{"id":39066,"date":"2010-07-07T22:00:00","date_gmt":"2010-07-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=39066"},"modified":"2010-07-07T22:00:00","modified_gmt":"2010-07-07T22:00:00","slug":"der-kampf-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=39066","title":{"rendered":"\u201eDer Kampf geht weiter!\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Meinungen in der Branche zum totalen Rauchverbot in Bayern<\/h3>\n<p> <strong>M\u00dcNCHEN (DTZ\/fh). <\/strong>\u201eEs ist uns nicht gelungen, die Aufkl\u00e4rungsarbeit, die eigentlich Aufgabe der bayerischen Staatsregierung, allen voran des bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten gewesen w\u00e4re, umzusetzen in eine ausreichende Mobilisierung der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler\u201c, kommentiert Franz Bergm\u00fcller, Sprecher von Bayern sagt Nein! Aktionsb\u00fcndnis f\u00fcr Freiheit und Toleranz, das Ergebnis des Volksentscheides vom 4. Juli. <\/p>\n<p> Gleichzeitig deute die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung daraufhin, dass viele Leute nicht verstanden h\u00e4tten, automatisch f\u00fcr den Volksentscheid zu stimmen, wenn sie nicht zur Wahl gehen: \u201eGuten Morgen, damit sind wir nun im Verbotsstaat angekommen\u201c, erkl\u00e4rt Bergm\u00fcller: \u201eZudem beklagen wir die massive Ungleichbehandlung, der wir durch das Volksentscheid-Gesetz ausgesetzt waren: Das Gesetz hat uns als au\u00dferparlamentarischem B\u00fcndnis diverse Werbem\u00f6glichkeiten im Rundfunk und im TV sowie im Bereich der Gro\u00dffl\u00e4chenwerbung nicht einger\u00e4umt. Die Tatsache, dass nur im bayerischen Landtag vertretene Parteien dieses Recht haben, f\u00fchrte zu einer klaren Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit\u201c, stellt Bergm\u00fcller weiter klar. <\/p>\n<p> <i>Nicht aufgeben<\/i><br \/>Aber den Kampf aufzugeben, komme f\u00fcr ihn nicht in Frage. Man werde k\u00fcnftig jeden Anlass n\u00fctzen, um eine geschlossene Gesellschaft mit Raucherlaubnis abzuhalten. Oder aber pr\u00fcfen lassen, dass Wirte, die viel Geld f\u00fcr L\u00fcftungsanlagen ausgegeben haben, entsch\u00e4digt werden. Dieses Argument findet im einstweiligen Erlass des Verfassungsgerichts im Saarland eine Basis, das genau dies nun f\u00fcr saarl\u00e4ndische Gastwirte, die ebenfalls vom kompletten Rauchverbot betroffen sind, pr\u00fcfen will.<\/p>\n<p> Selbstkritisch geht Hermann Hauser Raucherbedarf aus Augsburg mit dem Engagement des Aktionsb\u00fcndnisses ins Gericht. Das MUT-Mitglied Peter Hauser kommentiert: \u201eSofort nach Eintreffen wurden von unser Firma innerhalb von nur zwei Tagen 120.000 Feuerzeuge mit Flyern und Plakaten an unsere Kunden verschickt. Wir selber haben in Augsburg rund 1.400 Plakate aufgeh\u00e4ngt. Bis einschlie\u00dflich Samstag haben wir 10.000 Feuerzeuge mit Flyern und Plakaten in Bierg\u00e4rten, Kneipen, Spielhallen und bei vielen Veranstaltungen verteilt. Ich habe pers\u00f6nlich am Samstag mit einem Helfer den Rest von rund 1.800 St\u00fcck Feuerzeugen, immer wenn m\u00f6glich mit einem Flyer, den Menschen auf der Stra\u00dfe in die Hand gedr\u00fcckt. Nie ohne den entsprechenden Kommentar. Wir haben es ganz einfach nicht geschafft, dass diejenigen ihren Hintern heben, die es am meisten betrifft.\u201c <\/p>\n<p> <i>Kaum Mitstreiter unter den Augsburger Wirten<\/i><br \/>Gemeint sind die Raucher, die kritiklos vor die Lokalt\u00fcr gehen, dort rauchen und bei einer Wahl nicht ihr Stimmrecht aus\u00fcben: \u201eEs gibt in Augsburg sicher mehr als 100 Raucherkneipen und trotzdem konnte eine sehr aktive Wirtin keine Mitstreiter f\u00fcr einen Infostand finden. Auch im Tabakwarenbereich waren es nur wenige, die massiv genug an das Thema herangegangen sind.\u201c<\/p>\n<p> Ebenso deutliche Worte findet Oliver Kopp, 1. Vorsitzender von MUT: \u201eIn Zeiten, in denen wir unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu k\u00e4mpfen haben, stimmen wir ab \u00fcber ein totales Rauchverbot, das 13 Mio. Euro Steuergelder verschlingt. Eine v\u00f6llig unbedeutende Splitterpartei profiliert sich mit Unterst\u00fctzung von SPD und Gr\u00fcnen, w\u00e4hrend die CSU keine Farbe bekennen will. Dem Aktionsb\u00fcndnis werden Radiospots untersagt und in vielen Ortschaften sogar die Plakatierung ihrer Poster. Eine Splitterpartei zwingt einer Mehrheit ihren Lebensstil auf und begr\u00fcndet dies mit angeblichem Gesundheitsschutz, beruft sich immer und immer wieder auf die Passivrauchtoten und will in Wirklichkeit nur der CSU eins auswischen. 85 Prozent rauchfreie Lokale sind nicht genug, es m\u00fcssen 100 Prozent sein\u201c, merkt der Hesse an.<\/p>\n<p> <i>\u201eWichtig dass wir uns Geh\u00f6r verschafft haben\u201c<\/i><br \/>\u201eDas Ergebnis wird die Antis befl\u00fcgeln. Nichtsdestotrotz hat diese Wahl gezeigt, wie wichtig es ist, uns Geh\u00f6r zu verschaffen, unsere Kunden zu sensibilisieren und auch in Zukunft politisch aktiv zu sein. Hierzu geh\u00f6rt auch eine viel st\u00e4rkere und selbstbewusste \u00d6ffentlichkeitsarbeit unserer gro\u00dfen Verb\u00e4nde. Die Tabakindustrie betreibt seit Jahren eine v\u00f6llig unzufriedenstellende Pressearbeit. Die Unterstellung der Antis, dass jede tabakfreundliche Studie von der Zigarettenindustrie finanziert sei, wird kleinlaut hingenommen. Die Grundlage f\u00fcr die Nichtraucherschutzgesetze bilden weiterhin die 3.301 angeblichen Passivrauchtoten der DKFZ-Studie. Ich sehe deshalb nach wie vor in der Aufdeckung der Passivrauchl\u00fcge unsere gr\u00f6\u00dfte Aufgabe.\u201c <\/p>\n<p> F\u00fcr die getr\u00e4nkeorientierte Gastronomie werde es nun hart, da Verweildauer und Getr\u00e4nkekonsum unmittelbar zusammenhingen, bef\u00fcrchtet Kopp: \u201eF\u00fcr die Raucherlounges ist es ein schwerer Schlag. Diese Genusstempel dienen letztlich auch der positiven Werbung f\u00fcr unsere Produkte, die in diesen Refugien stilvoll genossen werden k\u00f6nnen. Durch den Entscheid wird das gesellschaftliche Klima weiter vergiftet werden, Raucher werden sich mit weiteren Anfeindungen konfrontiert sehen. Weitere Versch\u00e4rfungen seitens der Politik sind zu bef\u00fcrchten. Plain Packaging, Werbeverbot am POS und vieles andere k\u00f6nnten schon bald Realit\u00e4t werden.\u201c <\/p>\n<p> <i>Ungeahnte Zahl an Mitstreitern<\/i><br \/>Kopps ausdr\u00fccklicher Dank gilt Franz Bergm\u00fcller und Rudi Ostermeier vom Aktionsb\u00fcndnis, den Wirten und den H\u00e4ndlern: \u201eDas Aktionsb\u00fcndnis hat den Rauchgegnern eine tolle Kampagne entgegengesetzt. Nie zuvor haben sich so viele Initiativen, Vereine, Firmen und Verb\u00e4nde an einen Tisch gesetzt, um den Genussgegnern Einhalt zu gebieten. Dies zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Wir m\u00fcssen Flagge zeigen und politisch aktiv sein. Lobbyarbeit ist wichtig, doch wenn es um die eigene Existenz geht, ist politische Neutralit\u00e4t definitiv die falsche Antwort.\u201c <\/p>\n<p> Auch die MUT-Gruppe sei sehr engagiert gewesen: \u201eEin herzlicher Dank f\u00fcr den hohen pers\u00f6nlichen Einsatz unserer Mitglieder, die sowohl die Finanzierung der MUT Feuerzeuge \u00fcbernommen haben, als auch ihre hervorragende Logistik eingesetzt haben. Ein Dank auch an Onno Seyler, den Erfinder der Feuerzeugkampagne, Ulrich Kotschenreuther, der die Feuerzeuge organisiert hat und an die Firma Plattner, die uns nicht nur einen sehr guten Preis gemacht hat, sondern auch p\u00fcnktlich lieferte. Die Mitglieder haben gezeigt, dass wir ein schlagkr\u00e4ftiges Netzwerk bilden. Mehr als 1,65 Millionen Feuerzeuge wurden durch unseren Zusammenschluss mit dem Aktionsb\u00fcndnis verteilt. Der Mensch lebt eben nicht nur, um zu arbeiten und Steuern zu zahlen, sondern er hat ein Recht auf Feierabendbier, Haxen und Rauch, nette Gesellschaft und Teilnahme am \u00f6ffentlichen Leben. Der Kampf geht weiter!\u201c<\/p>\n<p> <i>Entt\u00e4uschte Christine Klever<\/i><br \/>In ihrer unternehmerischen Existenz bedroht und vom Wahlergebnis sowie der geringen Wahlbeteiligung zutiefst entt\u00e4uscht, \u00e4u\u00dfert sich Christine Klever. Die Chefin der N\u00fcrnberger Casa del Habano ist durch die angeschlossene Gastronomie vom zuk\u00fcnftigen Gesetz voll erfasst \u2013 und auf den Getr\u00e4nkeumsatz angewiesen. Wie viele in der Tabakbranche sieht sie sich vorwiegend von den Zigarettenrauchern im Stich gelassen und beklagt die bis zuletzt festzustellende Uninformiertheit der W\u00e4hler. <\/p>\n<p> Besonders verbittert zeigt sie sich angesichts einiger Aussagen von Kunden, die eigentliche Wahl betreffend: \u201eEin Ehepaar sagte mir, dass der Wahlhelfer bei Aush\u00e4ndigung der Unterlagen gesagt habe: \u201aDas m\u00fcssen Sie nur best\u00e4tigen.\u2018 Das erinnert ja an DDR-Verh\u00e4ltnisse und m\u00fcsste angezeigt werden.\u201c \u00dcber ihre Zukunft will und kann sich Klever noch nicht \u00e4u\u00dfern: \u201eAlles ist noch zu frisch und die Entt\u00e4uschung sitzt tief.\u201c  <\/p>\n<p> (DTZ 27\/10)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinungen in der Branche zum totalen Rauchverbot in Bayern M\u00dcNCHEN (DTZ\/fh). \u201eEs ist uns nicht gelungen, die Aufkl\u00e4rungsarbeit, die eigentlich Aufgabe der bayerischen Staatsregierung, allen voran des bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten gewesen w\u00e4re, umzusetzen in eine ausreichende Mobilisierung der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler\u201c, kommentiert Franz Bergm\u00fcller, Sprecher von Bayern sagt Nein! 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