{"id":38943,"date":"2010-05-26T22:00:00","date_gmt":"2010-05-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38943"},"modified":"2025-03-05T07:53:55","modified_gmt":"2025-03-05T07:53:55","slug":"bdta-tagung-nimmt-standortbestimmung-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38943","title":{"rendered":"BDTA-Tagung nimmt Standortbestimmung vor"},"content":{"rendered":"<h3>Regulierung, Preispolitik, Bayern und Automatentechnik im Fokus<\/h3>\n<p> <strong>BERLIN (DTZ\/fok).<\/strong> Den hohen Stellenwert der Verbandsarbeit f\u00fcr die Zukunft der Mitglieder demonstrierte auch die diesj\u00e4hrige Unternehmertagung des Bundesverbandes Deutscher Tabakwarengro\u00dfh\u00e4ndler und Automatenaufsteller beeindruckend.<\/p>\n<p>[pic|202|r||||||]<\/p>\n<p>Trotz des Schrumpfungsprozesses der Branche war der Tagungsraum f\u00fcr die Veranstaltung im Steigenberger Hotel Berlin Mitte letzter Woche gut gef\u00fcllt. Und die Stimmung trotz der Probleme des Vertriebskanals Zigarettenautomat verhalten optimistisch. Nach dem Motto \u201eKlagen hilft nichts\u201c versuchen die Gro\u00dfhandelsunternehmer die Handlungsspielr\u00e4ume auszuloten und durch geschickte Verbandspolitik auch so weit als m\u00f6glich zu erhalten.<\/p>\n<p> So stellte Paul Heinen, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes, in seiner Begr\u00fc\u00dfungsansprache drei Schlaglichter heraus: Die Themen Tabakregulierung, Preispolitik der Hersteller und Tabakpr\u00e4vention. Heinen wandte sich energisch gegen die politischen Tendenzen, das allt\u00e4gliche Zusammenleben der B\u00fcrger durch immer mehr staatliche Eingriffe zu regeln. <\/p>\n<p> <i>Gegen \u00dcberregulierung<\/i><br \/>Dies \u00e4u\u00dfere sich zum Beispiel in der Fokussierung auf Themen wie die Nichtraucherschutzgesetzgebung bei den Landtagswahlen. Zum bevorstehenden Volksentscheid f\u00fcr ein totales Gastrorauchverbot in Bayern erl\u00e4uterte Heinen das Engagement des BDTA im Aktionsb\u00fcndnis \u201eBayern sagt nein!\u201c gegen diese \u00dcberregulierung. <\/p>\n<p> Dem breiten B\u00fcndnis von B\u00fcrgern, Gastronomen, Getr\u00e4nkewirtschaft und anderen Betroffenen habe sich der BDTA wie auch der DZV angeschlossen, und das mit offenem Visier, denn es sei nicht verwerflich, sich als Wirtschaftsakteur f\u00fcr die eigenen legitimen Interessen einzusetzen, um so mehr, als die bestehenden Gesetze in Bayern einen ausreichenden Nichtraucherschutz bereits sicherstellen.<\/p>\n<p> <i>Kritik an Preisentscheidungen<\/i><br \/>Mit Blick auf den Markt nahm Heinen die Preisentwicklung unter die Lupe und hatte dabei einige Kritikpunkte an herstellerindividuellen Entscheidungen im Visier. So sei die Einf\u00fchrung einer neuen Billigpreisklasse nur wenige Wochen, nachdem die Weichenstellung in Richtung einer Margenverbesserung durch die autonome Preisanhebung erfolgt sei, aus Sicht des BDTA kontraproduktiv f\u00fcr die Margen und gehe mit einem zus\u00e4tzlichen Preisverfall innerhalb des Markenzigarettensegments einher. <\/p>\n<p> Auch die Tatsache, dass die Hersteller die Option einer \u00dcberw\u00e4lzung der h\u00f6here Mindeststeuerbelastung auf die KVP zun\u00e4chst nicht nutzten, habe den Handel durch massive Margenabschl\u00e4ge bei den ohnehin schlecht kalkulierten Industrieniedrigpreislagen ins Mark getroffen. <\/p>\n<p> Durch die inzwischen verschickten neuen Preislisten ergebe sich zwar eine Entspannung der Margensituation. Allerdings habe der Handel kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass die Strategiepreislage 5,00 Euro\/23 St\u00fcck von diesen herstellerindividuellen Preiserh\u00f6hungsma\u00dfnahmen \u2013 mit einer Ausnahme \u2013 offensichtlich ausgeklammert werde.<\/p>\n<p> <i>Zweistelliger Millionenbetrag an entgangener Marge<\/i><br \/>Damit schlage die Mindeststeuererh\u00f6hung auf das Spannenniveau durch und koste den Handel im Jahresverlauf einen zweistelligen Millionenbetrag an entgangener Marge. Heinen zeigte sich \u00fcberzeugt, dass der Markt auch in der Strategiepreislage eine moderate Preiserh\u00f6hung vertragen h\u00e4tte. <\/p>\n<p> Das Problem sei der Preispunkt 5,00 Euro, der, so seine Sorge, wie bereits der Preispunkt 4,00 Euro wohl nur durch weitere \u201eImpulse\u201c fiskalischer Eingriffe \u00fcberwunden werden k\u00f6nne. Heinen verdeutlichte mit Blick auf die Entwicklung des Gesamtwirtschaftsnutzens, dass die Strategie einer Steigerung der Kleinverkaufswerte und damit des Wirtschaftsanteils in einem schrumpfenden Markt alternativlos sei. <\/p>\n<p> In der Marktbeurteilung sei sich der BDTA mit dem Bundesfinanzministerium einig, das den Gesamtmarkt wie folgt beschreibt:<br \/> [bul] Stagnierende bis r\u00fcckl\u00e4ufige Kleinverkaufs- und Steuerwerte,<br \/> [bul] Wettbewerb um Marktanteile zu Lasten von Werten,<br \/> [bul] Preisverfall in allen Gattungen (vor allem auch im Feinschnittmarkt),<br \/> [bul] hohe Preisabst\u00e4nde zwischen, aber auch innerhalb der Gattungen (u.a. bedingt durch eine nicht nachvollziehbare Preiszur\u00fcckhaltung im Feinschnittsegment).<\/p>\n<p> Heinen zeigte sich optimistisch, dass angesichts dieser weitgehenden Deckungsgleichheit der Marktwahrnehmung die Argumente des Handels im Dialog mit dem Ministerium sehr deutlich wahrgenommen werden. <\/p>\n<p> <i>Pr\u00e4senz des BDTA in der Politik<\/i><br \/>Weiter unterstrich Heinen die Bedeutung der Pr\u00e4senz des BDTA in der politischen Wahrnehmung auch bei der Thematik der Tabakpr\u00e4vention. Die neue Bundesregierung hatte sich beispielsweise bei einer Anfrage der Gr\u00fcnen hinter die derzeitige technische L\u00f6sung des Jugendschutzes an Zigarettenautomaten gestellt und einer nationalen Verbotsdiskussion eine klare Absage erteilt.<\/p>\n<p> Aufkl\u00e4rungs- und Motivationsbedarf sieht der BDTA bei der Sensibilisierung der deutschen Politik mit Blick auf internationale Regulierungsprozesse. Diese sind durch zunehmende Intransparenz, restriktive Informationspolitik, Kompetenz\u00fcberschreitungen und eine schleichende Entdemokratisierung gekennzeichnet. <\/p>\n<p> Hier hofft der Gro\u00dfhandel, dass sich Berlin von Beginn an st\u00e4rker in europ\u00e4ische Angelegenheiten einbringt, wie es auch das Bundesverfassungsgericht dem deutschen Gesetzgeber vor kurzem eindringlich nahegelegt habe.<\/p>\n<p> <i>Umfangreiches Programm zur Automatentechnik<\/i><br \/>Keine BDTA-Tagung ohne umfangreiches Programm zur Automatentechnik. In diesem Jahr standen die Themen Netzunabh\u00e4ngige Energieversorgung, neuer elektronischer Personalausweis, kontaktlose Nutzung der GeldKarte und \u00c4nderungen der Deutschen Bundesbank im baren Zahlungsverkehr auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p> Die Aufkl\u00e4rungs- und Mobilisierungskampagne des Aktionsb\u00fcndnisses Freiheit &#038; Toleranz, die die bayerischen B\u00fcrger f\u00fcr ein \u201eNein\u201c-Votum beim Volksentscheid motivieren will, pr\u00e4sentierte die damit beauftragte Agentur \u201eZum Goldenen Hirschen\u201c. <\/p>\n<p> Als Kernaussage wird dabei herausgestellt, dass es bereits ein weitgehendes Nichtraucherschutzgesetz in Bayern gibt, w\u00e4hrend der jetzt angestrebte \u201eVerbotsentscheid\u201c eine unangemessene Einschr\u00e4nkung der b\u00fcrgerlichen Freiheiten darstellt. <\/p>\n<p> <i>Breitangelegte Kampagne<\/i><br \/>Das Nein zum totalen Rauchverbot wird mit unterschiedlichen Plakaten, Aufkl\u00e4rungsflyern und etlichen anderen Informationstools, via Facebook und unmittelbar vor dem Entscheid auch mit Radiospots auf launige Weise breitfl\u00e4chig den B\u00fcrgern nahe gebracht, wobei nicht nur die Raucher, sondern auch tolerante Nichtraucher zur Wahlbeteiligung animiert werden sollen. Bei diesen Aktionen klinkt sich der bayerische Gro\u00dfhandel aktiv in die Kampagne ein, zum Beispiel mit Infoplakaten auf den Automaten. <\/p>\n<p> Zum Thema Demokratieverst\u00e4ndnis im Rahmen internationaler Regulierungsprozesse zeigte der BDTA-Bevollm\u00e4chtigte Dr. Reinhard Pauling die Problemfelder auf, die im Rahmen der Abstimmungsprozesse auf EU-Ebene, vor allem aber durch extrem tabakfeindliche Aktivit\u00e4ten von NGOs und WHO entstehen.<\/p>\n<p> <i>Schwerpunktthema Tabaksteuerpolitik<\/i><br \/>Ein Schwerpunktthema der BDTA-Mitgliederversammlung war die Tabaksteuerpolitik in Deutschland. BDTA-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Carsten Zenner zeigte in pr\u00e4gnanter Form die Folge der starken Tabaksteuererh\u00f6hungen Anfang bis Mitte des Jahrzehnts ergeben hat.<\/p>\n<p> Stichw\u00f6rter waren dabei das Nutzen von Steuerschlupfl\u00f6chern durch die Industrie, die Migration von teuren zu billigen Tabakprodukten, die st\u00e4rkere Preisspreizung bei der Zigarette mit Entstehen der vierten und f\u00fcnften Preislage, das Wachstum von Schmuggel und Privateinfuhren wie auch die Preisblockade bei OTP.<\/p>\n<p> Insgesamt war der Wirtschaftsnutzen inflationsbereinigt um 24 Prozent gesunken. Auch die Differenz des Durchschnittpreisniveaus von Fabrikzigarette und Volumentabaken entwickelte sich Zenners Berechnungen zufolge deutlich auseinander. Der Handel stehe mit dem R\u00fccken zur Wand.<\/p>\n<p> <i>Fehlentwicklungen korrigieren<\/i><br \/>Der BDTA sieht hier Fehlentwicklungen, die es zu korrigieren gelte, wenn auch nicht auf einen Schlag. Zenner zeigte sich \u00fcberzeugt, dass die Handelsverb\u00e4nde BDTA und BTWE treibende Kraft beim Meinungsbildungsprozess f\u00fcr eine sinnvolle Korrektur der Steuerstrukturen sein m\u00fcssen. Die Branche brauche schl\u00fcssige Modelle, die die fiskalische Ergiebigkeit ebenso wie den Gesamtwirtschaftsnutzen wieder steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Priorit\u00e4t hat dabei nach Auffassung des BDTA der Schutz der Zigarette durch geeignete Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung von Steuerschlupfl\u00f6chern, Verhindern von Schmuggel und neue Steuerstrukturen f\u00fcr OTP. Letztere sollten ihre M\u00f6glichkeit als Pufferfunktion gegen nicht in Deutschland versteuerte Zigaretten behalten, aber nicht weiter zur Spielwiese f\u00fcr Preisdumping dienen.<\/p>\n<p> Die in den letzten Jahren deutlich zu gro\u00df gewordene Preisspreizung zwischen Zigaretten und OTP m\u00fcsse reduziert werden. Hinsichtlich der Zigarette spricht sich der BDTA f\u00fcr ein langfristig angelegtes Steuerkonzept unter enger Ber\u00fccksichtigung der Marktauswirkungen aus. <\/p>\n<p> <i>Interessen des Handels<\/i><br \/> Dieses Modell m\u00fcsse erg\u00e4nzt werden um Struktur- und Tarifver\u00e4nderungen in allen Produktsegmenten des so genannten OTP-Markts. Ins Gespr\u00e4ch gebracht wurden auch \u00dcberlegungen, wie die Interessen des Handels in der Ausrichtung der Tabaksteuergesetzgebung besser Ber\u00fccksichtigung finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Als Gastredner \u00e4u\u00dferte sich DZV-Vorsitzender Ad Schenk zum Thema \u201eGestalten statt gestaltet werden \u2013 Chancen und Zukunft f\u00fcr Tabak\u201c.<\/p>\n<p> In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde hervorgehoben, dass es keinen Sinn mache, sich innerhalb der Tabakfamilie mit Blick auf den Gesamtwirtschaftsnutzen zu entzweien. Vielmehr sei es sinnvoll, angesichts der zahlreichen regulatorischen Herausforderungen Interessenkompatibilit\u00e4ten zu identifizieren und an diesen Stellen zu kooperieren. Dies sei \u2013 vor einem stabilen wirtschaftlichen Hintergrund \u2013 durchaus aussichtsreich. Seitens des BDTA wurde das Thema Branchentreff der Tabakverb\u00e4nde angesprochen und dabei die Frage der Teilnehmer, der Themenfokussierung und der Verzahnung der Verb\u00e4ndeaktivit\u00e4ten gestellt.<\/p>\n<p> (DTZ 21\/10)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regulierung, Preispolitik, Bayern und Automatentechnik im Fokus BERLIN (DTZ\/fok). Den hohen Stellenwert der Verbandsarbeit f\u00fcr die Zukunft der Mitglieder demonstrierte auch die diesj\u00e4hrige Unternehmertagung des Bundesverbandes Deutscher Tabakwarengro\u00dfh\u00e4ndler und Automatenaufsteller beeindruckend. [pic|202|r||||||] Trotz des Schrumpfungsprozesses der Branche war der Tagungsraum f\u00fcr die Veranstaltung im Steigenberger Hotel Berlin Mitte letzter Woche gut gef\u00fcllt. Und die Stimmung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-38943","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38943"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38943\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}