{"id":38739,"date":"2010-03-24T23:00:00","date_gmt":"2010-03-24T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38739"},"modified":"2025-03-05T07:53:51","modified_gmt":"2025-03-05T07:53:51","slug":"bayerns-fachhaendler-wollen-ihre-kunden-fuer-den-volksentscheid-mobilisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=38739","title":{"rendered":"Bayerns Fachh\u00e4ndler wollen ihre Kunden f\u00fcr den Volksentscheid mobilisieren"},"content":{"rendered":"<h3>Schweigende und nichtw\u00e4hlende Mehrheiten nutzen nichts \/ Information ist Trumpf<\/h3>\n<p> <strong>M\u00dcNCHEN (DTZ\/fok). <\/strong>Am 4. Juli steht der Volksentscheid in Bayern zu einem totalen Rauchverbot in der Gastronomie an. 15 Wochen Zeit noch, um Bayerns B\u00fcrger daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass es Sinn macht, sich an dieser Wahl zu beteiligen. Und ebenso viel Sinn, beim Volksbegehren mit \u201eNein\u201c zu stimmen.<\/p>\n<p> Denn vielen potentiellen W\u00e4hlern ist nicht klar, worum es geht: Nichtraucherschutz gew\u00e4hrleistet bereits die derzeit bestehende gesetzliche Regelung in Bayern, die lediglich einige Ausnahmen f\u00fcr die getr\u00e4nkeorientierte Kleingastronomie und f\u00fcr abgetrennte Raucherr\u00e4ume in gr\u00f6\u00dferem Gastrobetrieben zul\u00e4sst. <\/p>\n<p> <i>Wirte f\u00fcrchten um Existenz<\/i><br \/>Das Volksbegehren aber will das totale Gastrorauchverbot ohne Ausnahmen, gegen den Willen der meisten Gastwirte und ihrer rauchenden (und nichtrauchenden) G\u00e4ste. F\u00fcr die Wirte geht\u2018s in vielen F\u00e4llen um die Existenz, denn sie hatten schon in der Vergangenheit erfahren m\u00fcssen, dass die Umsatzeinbu\u00dfen durch Rauchverbote vor allem in getr\u00e4nkeorientierten Kneipen enorm sind. Und viele haben zwischenzeitlich eine Menge Geld investiert, um getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche einzurichten.<\/p>\n<p> Auch der bayerische Tabakwarengro\u00df- und Einzelhandel ist beunruhigt. Hat er doch viele Kunden im Gastrobereiche. Da geht es nicht nur um den Automaten aufstellenden Gro\u00dfhandel mit seinen zahlreichen Arbeitspl\u00e4tzen, die durch den Volksentscheid gef\u00e4hrdet sind. Auch der Facheinzelhandel unterh\u00e4lt teils selbst gastronomische Aktivit\u00e4ten oder versorgt Wirte mit Zigarren. Und will vor allem seinen rauchenden Kunden den R\u00fccken st\u00e4rken.<\/p>\n<p> <i>Facheinzelh\u00e4ndler nehmen Problematik sehr ernst<\/i><br \/>Eine Umfrage bei einigen bayerischen Facheinzelh\u00e4ndlern zeigt, dass sie die Problematik sehr ernst nehmen und sich teilweise heute schon intensiv dar\u00fcber Gedanken machen, wie sie ihre Kunden f\u00fcr die Beteiligung am Volksentscheid mobilisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Thomas Weiherer mit Tabakladen und Bar in Passau beispielsweise, der im Falle eines Total-Gastrorauchverbots auch die Existenz seiner kleinen Raucherbar stark gef\u00e4hrdet sieht, die er seit mehr als zehn Jahren erfolgreich betreibt. Ob sich ein Weiterbetrieb des Barbereichs im Falle eines Rauchverbots \u00fcberhaupt noch rentiert, das sieht er mit erheblicher Skepsis. <\/p>\n<p> <i>Gastrobetriebe fallen bei Rauchverbot als Zigarrenabnehmer weg<\/i><br \/>Und auch dem parallel betriebenen Tabakladen drohen Einbu\u00dfen, weil beispielsweise Kunden aus \u00d6sterreich k\u00fcnftig wegbleiben k\u00f6nnten und weil andere Gastronomiebetriebe, die er bisher mit hochwertigen Zigarren versorgen konnte, bei einem Totalrauchverbot als Abnehmer wegfallen w\u00fcrden.<\/p>\n<p> Aber Weiherer wirft das Handtuch nicht schon vorab, er will k\u00e4mpfen, seine Kunden informieren und zur Beteiligung an der Wahl bewegen. \u201eDerzeit wird \u00fcber das Thema im Kundenkreis relativ wenig gesprochen, aber wenn der Volksentscheid heranr\u00fcckt, wird es wieder hochkochen. Die letzten 14 Tage vor dem Volksentscheid sind die wichtigsten. Da werde ich auch verst\u00e4rkt zur Aufkl\u00e4rung unserer Kunden beiragen.\u201c <\/p>\n<p> <i>Sonne als \u201eGefahrenherd\u201c<\/i><br \/>Sorge hat Weiherer allerdings f\u00fcr den Fall, dass am Tage des Volksentscheids Sonnenschein herrscht. \u201eDann besteht die Gefahr, dass Leute zwar gegen ein totales Gastrorauchverbot sind, aber denken, das wird alles nicht so schlimm, und dann nicht zur Wahl gehen. Raucher und tolerante Nichtraucher sind halt nicht so verbissen wie die fanatischen Nichtraucher. <\/p>\n<p> Deshalb m\u00fcssen wir Fachh\u00e4ndler und die Gastronomie gemeinsam unsere Kunden mobilisieren und ihnen ganz klar verdeutlichen, dass man ihnen hier ein St\u00fcck Freiheit nehmen will\u201c, ist Weiherer \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p> Auch Ulrich Mayer mit seinem feinen Genussfachgesch\u00e4ft \u201eSteingasse No. 7\u201c in Augsburg sieht die Problematik, dass gerade lebensfrohe, genussfreudige Menschen toleranter sind, die Dimension nicht richtig einsch\u00e4tzen und deshalb vielleicht den Weg zur Wahlurne scheuen. Deshalb will er ca. vier Wochen vor dem Volksentscheid damit beginnen, \u00fcber Plakate zu informieren. Er hofft, m\u00f6glichst alle seiner Kunden zur Wahlbeteiligung zu animieren.<\/p>\n<p> <i>Gelassenheit in Bamberg<\/i><br \/>Thomas Schmidhuber von Zigarrenhaus Riegler in H\u00f6chstadt bei Bamberg stellt fest, dass das Thema Gastrorauchverbote in seinem Kundenkreis derzeit gar nicht im Fokus steht. Er ist aber optimistisch, dass die Gesetzesversch\u00e4rfung abgelehnt wird, \u201edenn schlie\u00dflich haben fast 90 Prozent der B\u00fcrger ja nicht am Volksbegehren teilgenommen.\u201c <\/p>\n<p> Er ist \u00fcberzeugt: \u201eDie Raucher werden sich ihr Recht nicht nehmen lassen\u201c. Mit eigenen Informationsma\u00dfnahmen will er bis kurz vor dem Wahltermin warten, \u201eweil das sonst bei den Kunden wieder in Vergessenheit ger\u00e4t\u201c. Breitere Kampagnen gegen das Totalverbot will er gerne mittragen.<\/p>\n<p> <i>Fachh\u00e4ndler Falkum setzt sich vehement ein<\/i><br \/>Immer an vorderster Front im Kampf gegen ein totales Gastrorauchverbot stand und steht der Miltenberger Fachh\u00e4ndler Gerd Falkum, der sich auch in der Brancheninitiative MUT vehement f\u00fcr dieses Ziel einsetzt. <\/p>\n<p> \u201eDie Kunden sind im Regelfall nicht gut \u00fcber das Thema informiert, da hat gerade der Fachhandel eine entscheidende Aufgabe. Hier geht es um unsere Existenz, da m\u00fcssen wir k\u00e4mpfen. Und es sollte uns allen klar sein: Wenn das Totalverbot in Bayern kommt, dann wird es nach und nach auch in ganz Deutschland kommen. Solche Vorst\u00f6\u00dfe beginnen beim Tabak, werden aber, wenn sie nicht gestoppt werden, bald weitere Bereiche unseres Lebens erfassen. Daher trifft die MUT-Slogan \u201aWer in der Demokratie schl\u00e4ft, wird in der Diktatur aufwachen\u2018, den Nagel auf den Kopf. Ich hoffe, dass meine Fachhandelskollegen alle den Ernst der Lage wirklich erkannt haben und sich intensiv an der Aufkl\u00e4rungsaktion beteiligen. Wir m\u00fcssen uns heute schon auf unsere Aktivit\u00e4ten f\u00fcr den Volksentscheid vorbereiten, individuell und im Netzwerk mit anderen, auch wenn die intensive Kundenansprache fr\u00fchestens 6 Wochen vor der Wahl Sinn macht. Mit der MUT-Feuerzeugaktion werde ich einen aktiven Aufh\u00e4nger nutzen, um meine Kunden aufzukl\u00e4ren.\u201c <\/p>\n<p> (DTZ 12\/10)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweigende und nichtw\u00e4hlende Mehrheiten nutzen nichts \/ Information ist Trumpf M\u00dcNCHEN (DTZ\/fok). Am 4. Juli steht der Volksentscheid in Bayern zu einem totalen Rauchverbot in der Gastronomie an. 15 Wochen Zeit noch, um Bayerns B\u00fcrger daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass es Sinn macht, sich an dieser Wahl zu beteiligen. 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