 Prozent auf knapp 3,86 Milliarden St\u00fcck ausgewiesen, beim Kleinverkaufswert wurde ein Plus von 8,3 Prozent auf 773,3 Millionen Euro verbucht. Demgegen\u00fcber beziffert der BdZ den Markt f\u00fcr klassische Zigarren und Zigarillos mit nur rund 1,1 Milliarden Euro. Im Jahr 2014 sei der Absatz der BdZ-Mitglieder um 1,6 Prozent zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMehrleins Fazit: Die Versteuerungsstatistik sei seit vielen Jahren durch die sogenannten Eco-Zigarillos verf\u00e4lscht worden. Der Verband begr\u00fc\u00dfe ausdr\u00fccklich die Definitions\u00e4nderung f\u00fcr Zigarren. Diese werde dazu f\u00fchren, dass sich der Markt f\u00fcr Zigarren und Zigarillos in den n\u00e4chsten Monaten auf ein wesentlich niedrigeres Volumen reduzieren werde,<br \/>\nDas Statistische Bundesamt hatte zudem mitgeteilt, dass im Jahr 2014 in Deutschland 79,5 Milliarden Zigaretten versteuert worden seien \u2013 und damit die geringste Menge seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991, als die Hersteller und Importeure Steuerzeichen f\u00fcr 146,5 Milliarden St\u00fcck bezogen hatten. Einen Teil des j\u00fcngsten R\u00fcckgangs f\u00fchren die Statistiker auf die Steueranhebung zum 1. Januar 2014 zur\u00fcck. Rauchtabak-Kritiker fordern noch h\u00f6here Aufschl\u00e4ge, da die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens h\u00f6her l\u00e4gen. Bislang war aus Berlin jedoch noch nichts dar\u00fcber zu h\u00f6ren, ob und in welchem Umfang die Tabaksteuer auch im Jahr 2016 angehoben werden soll.<\/p>\n<p>max <br \/>\n(DTZ 05\/15)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIESBADEN \/\/ 14,623 Milliarden Euro hat der deutsche Fiskus im vergangenen Jahr von Tabakkonsumenten kassiert. Gegen\u00fcber dem Vorjahr war das ein Zuwachs um gut 0,94 Prozent. Dabei hat zwar die Menge der verkauften Zigaretten abgenommen, wirklich unzufrieden kann die Branche jedoch nicht sein. 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