{"id":37706,"date":"2009-06-03T22:00:00","date_gmt":"2009-06-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=37706"},"modified":"2025-03-05T07:53:36","modified_gmt":"2025-03-05T07:53:36","slug":"lotto-fachgeschaeft-der-zukunft-fuer-viele-geht-es-um-die-existenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=37706","title":{"rendered":"Lotto-Fachgesch\u00e4ft der Zukunft: F\u00fcr viele geht es um die Existenz"},"content":{"rendered":"<h3>BTWE-Podiumsdiskussion zeigt W\u00fcnsche und Grenzen auf <\/h3>\n<p> <strong>R\u00d6SRATH (DTZ\/fok).<\/strong> Zwischen dem, was sich die Lottoannahmestellen w\u00fcnschen und dem, was der Alltag ihnen bietet, klaffen gro\u00dfe L\u00fccken. Das zeigte eine Podiumsdiskussion auf der diesj\u00e4hrigen Tagung des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) erneut deutlich auf. Unter der Moderation von Dr. Wilm Schulte in seiner Funktion als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied des Lotto- und Totoverbandes der Annahmestelleninhaber in NRW standen Michael Barth, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Bremer Toto und Lotto GmbH, Hans-J\u00fcrgen G\u00e4rtner, Prokurist und Abteilungsleiter Vertrieb der Westdeutschen Lotterie, sowie Hermann Teckenburg, 1. Vorsitzender des Bundesverbands der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland, Rede und Antwort. <\/p>\n<p>[pic|157|l|||Die Auswirkungen des Gl\u00fccksspielstaatsvertrags und die problematische Entwicklung der Kernsortimente standen im Mittelpunkt der Lotto-Podiumsdiskussion.|||]<\/p>\n<p><i>Funktionierendes Vertriebsnetz <\/i><br \/> Die Frage Dr. Schultes, ob das Lottogesch\u00e4ft angesichts zahlreicher Problemfelder und Risikofaktoren \u00fcberhaupt eine Zukunft habe, beantwortete Dr. Barth mit einem klaren Ja: \u201eWir brauchen uns, wir brauchen ein funktionierendes Vertriebsnetz und sitzen deshalb im selben Boot.\u201c Andererseits machte er aber auch deutlich, dass die Politik trotz Gl\u00fccksspielstaatsvertrags zur\u00fcckhaltend in der Frage der klaren Zukunftsabsicherung f\u00fcr das bestehende Modell ist.  Hans-J\u00fcrgen G\u00e4rtner unterstrich, dass es zwischen WestLotto und den Annahmestellen bereits heute eine enge Zusammenarbeit mit vielen Gespr\u00e4chen gibt. Wie das Lottofachgesch\u00e4ft in 20 Jahren aussieht, k\u00f6nne er aber nicht beantworten. Wichtig sei, dass die Annahmestellen heute ihre Hausaufgaben machten. Und das sei, betriebswirtschaftlich gesehen, nicht immer der Fall. Jeden Monat gingen durchschnittlich zwei Annahmestellen in die Insolvenz.  <\/p>\n<p>[pic|158|r|||Die Tagungsteilnehmer aus dem Einzelhandel klinkten sich aktiv in die Diskussionsrunden ein.|||]<\/p>\n<p><i>Gl\u00fcckspielvertrag und allgemeine Handelslage<\/i><br \/> Hermann Teckenburg machte unter den Problemen f\u00fcr die Lottofachgesch\u00e4fte zwei gravierende Punkte aus: Die Folgen des Gl\u00fccksspielstaatsvertrags und die allgemeine Lage im Handel. Provokativ zeigte er sein T-Shirt mit dem Aufdruck \u201eIch bin mit der Gesamt-Situation unzufrieden\u201c und z\u00e4hlte auf: Billigsortimente, Spannenverluste, Discounterkonkurrenz. Bei Lotto in 2008 ein Umsatz-\/Ertragsr\u00fcckgang von 12 Prozent. Probleme mit Kundenkarten, unterschiedliche Regelungen bei Testk\u00e4ufen zur Kontrolle des Jugendschutzes. Gerade weil die Spannenverluste bei allen Hauptertragss\u00e4ulen Presse, Tabakwaren und Lotto festzustellen sind, sei die Situation so gef\u00e4hrlich. Hinzu komme die Kreditproblematik bei geringer Eigenkapitalausstattung. Au\u00dferdem mahnte er die Ungleichbehandlung der Annahmestellen gegen\u00fcber privaten Wettb\u00fcros an, die keinen Testk\u00e4ufen unterzogen w\u00fcrden. <\/p>\n<p> <i>Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge: Ausbleiben der gro\u00dfen Jackpots <\/i><br \/> G\u00e4rtner erl\u00e4uterte aus seiner Sicht: Die Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge bei Lotto in 2008 hingen mit dem Fehlen gr\u00f6\u00dferer Jackpots zusammen. Im bisherigen Jahresverlauf 2009 sei wieder eine Steigerung um bisher 13,4 Prozent in NRW zu verzeichnen. Spannenverluste hingen oft auch mit dem Fehlen einer vern\u00fcnftigen betriebswirtschaftlichen Steuerung der Handelsunternehmen zusammen. Die Testk\u00e4ufe, durch den Staatsvertrag bedingt, k\u00f6nnten zwar hinderlich sein, sie seien aber nicht schuld an den Gesch\u00e4ftsschlie\u00dfungen. Es gebe keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Jugendschutz und Ums\u00e4tzen. Testk\u00e4ufe k\u00f6nne WestLotto nur bei den eigenen Annahmestellen durchf\u00fchren, im Bereich privater Wettbewerber sei dies Sache der Ordnungsbeh\u00f6rden. Es sei klar, dass es ein Problem ist, den Jugendschutz nicht nur zu 99,9, sondern zu 100 Prozent zu garantieren. Aber die Annahmestellenleiter seien die im Gesch\u00e4ft daf\u00fcr Verantwortlichen. <\/p>\n<p> <i>Spannenverbesserung und Testk\u00e4ufe <\/i><br \/> In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde h\u00e4ndlerseitig die Frage aufgeworfen, warum es denn angesichts der gewachsenen Aufgaben f\u00fcr die Annahmestellen keine Spannenverbesserung gebe. Auch kam Kritik auf an \u00fcberzogenen Formen von Testk\u00e4ufen, z.B. mit gef\u00e4lschten Ausweisen, und gleichzeitig die Anregung, hier blockweit einheitliche Ma\u00dfst\u00e4be anzulegen. Auch das Konzept einer intelligenten Kundenkarte wurde in die Diskussion geworfen. G\u00e4rtner wies darauf hin, dass die Tests in NRW \u00fcberwiegend mit jungen Erwachsenen durchgef\u00fchrt w\u00fcrden, bei deren Nicht\u00fcberpr\u00fcfung zun\u00e4chst einmal mit Mahnungen, Nachschulungen und erst dann mit K\u00fcndigungen reagiert werde.  Dem Hinweis Teckenburgs, dass bei einem R\u00fcckgang des Ertraganteils aus Tabakwaren, Presse, Lotto von heute durchschnittlich 80 Prozent am Gesamtumsatz der Annahmestellen k\u00fcnftig vermutlich nur noch 65 Prozent erwirtschaftet w\u00fcrden, begegnete G\u00e4rtner mit der Aussage: Lotto ist ein Pfropfring, den es durch geeignete Reiser zu veredeln gilt. Michael Barth hob die Rolle von Lotto als Frequenzbringer hervor. <\/p>\n<p> <i>Modernisierung des Systems<\/i><br \/> Die Anregung aus dem Teilnehmerkreis, Lotto zu modernisieren, andere Spielformen zu kreieren und den Einsatz mit attraktiven Gewinnpl\u00e4nen zu erh\u00f6hen, begr\u00fc\u00dfte Barth, der Lotto-Block sei in den letzten Jahren beweglicher geworden. Auf die Euro-Lotterie angesprochen, sagte er aber, derzeit sei die Zeit daf\u00fcr noch nicht reif. Dann schlug er den Bogen von der politischen Bedeutung der Annahmestellen als Mittelstand und Nahraumversorger zu den dazu notwendigen Sortimenten und Sortimentserg\u00e4nzungen f\u00fcr deren Zukunftssicherung, in die sich auch die Bremer Lottogesellschaft durch geeignete Marktforschung einbringe. Zu den Forderungen nach Spannenerh\u00f6hungen, empfahl er, mit der Politik zu reden, denn der Gro\u00dfteil des Geldes gehe an den Staat. Er sprach aber auch seine \u00dcberzeugung aus, dass reine Margenverbesserungen nicht zum dauerhaften \u00dcberleben gef\u00e4hrdeter Annahmestellen f\u00fchrten. In NRW waren Bem\u00fchungen um eine Dotierung f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Arbeitsaufwand durchaus von Erfolg gekr\u00f6nt, unterstrich Dr. Schulte mit Hinweis auf den Betrag von 1,3 Mio. Euro, der als Unterst\u00fctzung f\u00fcr die besonderen Belastungen an die Annahmestellen ausgezahlt worden war.  <\/p>\n<p> <i>Aktiv verkaufen <\/i><br \/> Einig waren sich Podiumsdiskutanten und Tagungsteilnehmer, dass man klar zu den eigenen Produkten stehen und aktiv verkaufen m\u00fcsse. <\/p>\n<p> (DTZ 23\/09)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BTWE-Podiumsdiskussion zeigt W\u00fcnsche und Grenzen auf R\u00d6SRATH (DTZ\/fok). Zwischen dem, was sich die Lottoannahmestellen w\u00fcnschen und dem, was der Alltag ihnen bietet, klaffen gro\u00dfe L\u00fccken. Das zeigte eine Podiumsdiskussion auf der diesj\u00e4hrigen Tagung des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) erneut deutlich auf. Unter der Moderation von Dr. Wilm Schulte in seiner Funktion als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Vorstandsmitglied des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-37706","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37706"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37706\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}