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  • Insolvenzen drohen

    BERLIN // Die Entwicklung des Einzelhandels verlief im vergangenen Jahr extrem unterschiedlich. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach erzielte die Branche insgesamt zwar ein Umsatzplus von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der Textilhandel aber verlor knapp ein Viertel seiner Umsätze.

    Notlage
    Aufgrund der akuten Notlage vieler Handelsunternehmen im aktuellen Lockdown fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) von der Politik die schnelle Anpassung und Auszahlung der Überbrückungshilfen sowie konkrete Festlegungen, wann und unter welchen Rahmenbedingungen eine Wiedereröffnung der Geschäfte erfolgen kann.

    Entwicklungen
    Ursachen dieser extrem unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der Branche sind die Corona-Krise und die zur Eindämmung der Pandemie angeordneten Maßnahmen. So verlor der ab Mitte Dezember geschlossene Bekleidungshandel im letzten Monat des Jahres mehr als 40 Prozent seines Geschäfts. Der Online-Handel dagegen wuchs im gleichen Zeitraum um mehr als 30 Prozent. „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht entschlossener als bisher ihre Unterstützungsprogramme an die Realitäten im Einzelhandel anpasst, dann treibt die Corona-Krise viele Handelsunternehmen in die Insolvenz“, so Genth. Die Anpassungen bei der Überbrückungshilfe 3 müssten rasch und konsequent umgesetzt werden, sonst sei es für viele Händler und viele Innenstädte zu spät.

    Strategie
    Zudem fordert der HDE eine langfristig tragfähige Strategie zum Umgang mit der Pandemie. „Die Unternehmen brauchen Verlässlichkeit. Wir benötigen einen transparenten Plan für einen Ausstieg aus dem Lockdown, der sich an realistischen und fundierten Indikatoren orientiert“, so Genth weiter. Ein solcher Plan müsse Ergebnis einer breiten gesellschaftlichen Debatte sein.

    vi

  • Wirtschaftlich „ein gutes Jahr“

    AUGSBURG // In der Rückblick-Reihe in puncto RBA steht der Tabak Zeitung diesmal Jörg Gerteisen als Geschäftsführer von Hauser Rede und Antwort und berichtet, wie er das Corona-Jahr 2020 erlebt hat.

    Corona hat das Jahr 2020 geprägt. Wie hat sich dies aus Ihrer Sicht auf den RBA-Markt ausgewirkt?
    Jörg Gerteisen: Im Wesentlichen hat Corona dazu geführt, dass höherwertige RBA-Artikel im stationären Handel weniger gekauft worden sind. Impuls- und Stöberkäufe sind für unsere Artikel sehr wichtig. Hierzu benötigen die Kunden eine gewisse Zeit. Diese war durch Corona nicht gegeben. Gleichzeitig hatten die Händler immense Herausforderungen zu bewältigen, die nicht dazu geführt haben, dass mehr Zeit war und der Fokus auf den höherwertigen Artikeln lag. Allerdings haben wir deutlich mehr Verbrauchsartikel verkauft und stellen einen höheren Konsum fest. Der Online-Handel hat das ganze Jahr über eine sehr große Bedeutung eingenommen.


    In welchem Ausmaß war Ihr Unternehmen von der Corona-Pandemie betroffen?

    Gerteisen: Während der ersten Welle hatten wir aufgrund der Unsicherheit im Handel starke Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Zeitgleich waren wir während der Kurzarbeit teilweise im Homeoffice und mussten unsere Organisation anpassen und umstellen. Insgesamt haben sich unsere Warengruppen und Vertriebskanäle durch die Pandemie stark verlagert. Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens haben wir quasi an keiner Messeveranstaltung teilgenommen. Unsere Pläne, das 80-jährige Bestehen zu feiern sind leider ebenso alle über Bord gegangen.

    Wie sieht Ihre Bilanz des Jahres 2020 insgesamt aus?
    Gerteisen: Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir in Anbetracht der Lage unterm Strich nicht stark betroffen und weiter alle bei guter Gesundheit sind. Wirtschaftlich können wir das Jahr sogar als gut bezeichnen.

    Was war Ihr erfolgreichstes Produkt und wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
    Gerteisen: Unser erfolgreichstes Produkt 2020 war unsere im Jahr 2019 eingeführte Zigarettenmarke King. Der Erfolg kommt aus der wachsenden Distribution bei gleichzeitig steigender Beliebtheit beim Konsumenten. Das Preis-Leistungsverhältnis bei diesem Produkt ist äußerst gut.

    Was erwarten Sie von den kommenden Monaten?
    Gerteisen: Wir erwarten weiter eine angespannte Situation, vor allem im stationären Handel. Die Kundenfrequenzen werden weiter zurückgehen. Somit sind auch Innenstädte und Einkaufszentren gefährdet. Ebenso erwarten wir durch Corona einen Rückgang der Alltagsmobilität, weil sich Heimarbeit auch nach Corona stärker festigen wird und somit weniger Verkehrsfrequenz vorherrschen wird. Das hat alles Einfluss auf unsere stationären Kunden im Tabakwarenhandel. Die Gewinner dieser Situation werden die Online-Händler sein. Wir müssen uns dieser Situation als Unternehmen stellen.

    Haben Sie schon Ideen, mit welchen Artikeln Sie den Tabakwarenmarkt in nächster Zeit gestalten wollen?
    Gerteisen: Wir werden den Markt weiter mit Mentholersatz-Produkten beleben, als auch im Segment der Shisha-Tabake innovativ bleiben. 2021 werden wir auch unsere eingeführte Marke „Tortuga Verde“ stärker am POS in Szene setzen. Die Warengruppe Zigarette werden wir in Kürze zusätzlich mit einem neuen Artikel beleben. In jedem Fall möchten wir weiter unsere Innovationsrate bei klassischem RBA hochhalten und unsere Erzeugnisse mit neuen Designs und Farben versehen.

    Sie sind ja ausdrücklich der Partner des Fachhandels. Wie kann diese Zusammenarbeit noch intensiver werden?
    Gerteisen: Wir sind sehr stark mit der Optimierung unseres Webshops beschäftigt und haben hier die Navigationsstruktur deutlich vereinfacht. Somit können unsere Kunden ihre Bestellungen noch schneller tätigen und sowohl intuitiv als auch zielgerichtet durch unser Sortiment steuern. Gleichzeitig setzen wir weiter mit unserer Außendienstmannschaft in Deutschland und Österreich, aber auch mit unserem verstärkten Innendienst auf Beratung und Service. Immer mit dem Ziel den Mehrwert für unsere Kunden zu erhöhen.

    Herr Gerteisen, herzlichen Dank und Ihnen und Ihren Mitarbeitern weiter viel Erfolg.

    jgw

  • Robustes Wachstum trotz der Corona-Krise

    FRECHEN // Trotz Corona-bedingter Geschäftsschließungen erzielte die DTV Tabak 2020 mit den von der Großhandelsgruppe belieferten Einzelhandels- und Tankstellenshops ein Umsatzplus. Vier Milliarden Euro stehen in der Unternehmensbilanz. Das entspricht einem Wachstum von fünf Prozent gegenüber 2019.

    Wesentliche Gründe für den Erfolg
    Die DTV Tabak-Gruppe – das sind zwölf regional führende Fachgroßhandlungen in Deutschland – hat damit ihren Vorsprung als die Nummer 1 unter den Tabakwarenfachhandelsgruppen Deutschlands weiter ausgebaut. Bernd Eßer, Geschäftsführer der Gruppe, nennt drei wesentliche Gründe für den Erfolg: „Erstens konnten sich unsere Kunden in einem schwierigen Umfeld voll auf unsere zuverlässige Warenversorgung verlassen. Zweitens haben wir die engagierten Partner im Handel, welche die Krise als Herausforderung angenommen und erfolgreich bewältigt haben. Leider aber mussten einige unter den nicht durch sie zu verantwortenden Geschäftsschließungen leiden. Nicht zuletzt und drittens haben die Partner auf unsere Leistungsfähigkeit vertraut – diese Aussage gilt sowohl für unsere Bestandskunden wie auch für neue Kunden, die wir in dieser Zeit gewinnen konnten.“

    Zuverlässig Belieferung
    Im Großhandelsgeschäft mit dem Einzelhandel erzielte die DTV Tabak-Gruppe sogar ein Umsatzplus von 9,2 Prozent. Aktuell werden in Deutschland über 15 000 Absatzstellen beliefert. Tabakwaren ist deren Kerngeschäft, welches die entscheidende Grundlage für Umsatz und ‧Ertrag der Shops bildet. Bernd Eßer: „Partnerschaft ist der Motor der Zusammenarbeit. Zuverlässige Belieferung, attraktive Konditionen, monatliche Aktionsangebote, regionale Nähe zum Großhandelspartner und dessen Beratung sind Fakten, die im Ergebnis für eine langjährige Zusammenarbeit auf sicherer Basis sprechen.“


    Automatengeschäft

    Im Automatengeschäft hinterlässt die Corona-Pandemie Spuren. Der Umsatz mit den rund 87 000 Automaten sank im Vergleich zu 2019 um 6,7 Prozent. Allerdings ging auch die Anzahl der Automaten um vier Prozent zurück.

    Mit 1768 Vollzeitmitarbeitern (1,7 Prozent mehr als 2019), eigener Lieferfahrzeugflotte (950 Fahrzeuge) und 32 DTV-Beratern vor Ort garantiert die Gruppe laut Eßer die Kundennähe in Beratung und zuverlässige Belieferung.


    Kundenorientierte Lösungen

    „Im Jahr 2020 konnten wir zeigen, wie mit flexiblen, kundenorientierten Lösungen eine Warenversorgung optimal funktioniert, damit der Einzelhandel weiter verkaufen kann. 2021 wird das nicht anders sein“, betont der DTV-Geschäftsführer und fügt hinzu: „Wir gehen das Jahr optimistisch an.“


    pnf

  • Keine Erhöhung

    BERLIN // Derzeit liegen keine Pläne zur Erhöhung der Tabaksteuer vor. Das erklärt die Bundesregierung in einer Antwort (19 / 26014) auf eine Kleine Anfrage (19 / 25566) der Fraktion Die Linke.

    Nachhaltigkeitsstrategie
    Weiter heißt es, dass sich die Regierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auf eine Senkung der Raucherquote bis zum Jahr 2030 verpflichtet. Im Jahr 2015 seien zudem Ziele definiert worden, die Jugendliche und junge Erwachsene zum Nichtrauchen animieren, den Rauchstopp in allen Altersgruppen erhöhen sowie einen Schutz vor Passivrauchen gewährleisten sollen.

    red

  • „Eine vertane Chance“

    BERLIN // Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) gibt regelmäßig Leitlinien zum Umgang mit den unterschiedlichsten medizinischen Fragestellungen heraus. Jetzt stand das Thema Rauchen wieder einmal auf der Agenda.

    Alternativen
    Dazu stellt Alexander Nussbaum, Head of Scientific & Medical Affairs der Philip Morris GmbH, fest, die neue Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung“ sehe zwar in der vollständigen Substitution des Zigarettenkonsums durch verbrennungsfreie Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer „eine weniger gesundheitsgefährdende Alternative“ zum Weiterrauchen. Trotzdem empfehle sie weder E-Zigaretten noch Tabakerhitzer formal als Strategie für den Rauchstopp. Da die Leitlinie für diese widersprüchliche Bewertung bedeutende unabhängige Studien aus dem vergangenen Jahr nicht berücksichtigt habe, sei sie schon mit dem Erscheinen veraltet.

    Erfolgsquote
    Dabei versuchten mittlerweile weniger als 20 Prozent der rund 17 Millionen Raucher in Deutschland ernsthaft, mit dem Rauchen aufzuhören – und die Erfolgsquote bewege sich je nach Methode bei lediglich fünf bis 30 Prozent. E-Zigaretten seien dabei das häufigste Hilfsmittel, um den Konsum von Verbrennungszigaretten hinter sich zu lassen.


    Tabakerhitzer

    Allerdings, so beanstandet Nussbaum, würden mittlerweile zwar auch Tabakerhitzer von unabhängigen Behörden als signifikant schadstoffreduzierte Alternative zu Verbrennungszigaretten bewertet. Auch in der neuen Leitlinie finden diese Produkte erstmalig Erwähnung. Aber: Daraus wird keine Empfehlung zum Einsatz von Tabak-erhitzern zur Schadensminderung abgeleitet. Begründet wird dies mit dem Fehlen geeigneter Modelle für die Risikobewertung. Die Bewertung eines Tabakerhitzers durch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) bleibt in der Leitlinie ebenso unerwähnt wie ein von einer niederländischen Behörde entwickeltes Modell zur Schätzung des Krebsrisikos durch Nikotinprodukte. Letzteres berechnete ein im Vergleich zu Verbrennungszigaretten zehn– bis 25-fach niedrigeres Krebspotenzial von Tabakerhitzern. „Damit“, so Nussbaum, „ist die neue Rauchstopp-Leitlinie auch hinsichtlich der Fachliteratur zu Tabakerhitzern nicht auf dem neuesten Stand und lückenhaft.“

    Zentrales Gesundheitsthema
    Auch Suchtexperte Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences kritisiert die neue Leitlinie: „Es ist mir vollkommen schleierhaft, wie es passieren konnte, dass ausgerechnet bei einem der zentralen Gesundheitsthemen der Republik, der Rauchentwöhnung, die jüngsten Erkenntnisse zur Schadensminimierung ignoriert wurden.“

    Appell
    Stöver bedauert, dass sich die Arbeitsgemeinschaft nicht dem Appell der mitherausgebenden „Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin“ (DGS) angeschlossen hat, die gefordert hatte, die E-Zigarette zur Unterstützung der Tabakabstinenz zu berücksichtigen. „Diese Empfehlung der DGS zu ignorieren, ist für mich einer der zentralen Schwachpunkte in der Leitlinie“, so Stöver.

    Fazit
    Sein Fazit: „Den Schaden haben die Raucher, die von der Zigarette loskommen wollen. Die Leitlinie fährt weiter den Kurs einer rückwärtsgewandten Antiraucherpolitik. Raucher scheitern regelmäßig daran, von jetzt auf gleich aufzuhören. Die Abhängigkeit ist zu stark. Ihnen wäre aber sehr geholfen, wenn Ärzte ihnen zum Umstieg auf weniger schädliche Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer oder tabakfreie Nikotinprodukte raten würden. Aber alles, was Ärzte in der Leitlinie finden, sind gutgemeinte, aber in der Praxis unwirksame, im Lebensalltag der Raucher oft ungenutzte Hilfestellungen zur Rauchentwöhnung. Da die Leitlinien eine Gültigkeit für die nächsten fünf Jahre besitzen, wird deutlich, welche Chance vertan wurde.“

    Es sei wahrscheinlicher, dass Menschen viele kleine Schritte unternähmen, als ein oder zwei große, besonders wenn es um süchtig machende Substanzen gehe.

    red

  • Mit Optimismus ins Jahr 2021

    MAINZ // DTZ hat Branchenvertreter gefragt, wie sie das Jahr 2021 sehen und wie ihre Erwartungen sind. In den folgenden Ausgaben drucken wir die Statements ab. In Folge 6: Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ).

    Omnipräsente Thema Corona
    Der Bundesverband der Zigarrenindustrie als der Ansprechpartner für alle relevanten Fragen rund um das Thema Zigarren und Zigarillos blickt auf das vergangene Jahr, aber auch auf 2021, mit einer vorsichtig optimistischen Einstellung. Das zurückliegende Jahr und der Beginn 2021 waren und sind sicherlich geprägt durch das omnipräsente Thema Corona, welches teilweise Auswirkungen auf die Absatzkanäle – zumindest bei vereinzelten Schließungen im gehobenen Fachhandel – hatte, aber auch zu Änderungen in den Abläufen in den Unternehmen geführt hat. Es ist offensichtlich, dass diese Problematiken uns auch weit durch das Jahr 2021 verfolgen werden, und es bleibt zu hoffen, dass die Auswirkungen auf den Fachhandel nicht zu gravierend sein werden.

    Leicht positiver Trend
    Ansonsten blicken die Mitglieder des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie auf ein stabiles bis positives Jahr 2020 zurück. Das Statistische Bundesamt hatte berichtet, dass im Kalenderjahr 2020 bei Zigarren und Zigarillos ein leichter Anstieg von 3,7 Prozent auf ein Volumen von 2,742 Milliarden Stück gegenüber 2,644 Milliarden Stück im Jahr 2019 zu verzeichnen war. Der BdZ kann einen leicht positiven Trend für 2020 bestätigen; demnach haben Homeoffice und die Verschiebungen bei den Ausgaben der Konsumenten sowie der Wegfall des Auslandsurlaubes zu einer leicht erhöhten Nachfrage nach Zigarren geführt. Aber: Dieser ist nicht so hoch ausgefallen wie vom Statistischen Bundesamt berichtet. Der BdZ geht von einem stabilen bis leicht steigenden Markt für 2020 aus und möchte auf den wesentlich aussagefähigeren, langfristigen Trend verweisen, der zeigt, dass diverse fiskalpolitische Instrumente – insbesondere zwei Änderungen bei der steuerrechtlichen Definition und die Einführung einer Mindeststeuer – dazu geführt haben, dass sich der Markt seit 2007 mehr als halbiert hat. Seither behaupten sich Zigarren und Zigarillos in der Nische für anspruchsvolle Genießer.


    Regulierung

    Das Jahr 2020 war aber auch von regulatorischen Änderungen geprägt, die Auswirkungen auf das Kalenderjahr 2021 und die Folgejahre haben werden. An erster Stelle ist hier sicherlich das Dauerthema Tabakaußenwerbeverbot zu nennen. Die Möglichkeit, Außenwerbung für traditionelle Tabakprodukte in der bisherigen Form zu betreiben läuft Ende des Jahres 2021 aus. Der BdZ hat sich im parlamentarischen Prozess dafür eingesetzt, dass zumindest die Abgabe von Rauchproben für Zigarren und Zigarillos erlaubt bleibt. Hierbei – wie auch bei anderen Regulierungsmaßnahmen – spielte die Tatsache, dass Zigarren und Zigarillos Genussartikel sind, die keiner Jugendschutzproblematik unterliegen, eine wesentliche argumentative Rolle.

    Einwegplastik
    Ein weiteres Themengebiet sind die Konsequenzen, die aus der Einwegplastik-Richtlinie für Tabakprodukte entstehen. In einem ersten Schritt müssen die Verpackungen für Tabakprodukte mit Filtern oder für Filter, die Plastik enthalten, zum 3. Juli 2021 eine entsprechende Markierung enthalten. Der BdZ hat sich auf nationaler und auf europäischer Ebene dafür eingesetzt, dass es zu einer für die Produktkategorie praktikablen Lösung kommt.


    Richtlinie für Hersteller

    Auch hier muss leider erkannt werden, dass die Regeln einer Richtlinie für die Hersteller zeitgenau umgesetzt werden, die EU-Kommission sich aber an die selbst formulierten Vorgaben nicht hält. So hätte der entsprechende europäische Durchführungsrechtsakt eigentlich schon am 3. Juli 2020 und nicht erst Ende 2020 (und in fehlerhafter Form) vorliegen müssen, so dass die Hersteller ein Jahr Zeit für die Umsetzung gehabt hätten. Das fehlende halbe Jahr führt bei den mittelständischen Herstellern der Zigarrenindustrie nun zu großen Problemen und in letzter Konsequenz zu teuren Vernichtungen von Verpackungsmaterial.

    Verbunden mit der Thematik der Einwegkunststoffrichtlinie ist das Thema der Kostenübernahme durch die Hersteller. Hier arbeitet der BdZ mit den anderen betroffenen Verbänden an einer sinnvollen und umsetzbaren Regelung für die Zukunft.


    Dauerbrenner Track & Trace

    Ein Dauerbrenner der Verbandsarbeit und vor allem für die Mitglieder des BdZ ist das Thema Track & Trace. Auch wenn die entsprechenden Regelungen für Zigarren und Zigarillos erst zum Mai 2024 umzusetzen sind, drängt die Zeit, denn die Anforderungen für die mittelständische Zigarrenindustrie sind immens. Der BdZ hat gegenüber der Politik immer wieder auf die Unverhältnismäßigkeit dieser Reglung hingewiesen, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen werden für die Unternehmen gravierend sein, ohne dass sie dem eigentlichen Ziel der Verhinderung des Tabakschmuggels dienen, denn dieser liegt in dieser Produktgattung nicht vor. Der BdZ hat eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet, in der sich die Mitglieder des BdZ mit der Materie beschäftigen.

    Ein wesentlicher Aspekt der Verbandsarbeit des BdZ wird auch in Zukunft sein, dass er sich für die besondere Stellung von Zigarren und Zigarillos im Tabakmarkt einsetzt. Sämtliche Statistiken belegen, dass es sich bei Zigarren und Zigarillos um ein echtes Genussgut handelt, welches nur gelegentlich und meist von Männern gehobenen Alters geraucht wird. Ein Jugendschutzproblem, das immer wieder als Grundlage für strengere Regulierungen zitiert wird, gibt es bei dieser Produktgattung nicht. Außerdem hatten wir 2020 eine Reihe an Veranstaltungen mit den Botschaften anderer Herstellerländer geplant, um die wirtschaftliche Bedeutung der Zigarrenherstellung aber auch des Tabakanbaus zu dokumentieren. Nach der Veranstaltung mit der Botschaft der Dominikanischen Republik mussten wir diese Veranstaltungsreihe wegen Corona unterbrechen, hoffen aber auf neue Veranstaltungen im Kalenderjahr 2021, sobald solche Events wieder ohne Risiko durchzuführen sind.

    Fazit
    Für den BdZ ist es sehr erfreulich, dass Zigarren und Zigarillos durch die Öffentlichkeit als besonderes Kultur- und Genussgut wahrgenommen werden. Dies gibt dem Verband und seinen Mitgliedern den Optimismus, in einem immer schwierigeren regulatorischen Umfeld positiv in die Zukunft und in das Jahr 2021 zu schauen. Der BdZ würde sich natürlich freuen, wenn weitere Hersteller oder Importeure die Verbandsarbeit durch eine Mitgliedschaft unterstützen würden, um somit den mittelständischen Unternehmen der Tabakindustrie ein noch stärkeres Gewicht zu geben.

    Bodo Mehrlein

  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    nach einem tiefen Blick in meine Glaskugel habe ich festgestellt: Im Jahr 2025 rollt in der 17. Welle die nepalesische Mutation auf uns zu. Sie könnte tödlicher und ansteckender sein als alle anderen Mutationen. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Indem wir jetzt die Grenzen schließen und in einen anhaltenden Lockdown gehen.

    „Bananenrepublik"
    Im Ernst: Anders als mit Sarkasmus lässt sich die aktuelle Situation nicht mehr ertragen. Was sich im politischen Berlin zurzeit abspielt, würde besser in eine autokratische Bananenrepublik passen, wobei ich mich bei allen „Bananenrepubliken“ entschuldige.


    Expertenmeinungen

    Und wie mit auch nur leicht abweichenden Meinungen umgegangen wird, zeigt sich im staatstragenden Interview des „Spiegel“, der den Charité-Virologen Christian Drosten befragt hat. Die beiden gesprächsführenden Redakteurinnen fragen: „Einen größeren Schaden als Corona-Leugner haben im vergangenen Jahr wohl Experten angerichtet, die immer wieder gegen wissenschaftlich begründete Maßnahmen argumentiert haben, zum Beispiel Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck.

    Qualitätsjournalismus
    Priorität müsse es haben, die Risikogruppen zu schützen, hörte man oft aus diesem Lager. Dabei ist längst klar, dass das bei hohen Fallzahlen nicht funktioniert. Wann platzt Ihnen der Kragen?“ Aber statt dass Drosten der Kragen platzt und er die Spiegel-Frauen darauf hinweist, dass sie gerade versuchen, auf dem Umweg über ihn zwei renommierte Experten zu diffamieren, weicht er in der Antwort aus. Eine persönliche Anmerkung: Ich habe im vergangenen Jahr mein Spiegel-Abo nach über 30 Jahren gekündigt – aus Ärger über die Corona-Berichterstattung. Ausgewogener Qualitätsjournalismus sieht meiner Ansicht nach anders aus.

    Fallzahlen
    Haben Sie mitbekommen, dass die WHO die Pandemie faktisch für beendet erklärt hat? Naja, ganz so war es natürlich nicht, aber die Organisation hat am 20. Januar ein Informationspapier herausgegeben, in dem es unter anderem heißt: „Die meisten PCR-Tests sind als Diagnosehilfe ausgewiesen. Daher müssen Gesundheitsdienstleister jedes Ergebnis in Kombination mit dem Zeitpunkt der Probenahme, dem Probentyp, den Testspezifikationen, den klinischen Beobachtungen, der Patientenanamnese, dem bestätigten Status von Kontakten und epidemiologischen Informationen berücksichtigen.“ So sollten insbesondere die Ct-Werte angegeben und berücksichtigt werden. Experten schätzen, dass die „Fallzahlen“ bei Befolgen dieser Information um 50 bis 90 Prozent zurückgehen würden. Was das für die berüchtigten Inzidenzen ausmachen würde, kann sich der geneigte Leser selbst ausmalen.

    Übrigens
    Übrigens: Im nächsten Leben werde ich Apotheker. Dazu muss ich etwas ausholen. Eine medizinische OP-Maske kostete früher für die Einkäufer etwa vier Cent, die Herstellungskosten dürften damit etwa bei einem Cent gelegen haben. Für eine FFP2-Maske wurden etwa 80 bis 90 Cent fällig, im Discounter gibt es heute solche Masken mit CE-Siegel für 99 Cent. Raten Sie mal, was ein Apotheker für eine FFP2-Maske kassiert, die der Staat für ältere Menschen und Mitglieder der Risikogruppen bereitstellt? Für jede mit einem Berechtigungsschein erworbene Maske sind es sechs Euro. Davon trägt der Staat etwa 5,33 Euro, der Rest wird mit Mitteln des Gesundheitsministeriums ausgezahlt. Ich gönne es jedem Apotheker, aber auch diese Tatsache trägt zum Gesamteindruck einer überforderten Regierung mit Masken- und Impfchaos sowie einer Kakophonie aus Beschränkungen bei.

    Bleiben Sie trotzdem entspannt und genießen Sie das Wochenende.


    Herzlich,


    Marc Reisner,
    Chefredakteur DTZ

  • Das Glück in Süddeutschland

    MÜNCHEN / STUTTGART // Ähnlich wie der gesamte Deutsche Lotto- und Toto-Block (DLTB) verbuchten Lotto Bayern und Lotto Baden-Württemberg 2020 starke Steigerungen im Spielgeschäft. Und das vor dem Hintergrund der Corona-Krise.

    Bei der Staatlichen Lotterieverwaltung in Bayern gingen Spieleinsätze aus Lotterien und Wetten in Höhe von knapp 1,24 Milliarden Euro ein. Das waren 76 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

    Allgemeinheit profitierte
    „Über 600 Millionen Euro wurden bei den Lotterien von Lotto Bayern gewonnen. 17 glückliche Menschen in Bayern wurden sogar zu Millionären“, stellt Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anlässlich der Bilanz 2020 von Lotto Bayern fest. Aber auch die Allgemeinheit profitierte: An die Staatskasse flossen rund 438 Millionen Euro Lotteriesteuer, Gewinnabführung und Spielbankabgabe. Diese Gelder ermöglichten zusätzliche Leistungen, besonders in den Segmenten Sportförderung, Kultur und Denkmalpflege, und kämen damit allen Bürgern im Freistaat zu Gute, sagt Füracker.

    Höchster Einzelgewinn
    Den höchsten Einzelgewinn erzielte ein Eurojackpot-Spieler aus Oberfranken. Für seinen Treffer in der Gewinnklasse 1 bekam er mit 90 Millionen Euro Bayerns höchsten Lotteriegewinn aller Zeiten ausbezahlt. „Einen sympathischen jungen Mann von 25 Jahren zum Multimillionär und Rekordgewinner zu machen, war für mich ein herausragendes Ereignis“, sagt Friederike Sturm, die Präsidentin von Lotto Bayern.


    Höchststand bei Spieleinsätzen

    Im Nachbarland Baden-Württemberg kann man auf ein Rekordergebnis zurückblicken. Trotz einer schwierigen Wirtschaftslage und vorübergehend teilweise geschlossener Annahmestellen verzeichnete Lotto Baden-Württemberg mit knapp 1,1 Milliarden Euro die höchsten Spieleinsätze seit fast 20 Jahren. Gegenüber 2019 ist dies ein Plus von 103,2 Millionen Euro oder 10,5 Prozent. Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker ist sehr zufrieden: „Unsere Spieleinsätze übertreffen zum ersten Mal seit 2006 die Milliardenmarke. Damit war nicht zu rechnen in einem Umfeld, das herausfordernder kaum hätte sein können. Unter den Landesunternehmen gehört Lotto Baden-Württemberg mit Überweisungen von über 416 Millionen Euro ans Land glücklicherweise zu den Stabilitätsankern.“

    Verbesserung im Gewinnplan
    Mit fast 49 Prozent hat das beliebte Lotto 6 aus 49 den größten Anteil an den Einsätzen. Lotto toppte mit einem Plus von 13,9 Prozent das bereits starke Jahr 2019. Wesentlich dazu bei trugen die im Frühherbst 2020 umgesetzten Verbesserungen am Gewinnplan, die im Deutschen Lotto- und Totoblock unter baden-württembergischer Federführung erfolgten.

    „Die Lotto-Spieler haben die Frischzellenkur des Klassikers angenommen. Wir freuen uns besonders über die kräftig gestiegenen Gewinnquoten für den sprichwörtlichen Sechser im Lotto und die zahlreichen zusätzlichen Millionentreffer, die der neue Gewinnplan ermöglicht“, berichtet Georg Wacker, der seit Anfang 2019 auch Vorsitzender des Produktausschusses Lotto 6 aus 49 im DLTB ist. Mit den Produktverbesserungen ging auch eine Preisanpassung einher. Statt wie zuvor 1,00 Euro kostet ein Tipp seit 23. September 1,20 Euro.

    Die ausgeschüttete Gewinnsumme von Lotto Baden-Württemberg lag bei 528,9 Millionen Euro.

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  • Lockdown verlängert

    BERLIN // Angesicht der beschlossenen Verlängerung des Lockdowns mahnt der Handelsverband Deutschland (HDE) jetzt die schnelle Umsetzung der Verbesserungen bei der staatlichen Überbrückungshilfe an. Es sei gut, dass die Bundesregierung die vom HDE geforderten und notwendigen Anpassungen vornehmen wolle.

    Dies müsse jetzt rasch wirksam werden, damit die Hilfen bei den Einzelhandelsunternehmen ankommen. Sonst drohten ganze Innenstädte zu veröden.

    Verlust nicht zu kompensieren
    „Der vom Lockdown betroffene Einzelhandel verliert an jedem geschlossenen Verkaufstag im Januar durchschnittlich 600 Millionen Euro Umsatz. Nach dem weitgehenden Verlust des Weihnachtsgeschäfts in November und Dezember können viele Handelsunternehmen diese unverschuldeten Verluste wirtschaftlich nicht mehr kompensieren“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Deshalb seien sowohl der Bundesfinanz- als auch der Bundeswirtschaftsminister gefordert, ihren Versprechen für eine Umgestaltung der staatlichen Hilfen für den Einzelhandel rasch Taten folgen zu lassen.

    Der HDE setzt sich bereits seit Wochen unter anderem dafür ein, dass entsprechende Abschriften auf Saisonware berücksichtigt werden und dass der monatliche Höchstbetrag von 500.000 Euro Überbrückungshilfe entfällt.

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  • Handel erhält kaum Hilfen im Lockdown

    BERLIN // Dass die Überbrückungshilfen in Höhe von monatlich insgesamt rund elf Milliarden Euro zur Unterstützung der Unternehmen im zweiten Lockdown nicht schnell genug bei den Firmen ankommen, ist bekannt.

    Papier aus dem Bundesfinanzministerium
    Ein Papier aus dem Bundesfinanzministerium (liegt DTZ vor) macht deutlich, dass „ein großer Teil der betroffenen Einzelhandelsunternehmen nach wie vor keinen Zugang zu den Wirtschaftshilfen erhalten wird“. Dies werde unweigerlich „tausende Insolvenzen und verlorene Arbeitsplätze im Handel zur Folge haben“.

    Weiter heißt es: „Der Innenstadteinzelhandel steht für bis zu 600.000 Beschäftigte, von denen durch den Lockdown bis zu 250.000 Jobs verloren gehen könnten. Der durch die unmittelbaren Folgen des Lockdown im Frühjahr und die mittelbaren Auswirkungen des Lockdown im Winter ausgezehrte Facheinzelhandel wird die Corona-Krise ohne weitere Unterstützung vielfach nicht überstehen können.“ Der gesamte deutsche Einzelhandel habe 2020 bis zum 19. Dezember Überbrückungshilfen in Höhe von 90 Millionen Euro erhalten.

    red