{"id":38922,"date":"2010-05-19T22:00:00","date_gmt":"2010-05-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38922"},"modified":"2025-03-05T07:53:54","modified_gmt":"2025-03-05T07:53:54","slug":"fuer-viele-deutsche-tabakpflanzer-ist-die-uhr-abgelaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38922","title":{"rendered":"F\u00fcr viele deutsche Tabakpflanzer ist die Uhr abgelaufen"},"content":{"rendered":"<h3>Vor allem kleinere Familienbetriebe betroffen \/ Aus f\u00fcr Burleyproduktion<\/h3>\n<p> <strong>SPEYER (DTZ\/fok). <\/strong>Viele Tabakbaubetriebe in Deutschland stehen vor dem Aus. Auch jahrzehntelanger Kampf um den Erhalt der traditionsreichen Tabakkultur mit seinen Zentren in Nordbaden, Franken und der Pfalz hat letztlich den Untergang nicht verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Nach Wegfall der schon zuvor stark reduzierten EU-Pr\u00e4mien Ende 2009 haben sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Pflanzer so nachhaltig verschlechtert, dass die Rohtabakproduktion bei Weltmarktpreisen um die 2 Euro\/Kilogramm sich f\u00fcr die meisten nicht mehr rentiert. <\/p>\n<p> J\u00f6rg B\u00e4hr, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Marktpolitik des Bundesverbandes deutscher Tabakpflanzer (BdT), geht davon aus, dass die Burleyproduktion mit einem Volumen von zuletzt 2.000 Tonnen v\u00f6llig zum Erliegen kommt. <\/p>\n<p> <i>Zigarettenindustrie zieht sich zur\u00fcck<\/i><br \/>Die deutsche Zigarettenindustrie, die bisher diese Mengen abgenommen hatte, zeigte sich laut B\u00e4hr an einer Fortf\u00fchrung der Anbauvertr\u00e4ge nicht interessiert bzw. signalisierte Preisvorstellungen, die f\u00fcr eine kostendeckende Produktion nicht ausreichten. <\/p>\n<p> Angebaut wurde der Burley vor allem in kleineren Familienbetrieben, von denen nach Sch\u00e4tzung B\u00e4hrs rund 100 jetzt den Anbau aufgeben m\u00fcssen. Die Burleypflanzer hatten den Tabak in diesem Fr\u00fchjahr noch in ihren Anzuchtbeeten auf eigenes Risiko gro\u00dfgezogen, doch das mit hohen Fremdkosten verbundene Ausbringen der jungen Tabakpflanzen auf den Feldern wird jetzt unterbleiben.<\/p>\n<p> <i>Geudertheimer weiterhin gefragt<\/i><br \/>Etwas besser sieht es bei der Sorte Geudertheimer aus, die als Einlage f\u00fcr die Zigarrenindustrie zur Verwendung kommt. Statt bisher ca. 1.200 Tonnen geht der BdT von rund 600 Tonnen Vertragsanbau aus. So setzt zum Beispiel die Firma Arnold Andr\u00e9 nach wie vor gr\u00f6\u00dfere Mengen deutschen Geudertheimer f\u00fcr ihre Zigarreneinlagen ein, und h\u00e4lt daran auch mit Blick auf die Verbrauchergewohnheiten fest.<\/p>\n<p> Den gr\u00f6\u00dften Anteil an der deutschen Rohtabakproduktion h\u00e4lt der Virgin. Dessen Anbau wird sich nach B\u00e4hrs Sch\u00e4tzung von ca. 4.500 Tonnen auf etwa 4.000 Tonnen verringern. Abnehmer finden sich weit \u00fcberwiegend im Exportbereich. Auf Virgin haben sich besonders die Gro\u00dfbetriebe unter den Pflanzern mit hohem Technisierungsgrad spezialisiert, aber auch f\u00fcr sie wird es immer schwieriger, noch kostendeckend zu produzieren.<\/p>\n<p> <i>Wehmut macht sich breit<\/i><br \/>Etliche Betriebe setzen heute die entkoppelten EU-Hilfen f\u00fcr den Tabakanbau ein, in der Hoffnung, dass sich die Weltmarktpreise deutlich erh\u00f6hen bzw. dass sich doch noch Abnehmer in der Industrie finden, die mit Blick auf die hohe Qualit\u00e4t der Tabake bereit sind, angemessene Preise zu zahlen. Gleichzeitig blicken die Pflanzer mit einer gewissen Wehmut auf die vergangenen Jahrzehnte zur\u00fcck, als ihr Berufsstand sich als vollwertiges Mitglied der deutschen Tabakfamilie auch intensiv f\u00fcr die Belange anderer Sparten innerhalb der Tabakbranche auf politischer Ebene eingesetzt hatte. <\/p>\n<p> [mitte(]DTZ 20\/10)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor allem kleinere Familienbetriebe betroffen \/ Aus f\u00fcr Burleyproduktion SPEYER (DTZ\/fok). Viele Tabakbaubetriebe in Deutschland stehen vor dem Aus. Auch jahrzehntelanger Kampf um den Erhalt der traditionsreichen Tabakkultur mit seinen Zentren in Nordbaden, Franken und der Pfalz hat letztlich den Untergang nicht verhindern k\u00f6nnen. 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