{"id":39564,"date":"2011-01-05T23:00:00","date_gmt":"2011-01-05T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=39564"},"modified":"2011-01-05T23:00:00","modified_gmt":"2011-01-05T23:00:00","slug":"herausforderungen-2011-was-kommt-auf-tabakbranche-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=39564","title":{"rendered":"Herausforderungen 2011: Was kommt auf Tabakbranche zu?"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ (DTZ\/fok).<\/strong> Die politischen Rahmenbedingungen wie auch die fiskalischen \u00c4nderungen stehen f\u00fcr das Jahr 2011 im Fokus der Beobachtungen seitens der Tabakbranche. Mit Sorge sehen die Unternehmen vor allem den Aktivit\u00e4ten der EU-Kommission bei der \u00dcberarbeitung der Tabakproduktrichtlinie entgegen. <\/p>\n<p>Das am 17. Dezember 2010 abgeschlossene Konsultationsverfahren, an dem sich B\u00fcrger, Unternehmen, Verb\u00e4nde und andere Institutionen zu den von der Kommission vorgelegten Vorschlagsalternativen \u00e4u\u00dfern konnten, wird in denn n\u00e4chsten Monaten ausgewertet werden. Wann und in welcher Form die Kommission die dabei get\u00e4tigten insgesamt rund 84&#8201;000 Stellungnahmen und Einwendungen ver\u00f6ffentlicht und inwieweit sie diese bei dem Entwurf einer \u00fcberarbeiteten Richtlinie ber\u00fccksichtigt, ist noch v\u00f6llig offen. <\/p>\n<p>Tatsache ist, dass die Entscheidung \u00fcber die Ausgestaltung des Richtlinienentwurfs bei der Kommission liegt und der Ministerrat in Abstimmung mit dem Europ\u00e4ischen Parlament die endg\u00fcltige Entscheidung hier\u00fcber trifft.<\/p>\n<p><strong>Kommissionsvorschl\u00e4ge: Gespanntes Warten<\/strong>Nachdem zahlreiche Unternehmen aus der Tabakbranche sich bei ihren Stellungnahmen energisch gegen etliche Extremforderungen der Kommissionsvorschl\u00e4ge aussprachen \u2013 vor allem gegen Pl\u00e4ne f\u00fcr Einheitspackungen, Werbe- und Pr\u00e4sentationsverbot am POS, Automatenverbot und hier\u00fcber hinaus Beschr\u00e4nkungen bzw. Verbote f\u00fcr die Verwendung von Zusatzstoffen bei der Tabakwarenproduktion, darf man gespannt sein, ob diese gut begr\u00fcndeten Argumente von der Kommission beim Richtlinienentwurf ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Im Auge behalten muss die Branche jedoch nicht nur diese Extremvorschl\u00e4ge, sondern auch auf den ersten Blick nicht ganz so weit gehende Pl\u00e4ne, die gleichwohl massiv in den Wettbewerb eingreifen, obwohl bisherige Erfahrungen dagegen sprechen, dass sie tats\u00e4chlich zu der beabsichtigten Reduzierung des Tabakkonsums f\u00fchren, wie etwa gro\u00df dimensionierte Bildwarnhinweise, die letztlich dieselbe egalisierende Wirkung auf die Packungsgestaltung haben k\u00f6nnen wie Einheitspackungen, oder massive Werbebeschr\u00e4nkungen am POS, die die Kommunikation mit den erwachsenen Rauchern unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig erschweren. <\/p>\n<p>Das Thema Tabakproduktrichtlinie wird keine aktuellen Auswirkungen auf den Markt 2011 haben. Aber die Weichen, die hier gestellt werden, sind entscheidend f\u00fcr die mittel- und l\u00e4ngerfristige Zukunft der Tabakbranche. Deshalb wird es von gro\u00dfer Bedeutung sein, auch und gerade den nationalen politischen Entscheidungstr\u00e4gern die Reichweite der Entscheidungen bei der Tabakproduktrichtlinie zu verdeutlichen und argumentativ zu untermauern. Schlie\u00dflich ist langfristig damit zu rechnen, dass wie beim Thema Tabakwerbung Dominoeffekte auf andere Konsumg\u00fcterbereiche entstehen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf das zeitliche Procedere bei der Richtlinien\u00fcberarbeitung ist die Abstimmung mit anderen Kommissionsbereichen, wie etwa dem f\u00fcr Steuern und Z\u00f6lle, der n\u00e4chste Schritt. Der Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr den Richtlinienentwurf d\u00fcrfte voraussichtlich im 3. Quartal 2011 vorgelegt werden. Darauf folgen die Mitentscheidungsverfahren von EU-Ministerrat und EU-Parlament, die im Jahre 2013 abgeschlossen sein d\u00fcrften. Danach besteht eine Umsetzungsfrist f\u00fcr die einzelnen Mitgliedstaaten von zwei Jahren, also bis in die Jahre 2014\/15. <\/p>\n<p><strong>\u00dcberw\u00e4lzung der Steuererh\u00f6hung<\/strong>Die zweite gro\u00dfe Herausforderung in 2011 f\u00fcr die Tabakbranche ist die k\u00fcrzlich verabschiedete Anhebung der Tabaksteuer in f\u00fcnf Schritten, beginnend am 1. Mai 2011 und dann in vier Folgeschritten bis 2015, jeweils zum 1. Januar. Noch haben sich die Hersteller nicht angegeben, wie die neuen Preisstellungen im Mai 2011 konkret aussehen werden, um die vor allem f\u00fcr die unteren Preislagen deutlich sp\u00fcrbaren Mehrbelastungen aus der Tabaksteuer sowie die zwischenzeitlich gestiegenen Produktionskosten aufzufangen.<\/p>\n<p>Handelsseitig wird immer wieder betont, dass sich die Margensituation deutlich verbessern muss, um die Ertragseinbu\u00dfen der vergangenen Jahre wieder auszugleichen. Gleichzeitig wird auch der kurze Zeitabstand bis zum n\u00e4chsten Steuerschritt per 1. Januar 2012 in die Diskussion mit einbezogen, was sicher Fragen \u00fcber die Verbraucherakzeptanz bei den neuen Preisstellungen aufwirft.<\/p>\n<p>In diesen Zeitraum f\u00e4llt auch ein weiteres neues Regulativ, denn voraussichtlich ab Mitte November 2011 wird eine neue CEN-Norm verbindlich werden, die bei der Herstellung von Zigaretten die Verwendung von Zigarettenpapier vorschreibt, welches ein selbst\u00e4ndiges Weiterglimmen der Zigaretten nach dem Anz\u00fcnden an bestimmten Stellen unterbrechen kann, wenn nicht an der Zigarette gezogen wird. Die Umstellung auf Zigaretten mit verringertem Z\u00fcndpotenzial erfordert den Einsatz neuer Technologien, deren Einf\u00fchrung erheblichen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand verlangt.<\/p>\n<p>Schmuggelbek\u00e4mpfung<br \/>\nEin Dauerthema f\u00fcr die Branche bleibt der hohe Anteil von Schmuggelzigaretten und privaten Grenzeinfuhren, der aktuell bei \u00fcber 20 Prozent des Gesamtkonsums liegt, mit steigender Tendenz. Hier stellt sich die Frage, ob die steuerbedingten Preiserh\u00f6hungen zu einem weiteren Wachstum des Schwarzmarktes f\u00fchren, und wie die Bundesregierung, unterst\u00fctzt von den Tabakwarenherstellern, diese Entwicklung hemmen kann. <\/p>\n<p>Bedauerlicherweise greift die vorgesehene 300-St\u00fcck-Grenze bei Privateinfuhren aus einigen EU-L\u00e4ndern mit Niedrigpreisniveau erst ab 2014. In diesem Zusammenhang ist auch von Interesse, dass gerade auf Druck der EU die Thematik eines weltweiten Schmuggelprotokolls vorangetrieben werden soll, wobei darauf hingewirkt werden muss, dass die vorgesehenen Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich dem Schmuggel Einhalt gebieten und nicht als b\u00fcrokratische Hemmnisse gerade den legal arbeitenden Unternehmen Steine in den Weg legen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Versch\u00e4rfung der Rauchverbote?<\/strong>Nach dem f\u00fcr die Raucher ern\u00fcchternd ausgefallenen Volksentscheid \u00fcber das Gastrorauchverbot in Bayern muss damit gerechnet werden, dass auch in anderen Bundesl\u00e4ndern die Versch\u00e4rfung der Regelungen politisch angeschoben wird. Immerhin stehen in 2011 Landtagswahlen in sieben Bundesl\u00e4ndern an, und das Thema Rauchverbote wird leider von einigen politischen Kr\u00e4ften mangels anderer Konzepte als geeignetes Mittel angesehen, sich zu profilieren.<\/p>\n<p>Schaut man sich die Rahmenbedingungen und die reale Gesch\u00e4ftsentwicklung in dem umk\u00e4mpften Markt an, wird das Leben in der Tabakwarenbranche auch 2011 nicht leichter. Speziell der Fachgro\u00df- und -einzelhandel hat unter dem R\u00fcckgang der Renditen enorm zu leiden und hofft auf eine Verbesserung. Aus dem Gro\u00dfhandel ist zu h\u00f6ren, dass man mit einer Fortsetzung des schon weit fortgeschrittenen Konsolidierungsprozesses rechnet. <\/p>\n<p><strong>Hart umk\u00e4mpftes Rechnungsgesch\u00e4ft<\/strong>Einerseits arbeitet man dort mit erheblichen Investitionen daran, die Automaten durch Banknotenleser\/Geldwechsler sowie Ma\u00dfnahmen zur verbesserten Funktionst\u00fcchtigkeit der Ger\u00e4te wieder attraktiver zu machen. Andererseits ist man im hart umk\u00e4mpften Rechnungsgesch\u00e4ft aktiv, um die Einzelhandelskunden noch intensiver zu beraten und deren Zukunftssicherung zu verbessern.<\/p>\n<p>Im Facheinzelhandel setzt ein zunehmender Kreis von Betrieben auf Genusskonzepte, die, vor allem mit Wein, Spirituosen und S\u00fc\u00dfwaren, ihre Tabakkompetenz erfolgreich erg\u00e4nzen. F\u00fcr das Gros der Einzelhandelsunternehmen wird die Luft angesichts r\u00fcckl\u00e4ufiger Ertr\u00e4ge aus den Kernbereichen Tabak, Presse und Lotto aber immer enger. <\/p>\n<p>Hinzu kommt die Unsicherheit \u00fcber den Weiterbestand des staatlichen Gl\u00fccksspielmonopols. Im Wettbewerb spielen bei den auf Schnelldreher und Convenience ausgerichteten Gesch\u00e4ftstypen die geeigneten Standorte eine sehr wichtige Rolle. Hier ist festzustellen, dass filialisierte und franchisierte Unternehmen bei der Standortgewinnung oft Vorteile genie\u00dfen.<\/p>\n<p>(DTZ 1\/11)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ (DTZ\/fok). Die politischen Rahmenbedingungen wie auch die fiskalischen \u00c4nderungen stehen f\u00fcr das Jahr 2011 im Fokus der Beobachtungen seitens der Tabakbranche. Mit Sorge sehen die Unternehmen vor allem den Aktivit\u00e4ten der EU-Kommission bei der \u00dcberarbeitung der Tabakproduktrichtlinie entgegen. Das am 17. 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