{"id":41489,"date":"2012-09-23T22:00:00","date_gmt":"2012-09-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=41489"},"modified":"2012-09-23T22:00:00","modified_gmt":"2012-09-23T22:00:00","slug":"fuer-mark-twain-waere-die-dortmunder-messe-der-himmel-auf-erden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=41489","title":{"rendered":"F\u00fcr Mark Twain w\u00e4re die Dortmunder Messe der Himmel auf Erden"},"content":{"rendered":"<p><strong>DORTMUND (DTZ\/da).<\/strong> Von Mark Twain stammt der Spruch: \u201eWenn ich im Himmel nicht rauchen darf, gehe ich nicht hin.\u201c Ob der beliebte Schriftsteller im Paradies gelandet ist und dort als Raucher ein nettes Pl\u00e4tzchen gefunden hat, wissen wir nat\u00fcrlich nicht. Ganz sicher sind wir allerdings, dass der Zigarrenliebhaber Mark Twain heute den Himmel auf Erden h\u00e4tte, wenn er nach Dortmund k\u00e4me. Hier, auf der Inter-tabac, der Leitmesse der Tabakwelt, w\u00e4re f\u00fcr ihn alles, was sein Raucherherz begehrt.<\/p>\n<p><strong>Wichtige Anlaufstellen<\/strong><\/p>\n<p>Gerade auch in Sachen Zigarren- und Zigarillos war die diesj\u00e4hrige Inter-tabac vom 14. bis 16. September das Non-Plus-Ultra. Auf die Besucher aus aller Herren L\u00e4nder warteten an zahlreichen Messest\u00e4nden \u201ebraune Sch\u00f6nheiten\u201c in H\u00fclle und F\u00fclle, f\u00fcr jeden Geschmack, in unz\u00e4hligen Formaten und f\u00fcr jeden Geldbeutel. So ziemlich alles, was in der Zigarren- und Zigarillobranche als Hersteller und Importeur Rang und Namen hat, war auf der 34. Inter-tabac in den Hallen 4, 6, 7 und 8 vertreten, und das im Allgemeinen auch mit den Entscheidungstr\u00e4gern.<\/p>\n<p>Das wurde nat\u00fcrlich von den rund 8&#8201;600 Fachbesuchern, die in diesem Jahr nach Dortmund gereist waren, begr\u00fc\u00dft. So waren die Zigarren- und Zigarillo-Aussteller einmal mehr wichtige Anlaufstellen, die meistens gut besucht wurden. Mehrere bekannte Zigarrenaussteller erkl\u00e4rten, dass sie \u00fcberhaupt nicht von ihren Messest\u00e4nden wegkamen, weil der Besucherstrom nicht abbrach. \u201eSehr h\u00e4ufig hatten wir am Stand kaum noch einen Platz frei\u201c, sagte der Repr\u00e4sentant eines namhaften Herstellers und beschrieb damit einen Messeverlauf, den andere Anbieter ganz \u00e4hnlich erlebt hatten. Zum Besuchsaufkommen der Fachh\u00e4ndler aus dem Inland merkten allerdings verschiedene Aussteller an: \u201eGef\u00fchlt weniger\u201c. Daf\u00fcr seien h\u00e4ufiger gr\u00f6\u00dfere Auftr\u00e4ge erteilt worden.<\/p>\n<p>Entsprechend positiv \u00e4u\u00dferten sich die Aussteller \u00fcber das Orderverhalten der Fachbesucher. Die Bewertungen reichten bei den bekannten Zigarren- und Zigarilloanbietern von zufriedenstellend bis super. \u201eUnterm Strich hatten wir keinen Grund zum Klagen, im Gegenteil, es lief gut\u201c, brachten es die meisten auf den Punkt. Einzelne Aussteller sprachen sogar von der besten Inter-tabac der letzten Jahre.<\/p>\n<p>Viel Lob gab es auch f\u00fcr die Fachbesucher. Diese seien gut qualifiziert gewesen, wobei insbesondere die Fachh\u00e4ndler aus dem Inland mit klaren Vorstellungen, Einkaufszetteln und festen Budgets an die St\u00e4nde kamen, sich aber auch gegen\u00fcber Neuheiten aufgeschlossen zeigten. Das war vor allem dann der Fall, wenn es sich dabei um Produkte mit einem guten Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis handelte. \u201eDie Leute sind bereit Geld auszugeben, wenn sie daf\u00fcr keine 08-15-Ware, sondern etwas Besonderes erhalten, feine limitierte Editionen in sch\u00f6ner Aufmachung zum Beispiel oder hochwertige Spezialit\u00e4ten\u201c, sagte der Au\u00dfendienstmitarbeiter eines bedeutenden Importeurs und f\u00fcgte hinzu: \u201eDann werden auch Preise von 18, 20 oder sogar noch mehr pro St\u00fcck akzeptiert.\u201c <\/p>\n<p>Ansonsten wurden in Dortmund in starkem Ma\u00dfe Premiumzigarren in Preislagen bis f\u00fcnf Euro geordert, wobei Bundles nicht das gro\u00dfe Thema waren. \u201eDas ist Tagesgesch\u00e4ft, deshalb fahren die H\u00e4ndler nicht extra zur Inter-tabac\u201c, so ein Importeur karibischer Longfiller. Generell komme man jedoch nicht mehr an Bundles vorbei, denn auch bei Longfillern aus der Karibik seien die Konsumenten preisbewusster geworden. Vor allem h\u00e4tten einige Aficionados festgestellt, dass es auch unter der Bundle-Ware durchaus akzeptable Qualit\u00e4ten gebe.<\/p>\n<p>St\u00e4rker als Bundles standen auf der Inter-tabac Markenzigarren in guter Qualit\u00e4t zu Preisen zwischen drei und f\u00fcnf Euro im Fokus. \u00dcber f\u00fcnf Euro hinaus liefen Preislagen bis zu zehn Euro pro St\u00fcck ebenfalls recht ordentlich. Oberhalb dieser wichtigen Preisschwelle ist die Luft bekanntlich d\u00fcnner, wenngleich auch einige hochpreisige Angebote ihre Abnehmer fanden. Das galt vor allem f\u00fcr namhafte Premiummarken in besonderen Aufmachungen. Vielfach wurde auf bekannte Markenserien und deren Erweiterungen zur\u00fcckgegriffen. Auch limitierte Editionen waren wieder ausgesprochen beliebt, obwohl mahnende Stimmen hier bereits von einem \u00dcberangebot sprachen. \u201eMan darf den Bogen nicht \u00fcberspannen, sonst verlieren Limitadas den Reiz des Besonderen\u201c, warnten Anbieter ebenso wie Fachh\u00e4ndler. <\/p>\n<p><strong>Formate und Provenienzen<\/strong><\/p>\n<p>Im Hinblick auf Formate gab es in Dortmund kein einheitliches Bild. Nahezu einhellige Meinung war lediglich, dass sich die Klassiker Corona, Robusto und Toro einer gro\u00dfen Nachfrage erfreuten. Ansonsten gingen die Ansichten auseinander. W\u00e4hrend die einen im Zuge der um sich greifenden Rauchverbote kleinere Formate wie zum Beispiel Perla oder Short-Robusto weiter im Trend sahen, berichteten andere genau das Gegenteil. \u201eDie Gelegenheiten zum Rauchen werden zwar insgesamt weniger, aber wenn die Zigarrenliebhaber die M\u00f6glichkeit haben, zu rauchen, dann doch eher die gr\u00f6\u00dferen Formate wie Churchill und Doppel-Corona\u201c, so die Aussagen verschiedener Anbieter. <\/p>\n<p>F\u00fcr den kurzen Rauchgenuss im Winter, drau\u00dfen vor der Kneipe h\u00e4tten im Bereich der \u201ebraunen Ware\u201c am ehesten noch Zigarillos, insbesondere Minizigarillos eine Chance. Und genau diese Produkte waren, wie auch schon in den Vorjahren, in Dortmund begehrt. In Sachen Zigarillos seien ansonsten aromatisierte Produkte und Filterzigarillos die Schl\u00fcsselfaktoren, um neue Kunden zu finden, w\u00e4hrend naturreine Zigarillo-Marken vom Bekanntheitsgrad leben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Bei den Longfiller-Provenienzen zeigte sich auf der Inter-tabac das gewohnte Bild. Wie allgemein \u00fcblich hatten hier die Dominikanische Republik und Kuba die Nase vorn, gefolgt von Nicaragua und Honduras, wobei die beiden letztgenannten L\u00e4nder dank der gestiegenen Qualit\u00e4t ihrer Zigarren deutlich aufgeholt haben. Marktkenner schlie\u00dfen nicht aus, dass Honduras und Nicaragua 2013 in den USA sogar die Dom. Rep. im Absatz einholen k\u00f6nnte. Neben der Dominikanischen Republik, Kuba, Honduras und Nicaragua w\u00fcrden alle \u00fcbrigen Longfiller-Provenienzen eher Nischenpl\u00e4tze einnehmen. Als interessante Variante im Longfiller-Sektor kommt aktuell wieder Brasil mit neuen Offerten ins Spiel, dessen Dom\u00e4ne bislang ja eher der Shortfillerbereich ist. <\/p>\n<p>\u201eBrasil-Tabak wird oft untersch\u00e4tzt. Zu Unrecht, denn aus Bahia kommen wunderbare Tabake, die sich durchaus mit anderen Provenienzen messen k\u00f6nnen\u201c, brachen verschiedene Hersteller eine Lanze f\u00fcr die Pflanzen aus diesem s\u00fcdamerikanischen Land. Ob Brasil-Longfiller eine Erfolgsgeschichte werden, \u00e4hnlich wie dies seit langem bei Shortfillern der Fall ist, wird die Zukunft zeigen.<\/p>\n<p>Apropos Shortfiller-Zigarren: Dieses Gesch\u00e4ft lief in Dortmund in normalen Bahnen, meist ohne nennenswerte Ausschl\u00e4ge nach oben oder nach unten. Einige Anbieter sprachen von einer durchaus guten Resonanz. Die von manchen als \u201eBrot- und Buttergesch\u00e4ft\u201c, von anderen als \u201eUnterbau f\u00fcr die Longfiller\u201c bezeichnete europ\u00e4ische Zigarre fand ihre Abnehmer und wurde auch f\u00fcr die Messe als unentbehrlich eingesch\u00e4tzt. \u201eMit den Shortfillern bedienen wir das Konsumgesch\u00e4ft, ohne sie w\u00fcrden wir einfach weniger an Menge absetzen\u201c, waren alle von der Bedeutung der Shortfiller-Zigarre \u00fcberzeugt. <\/p>\n<p>Und was war bei Packungen gefragt? Antwort aus Dortmund: In starken Ma\u00dfe kleinere Gr\u00f6\u00dfen wie Dreier-, Vierer-, F\u00fcnfer- und Zehner-Schachteln und alles, was praktisch ist und idealerweise noch ein bisschen Pfiff hat oder chic ist, am besten beides. Die Packungen sollen bei Zigarillos und kleinen Zigarren am besten bequem in die Hemd- oder Westentaschen passen. Bei Zigarren wiederum sollen die Etuis, egal ob aus Holz, aus Pappe oder Metall, formsch\u00f6n sein und entweder edel oder trendig anmuten.<\/p>\n<p><strong>Bange Blicke nach Westen<\/strong><\/p>\n<p>Riesige Sorgen bereitet indes allen die Pl\u00e4ne der EU-Gesundheitskommission zur Versch\u00e4rfung der Tabak-Produktrichtlinie. \u201eWenn wir wirklich Einheitspackungen ohne Farben und Logos bekommen sollten und\/oder Packungen mit riesigen h\u00e4sslichen Bildwarnhinweisen, dann w\u00e4re das ein Fiasko. Das k\u00f6nnte die Zigarrenbranche nicht verkraften\u201c, so die einhellige Meinung von Zigarrenindustrie und Fachhandel. Doch noch herrscht Hoffnung auf ein F\u00fcnkchen Einsicht bei den politisch Verantwortlichen. Auf der n\u00e4chsten Inter-tabac vom 20. bis 22. September 2013 sind wir wom\u00f6glich alle etwas schlauer, wohin die Reise in Sachen EU-Tabakproduktrichtlinie gehen wird.<\/p>\n<p>Bange blickten die Zigarrenanbieter auch von Dortmund nach D\u00fcsseldorf, denn die rot-gr\u00fcne Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen strebt Rauchverbotsregelungen nach bayerischem Vorbild an. \u201eWenn das kommt und selbst auf einer Fachmesse wie der Inter-tabac ein striktes Rauchverbot gilt, dann k\u00f6nnen die Fachbesucher ja noch nicht einmal mehr unsere Produkte probieren. Das w\u00e4re so, als d\u00fcrfte man auf einer Weinmesse keinen Wein verkosten. Unvorstellbar, absolut absurd, ein Desaster\u201c, so die \u00fcbereinstimmende Ansicht aller. Dar\u00fcber, ob sie dann noch zur Messe nach Dortmund k\u00e4men, hatten einige Anbieter ihre Zweifel. \u201eWir brauchen einen Plan B\u201c, sagten sie. <\/p>\n<p>Doch noch ist in Sachen Rauchverbote in NRW nicht das letzte Wort gesprochen. Denn Teile der SPD sind gegen drastische Verbote und f\u00fcr Kompromissl\u00f6sungen. Die Messeveranstalter arbeiten auf eine Ausnahmeregelung hin. Sie sind \u00fcberzeugt davon, dass es auch in Zukunft in Dortmund hei\u00dfen wird: Feuer frei f\u00fcr die Inter-tabac!<\/p>\n<p>(DTZ 38\/12)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DORTMUND (DTZ\/da). Von Mark Twain stammt der Spruch: \u201eWenn ich im Himmel nicht rauchen darf, gehe ich nicht hin.\u201c Ob der beliebte Schriftsteller im Paradies gelandet ist und dort als Raucher ein nettes Pl\u00e4tzchen gefunden hat, wissen wir nat\u00fcrlich nicht. 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