{"id":37138,"date":"2008-08-13T22:00:00","date_gmt":"2008-08-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=37138"},"modified":"2025-03-05T07:53:27","modified_gmt":"2025-03-05T07:53:27","slug":"bundes-und-landtagsabgeordnete-zeigen-kein-bisschen-verstaendnis-fuer-unsere-noete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=37138","title":{"rendered":"Bundes- und Landtagsabgeordnete zeigen kein bisschen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unsere N\u00f6te"},"content":{"rendered":"<h3>Allg\u00e4uer Tabakwarenh\u00e4ndler Gerhard Raupold: Statt der erhofften Planungssicherheit gab es Rauchverbote<\/h3>\n<p>[pic|71|l|||Der bayerischen Fachh\u00e4ndler Gerhard Raupold sieht seine Kollegen und sich nicht nur von Bundes- und Landtagsabgeordneten im Stich gelassen, sondern dar\u00fcber hinaus von ihren Entscheidungen unter Druck gesetzt.|||]<\/p>\n<p><strong>GROSSHANDEL<\/strong><\/p>\n<p> <strong>SONTHOFEN (DTZ\/kdp).<\/strong> Die Ver\u00e4nderungen im deutschen Zigarettenmarkt haben wesentlich den Tabakwarengro\u00dfhandel im Automatenbereich getroffen. Daten und Fakten zur erfolgreichen F\u00fchrung eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmens ver\u00e4nderten sich in wenigen Jahren drastisch. Sowohl politische Rahmenbedingungen wie auch Entscheidungen von Marktpartnern sind f\u00fcr Gerhard Raupold an dieser Entwicklung beteiligt. Der Inhaber von \u201eTabakhaus Raupold\u201c in Sonthofen im Allg\u00e4u betreibt in dritter Generation einen Gro\u00dfhandel mit rund 600 Automaten, die wesentlich in der Gastronomie der Urlaubsregion Oberallg\u00e4u anzutreffen sind, und ein Spezial-Fachgesch\u00e4ft am Sitz des Unternehmens in der Sonthofener Innenstadt. Zu den aktuellen Problemen \u00e4u\u00dferte sich der Inhaber in einem Gespr\u00e4ch mit DTZ.<\/p>\n<p> <i>DTZ:<\/i> Wie beurteilen Sie die bis heute vollzogene Entwicklung ?<br \/> <i>Gerhard Raupold: <\/i>Kannte man bisher das \u201eDamoklesschwert\u201c eines m\u00f6glichen Verbotes von Au\u00dfenautomaten durch die Politik, so scheint diese Sorge von der Existenzangst abgel\u00f6st, die alle Bereiche eines bisher funktionierenden Gro\u00dfhandels erfasst hat. Dabei darf nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass die gro\u00dfe Zahl von Au\u00dfenautomaten auch die Politik ermuntert hat, diesen Vertriebsweg \u00fcber Jahre recht kritisch zu begleiten. <br \/> Im Vorfeld der Automatenumstellung auf Jugendschutz haben wir alle erreichbaren Landtagsabgeordneten und auch unsere Bundestagsabgeordneten mit der zu erwartenden Problematik vertraut gemacht. Gesp\u00fcrt habe ich lediglich Ablehnung und kein bisschen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unsere N\u00f6te.<\/p>\n<p> <i>DTZ: <\/i>Welche Ver\u00e4nderung und Herausforderung macht Ihnen derzeit besonders zu schaffen?<br \/> <i>Gerhard Raupold:<\/i> Wenn man sich f\u00fcr den Jugendschutz wie unsere Branche mit au\u00dferordentlich hohen Investitionen einsetzt, m\u00fcsste eigentlich Planungssicherheit f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum gew\u00e4hrleistet sein. Statt dessen kommt es \u201ekn\u00fcppeldick\u201c mit dem Nichtraucherschutzgesetz des Freistaates Bayern. Generelles Rauchverbot in der Gastronomie und \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden (Ausnahme lediglich geschlossene Gesellschaften und Raucherclubs) behindern den Automaten noch einmal zus\u00e4tzlich. Nicht ohne H\u00e4me erhielt ich aus dem Rathaus einen Anruf, \u201eda ja hier nicht mehr geraucht werden d\u00fcrfe, k\u00f6nne ich den Automat abholen\u201c. Ich hoffe nicht, dass das ein Vorgeschmack auf weitere Abbauten sein wird. Tendenziell kommen die meisten Gastwirte ihren rauchenden Kunden entgegen. Spezielle Bistrotische und auch Raucherecken vor den Lokalen sind zumeist die Regel. <\/p>\n<p> <i>DTZ: <\/i>Gibt es einen Bereich, der Ihnen Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt beziehungsweise f\u00fcr Ihre Belange besonders aufgeschlossen ist?<br \/> Gerhard Raupold: Bei meinen bedeutenden Lieferanten f\u00fcr Zigaretten und Feinschnitt habe ich das Gef\u00fchl, dass das Management sich mit den aktuellen Gegebenheiten abgefunden hat. Widerstand empfinde ich gegenw\u00e4rtig nur in der Gastronomie, die genau wie wir mit den Folgen der Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge zu k\u00e4mpfen hat. <br \/> Auch missf\u00e4llt mir besonders, dass der gr\u00f6\u00dfte Anbieter, Philip Morris, seine Abnahmemengen so erh\u00f6ht hat, dass ich meine Disposition erheblich ver\u00e4ndern musste. Bei den bekannten Umsatzr\u00fcckg\u00e4ngen, die Abnahmemengen zu erh\u00f6hen, bleibt mir unverst\u00e4ndlich. Unterst\u00fctzung und Ver\u00e4nderungen verspreche ich mir von der anstehenden Landtagswahl im Freistaat Bayern. Die FDP hat eine offensive Kampagne mit dem Titel gestartet: \u201eWarum Bayern Freistaat hei\u00dft?  Weil Verbotsstaat bl\u00f6d klingt.\u201c<br \/> Dazu die Erg\u00e4nzung: \u201eNichtraucherschutz ist wichtig. Eigenverantwortung bayerischer Wirte und G\u00e4ste aber auch.\u201c<br \/> Davon verspreche ich mir sehr viel Wirkung. Zur Unterst\u00fctzung dieser Kampagne und der Partei werden von uns Prospekte und Folder breitfl\u00e4chig verteilt. Mit einem guten Wahlergebnis d\u00fcrfte die FDP Einfluss gewinnen, ihr Ziel zu erreichen, dass Hotels und Gastst\u00e4tten sich entscheiden sollen, ob sie rauchfrei sein wollen oder nicht beziehungsweise getrennte R\u00e4ume f\u00fcr Raucher und Nichtraucher anbieten. Auch \u201eFreie W\u00e4hlergemeinschaften\u201c haben dieses f\u00fcr uns wichtige Thema f\u00fcr sich entdeckt.<\/p>\n<p> <i>DTZ: <\/i>Wie weit sind Sie mit der Automatenumstellung zum Thema \u201eZugang von 16 auf 18 Jahre erh\u00f6hen\u201c?<br \/> <i>Gerhard Raupold:<\/i> Bei diesem Thema bin ich in Sorge, weil der Gesetzgeber die Umstellung bis zum 1. Januar 2009 vorschreibt. Bisher liegen die geeigneten Programme von etwa 15 Anbietern nicht vor beziehungsweise sie befinden sich noch im Teststadium. Offensichtlich ist keiner der Automatenanbieter in der Lage eine passende Software zu liefern.<br \/> Unabh\u00e4ngig von der Umstellungsproblematik sind wir mit unseren Automaten dann der einzige Vertriebsweg, der l\u00fcckenlos Jugendschutz beim Zigarettenverkauf anbietet. Das m\u00fcsste die Politik eigentlich honorieren.<\/p>\n<p> <i>DTZ: <\/i>Mit den gegebenen Widrigkeiten zu wirtschaften, hei\u00dft auch eine Reihe von Ma\u00dfnahmen umzusetzen, um \u201eeinigerma\u00dfen\u201c \u00fcber die Runden zu kommen. Worauf haben Sie sich konzentriert?<br \/> <i>Gerhard Raupold:<\/i> Es sind nat\u00fcrlich die bekannten Ma\u00dfnahmen, nur war der Druck zur Ver\u00e4nderung noch nie so gro\u00df wie heute.<br \/> Kostenmanagement stand obenan, weil an Steigerungen im Umsatzbereich nicht zu denken war. Besuchsfolge, Warenbestand, F\u00fcllrhythmen mussten neu justiert werden. Anzahl der Mitarbeiter war nat\u00fcrlich auch ein Thema, wie auch eine noch bessere Koordination aller Fahrstrecken besonders in einem l\u00e4ndlich strukturierten Gebiet wie bei uns, ohne den Service zu vernachl\u00e4ssigen.<br \/>  Es bleibt auch zu erw\u00e4hnen, dass sich die Kosten des Geldverkehrs bei den heutigen Abrechnungsmodalit\u00e4ten verteuert haben, nat\u00fcrlich auch erheblich die Fahrkosten und sonstige Belastungen.<br \/> Eine w\u00fcnschenswerte Hilfe k\u00f6nnte eine Ertragsverbesserung beim Warenbezug sein. Offensichtlich bestehen Absichten, die Margen zu verbessern \u2013 eine f\u00fcr uns existenzielle Frage.<br \/> Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass sich die pr\u00e4genden Anbieter auf eine notwendige Handelsunterst\u00fctzung einigen. <\/p>\n<p> (DTZ 33\/08)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allg\u00e4uer Tabakwarenh\u00e4ndler Gerhard Raupold: Statt der erhofften Planungssicherheit gab es Rauchverbote [pic|71|l|||Der bayerischen Fachh\u00e4ndler Gerhard Raupold sieht seine Kollegen und sich nicht nur von Bundes- und Landtagsabgeordneten im Stich gelassen, sondern dar\u00fcber hinaus von ihren Entscheidungen unter Druck gesetzt.|||] GROSSHANDEL SONTHOFEN (DTZ\/kdp). Die Ver\u00e4nderungen im deutschen Zigarettenmarkt haben wesentlich den Tabakwarengro\u00dfhandel im Automatenbereich getroffen. 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