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  • Neues Ein-Euro-Los von Lotto Bayern

    MÜNCHEN // Der Startschuss für eine neue Sofortlotterie ist gefallen: Mit dem Los „Rubbel Rubbel“, das in allen bayerischen Lotto-Annahmestellen für einen Euro zu haben ist, gibt es als Hauptpreis 5000 Euro zu gewinnen.

    Die Spielmechanik ist leicht verständlich: Wem es gelingt, dreimal einen gleichen Geldbetrag frei zu rubbeln, gewinnt die Summe des frei gerubbelten Betrags. Wer dreimal das Wort „Freilos“ frei rubbelt, erhält ein Gratislos.

    Übrigens: Sollte es mit den 5000 Euro nicht gleich auf Anhieb klappen, lassen sich mit Sofortgewinnen in Höhe von einem, zwei, fünf, zehn, 25 und 50 Euro neue Versuche starten, an den Hauptgewinn zu kommen. red

    (DTZ 29/18)

  • Norwegen auf Anti-Tabak-Kurs

    BERGEN // In Norwegen dürfen Zigaretten und Snus nur noch in neutralen Verpackungen verkauft werden. Damit verschärft die Regierung den eingeschlagenen Anti-Raucher-Kurs.

    Der Blick auf Markenlogos von Zigaretten und Snus blieb den meisten Norwegern schon länger verwehrt: In den meisten Verkaufsstellen in skandinavischen Ländern müssen Tabakwaren aller Art in speziellen Schränken aufbewahrt werden und sind damit für Kunden nicht sichtbar. Erst auf Anfrage werden sie von den Verkäufern hervorgeholt. Ausnahmen gibt es lediglich für spezialisierte Tabakwarengeschäfte.

    Einheitsfarbe und einheitlicher Marken-Schriftzug
    Nun hat die norwegische Regierung mit einem neuen Gesetz neutrale Verpackungen für Zigaretten und Snus angeordnet: Alle Packungen haben zukünftig eine Einheitsfarbe, auf denen die Markennamen nur noch in einer einheitlichen Schrift stehen. Logos werden somit gänzlich von der Packungsoberfläche verbannt.

    Der Tabakwarenhersteller Swedish Match hatte im November 2017 mit einer Klage gegen den norwegischen Staat noch versucht, die „Plain-Packaging“-Regelung abzuwenden. Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos, der Start der neuen Regulierung am 1. Juli 2018 wurde damals bestätigt.

    Schärfste Anti-Raucher-Gesetze
    „Die Verpackung war eine der letzten Werbemöglichkeiten für Tabakwarenhersteller“, sagt Bjørn Guldvog vom norwegischen Gesundheitsministerium und spricht von einem wichtigen Schritt für das langfristige Ziel einer tabakfreien Gesellschaft. Was die Maßnahme für die Tabakindustrie bedeutet und inwiefern sie sich auf den Absatz auswirkt, bleibt abzuwarten. Norwegen hat jetzt schon eine der härtesten und stringentesten Anti-Raucher-Gesetzgebungen der Welt und verbot das Rauchen auf öffentlichen Plätzen bereits 2004.

    Durch die Rauchverbote steigt indes der Verbrauch von Snus, der traditionellen Tabakvariante, die nicht geraucht, sondern unter die Lippe geschoben wird. Zwar wurde das Produkt in der EU verboten, Norwegen ist aber lediglich ein assoziiertes Mitglied der EU. Laut dem norwegischen Statistikamt SSB ist Snus hier mittlerweile populärer als Zigaretten. Demnach konsumieren zwölf Prozent der Norweger Snus, während lediglich elf Prozent zur Zigarette greifen. Durch die hohe Besteuerung sind Tabakwaren in Norwegen extrem teuer: Eine Zigarettenpackung kostet im Schnitt elf Euro. mar

    (DTZ 29/18)

  • Innocigs legt neue E-Zigaretten-Studie vor

    HAMBURG // Wer nutzt E-Zigaretten? Dieser Frage ging das Hamburger Unternehmen Innocigs nach, ließ rund 5650 Dampfer befragen und legte jetzt die Ergebnisse dieser bislang größten Erhebung im deutschsprachigen Raum vor.

    Vor allem Männer sind laut der neuen Umfrage der E-Zigarette zugetan: Rund 77 Prozent der Befragten sind männlich. Eine wesentliche Rolle dürfte dabei die höhere Raucherquote unter den Männern spielen. Laut Tabakatlas aus dem Jahre 2015 rauchten 30 Prozent der Männer und nur 20 Prozent der Frauen in Deutschland.

    Rund 29 Prozent der Nutzer von E-Zigaretten und damit Angehörige der größten Altersklasse sind 36 bis 45 Jahre alt, 25 Prozent verteilen sich auf die 26– bis 35-Jährigen, ein weiteres Viertel gehört zur Altersgruppe von 46 bis 55 Jahren. Lediglich 0,1 Prozent sind unter 18 Jahre alt. Mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren lässt sich der „typische“ Dampfer in die Generation X oder als „mitten im Leben stehend“ einordnen.

    Bildungsstand
    Rund 23 Prozent der Dampfer verfügen über ein Netto-Einkommen von 2000 bis unter 3000 Euro und liegen damit im guten Bundesdurchschnitt. Der Umfrage zufolge haben fast 41 Prozent der Dampfer die Mittlere Reife als höchsten Bildungsabschluss, gefolgt vom Abitur mit 16 Prozent und einem Fachhochschulabschluss mit ebenfalls 16 Prozent. Außerdem ist jeder dritte Nutzer von E-Zigaretten verheiratet und hat mehrheitlich Kinder.

    Etwas weniger als zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) geben an, mit Hilfe der E-Zigarette mittlerweile Nichtraucher zu sein. Nur knapp 20 Prozent nutzen neben der E-Zigarette gelegentlich noch die herkömmliche Tabakzigarette, während lediglich rund fünf Prozent genauso viel rauchen wie vorher. Zugleich haben fast drei Viertel der Befragten die Nikotinkonzentration im Laufe ihrer E-Zigaretten-Nutzung deutlich reduziert.

    Weniger als zwei Prozent starten mit Dampfe
    Die Befürchtung einer Verlockung von Nichtrauchern durch die Geschmacksvielfalt der Liquids lässt sich nicht nachvollziehen: Nicht einmal zwei Prozent der Befragten sind ohne zuvor geraucht zu haben an die E-Zigarette gelangt. Überraschend: Die Mehrheit der Frauen bevorzugt Tabakaromen, während die männlichen Teilnehmer eher Liquids mit Fruchtaroma oder sogenannte Tasty-Tastes, etwa Erdbeer-Käsekuchen oder Schokolade, favorisieren.

    Eine im Jahr 2015 erschienene Studie der Behörde Public Health England belegt, dass die Nutzung der E-Zigarette zu 95 Prozent weniger schädlich als die der Tabakzigarette ist. 2018 ergänzte das Amt in einer erneuten Auswertung der bisherigen Forschung zur Tabak-Alternative, dass das Krebsrisiko mit der E-Zigarette bei nur 0,5 Prozent im Vergleich zum Rauchen liege.

    Aufgeklärte Dampfer
    Das Thema „Gesundheit“ beim Dampfen ist denn auch ein breit diskutiertes Feld. Rund 84 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass Dampfen weniger schädlich ist als Rauchen, und nicht ganz ein Zehntel empfindet die Nutzung der E-Zigarette als völlig unbedenklich. Nur etwa sieben Prozent stehen den gesundheitlichen Auswirkungen kritischer gegenüber. Gleichzeitig gaben viele Teilnehmer an, einen positiven Effekt auf das eigene Befinden wahrzunehmen. red

    (DTZ 29/18)

  • Steueraufkommen erholt

    WIESBADEN // Die Branche hat sich zum Ende des ersten Halbjahres verstärkt mit Steuerzeichen für Tabakwaren eingedeckt. Das geht aus der aktuellen Tabaksteuerstatistik hervor.

    Demnach lag der Netto-Bezug der Steuerzeichen insgesamt um 10,9 Prozent über den Werten des Vorjahres, absolut lag das Gesamtaufkommen im Juni bei gut 1,3 Milliarden Euro. Allerdings besteht insbesondere fürs erste Quartal auch noch Aufholbedarf.

    Die Einnahmen des Bundes bei der Tabaksteuer sanken im ersten Halbjahr um rund zwei Prozent auf 6,137 Milliarden Euro. Dabei ging das Aufkommen bei Zigaretten – mit 5,161 Milliarden Euro der größte Posten – ebenfalls um zwei Prozent zurück. Bei Feinschnitt lag die Veränderung bei einem Minus von 2,5 Prozent.

    Erfreulich die Tendenz bei Pfeifentabak, getrieben vor allem durch die Nachfrage nach Shisha-Tabak: Hier stiegen die Steuereinnahmen des Bundes um fast 4,1 Prozent auf knapp 44 Millionen Euro. max

    (DTZ 29/18)

  • Aus für Be Posh?

    DÜSSELDORF // „Die Posh Global GmbH stellt ihre aktive Geschäftstätigkeit ein.“ Das hat das Düsseldorfer Unternehmen auf DTZ-Anfrage mitgeteilt.

    Die bisherige Geschäftsführerin Antje Hersch habe im Einvernehmen mit den Gesellschaftern ihre Ämter zum 5. Juli niedergelegt. Neue Geschäftsführer sind Mark Wappler und Stefan Petter. Posh Global betont, man melde keine Insolvenz an und werde seinen Verpflichtungen wie gewohnt nachkommen.

    Weiter heißt es: „Wir bedauern diese Tatsache sehr und sprechen aktuell mit möglichen Partnern, die in Zukunft die Versorgung mit dem Be-Posh-Sortiment weiterhin sicherstellen können.“ max

    (DTZ 29/18)

  • Erfolgreich, charismatisch, bodenständig

    BORDESHOLM // Die deutsche Pfeifenszene trauert um einen der talentiertesten Macher: Eckhard Stöhr ist tot. Der Bruyère-Künstler starb am 1. Juli, einen Tag vor seinem 64. Geburtstag, unerwartet in Bordesholm in Schleswig-Holstein. Eine Woche zuvor stellte er noch bei der Pfeifenmachermesse in Worth zum Gedenken an Rainer Barbi seine jüngsten Werke aus.

    Eckhard Stöhr war ein Nordlicht par excellence: In Hamberge geboren lebte er bis vor wenigen Jahren unweit seines Geburtshauses, bis es ihn aus privaten Gründen nach Bordesholm in der Nähe von Kiel zog. Und er liebte das Angeln so sehr wie das Anglerlatein. Seine große Leidenschaft galt seit Ende der 1980er-Jahre auch dem Pfeifenbau. Er fing an wie viele: In einem Katalog von „Danske Pibe“ (heute Dan Pipe in Lauenburg) entdeckte er vorgefertigte, mit Mundstück versehene Kanteln. Ohne großes Werkzeug, aber mit viel Freude, Willenskraft und Enthusiasmus ging er ans Werk.

    Der Reiz vorgefertigter Kanteln verflog schnell, und so kaufte er fortan nur noch Plateauholz und Mundstückrohlinge. „Eine Sucht war geboren. Ein Hobby, das mich bis heute fesselt“, beschrieb er seinen Werdegang.

    „Pfeifenmachen ist meine Leidenschaft“
    Auf örtlichen Kunsthandwerkermärkten verkaufte er erste Pfeifen, baute sich anschließend in der heimischen Garage eine eigene Werkstatt auf und investierte in Maschinen sowie in professionelles Equipment. Der seit dem 18. Lebensjahr passionierte Pfeifenraucher betrieb das Handwerk als Ausgleich zum Hauptberuf bei der Bundespolizei. „Pfeifenmachen ist meine Leidenschaft“, sagte er vor Jahren: „Wenn ich in die Werkstatt gehe, dann ist das für mich Entspannung pur, eine Art geistige Erholung.“

    Anfangs fertigte Stöhr weitgehend Filterpfeifen und war selbst überrascht von der großen Nachfrage nach handgefertigten Stücken ohne Filter. Fortan baute er beides. „Es muss für jeden Geschmack etwas auf dem Tisch sein“, sagt er bei seiner ersten größeren Präsentation 2007 in Rheinbach. Er experimentierte mit unterschiedlichen Formen und diversen Finishs, sein Augenmerk galt dabei klassischen Formen, die er mit einer modernen Leichtigkeit interpretierte.

    Holz steht im Mittelpunkt
    Eckhard Stöhr war kein Dogmatiker, kein Philosoph. Er arbeitete im Sinne von Rainer Barbi: Die Maserung und das Auge des Machers entscheiden, was aus der Kantel herauszuholen ist, das Holz steht im Mittelpunkt. Und wenn es galt, ein bestimmtes Shape umzusetzen, dauerte die Suche nach der richtigen Bruyère-Kantel eben etwas länger. Sein Anspruch an sich selbst war hohe Präzision – in der Linienführung, der Maserung, dem sauberen und genauen Sitz der Bohrungen. Gestempelt wurden die Pfeifen zurückhaltend mit „ES“.

    Im Laufe der Jahre wurde er für viele junge Pfeifenmacher ein wichtiger Ratgeber, seine Kritik war gefragt und seine Hinweise mit Augenzwinkern wurden geschätzt. Für die deutsche Szene war Stöhr seit Jahren ein gefragter Gesprächspartner für Kunden und Händler sowie ein Zugpferd – egal ob auf den Messen in Lohmar, bei Peter Heinrichs oder in Worth. Auch über die Landesgrenzen hinaus wurden Sammler und Händler auf Stöhr aufmerksam: Er verkaufte seine Unikate nach China, Dänemark, Kanada und in die USA.

    Eine große Lücke
    „In jeder Pfeife steckt auch ein bisschen Herzblut“, sagte er jüngst. Trotz der hohen Nachfrage sollte der Pfeifenbau für ihn ein Hobby und Nebenerwerb bleiben: „Der Spaß muss im Vordergrund stehen.“ Er war kein Geschäftemacher, dafür war er viel zu kritisch mit sich selbst. Er war ein Charismatiker, ein guter Zuhörer und ein mitreißender Erzähler, ein Original mit imposantem Auftreten, markantem Schnauzer und herzlichem Lachen. Eckard Stöhr hinterlässt eine große Lücke – fachlich wie menschlich. tdh

    (DTZ 28/18)

  • Dr. Eckert eröffnet zweiten Servicestore DB

    BERLIN / STUTTGART // Im Bahnhof Waldshut wurde nun der zweite Servicestore DB der Unternehmensgruppe Dr. Eckert eröffnet, und zwar gegenüber der bereits bestehenden Eckert-Filiale.

    Während sich das deutlich größere Eckert-Geschäft als klassische Bahnhofsbuchhandlung mit Presseangebot, Buchauswahl sowie einem Tabak-Vollsortiment und Reisebedarf präsentiert, verfügt der neue, gut 50 Quadratmeter große Servicestore DB über einen Backshop mit Kaffeekonzept und kalten Getränken. Außerdem gibt es dort Tabakwaren sowie Telefonkarten und demnächst Flixbus-Tickets. Filialleiterin Kerstin Bachmann ist für beide Geschäfte zuständig, die wochentags von 5.00 bis 19.00 Uhr geöffnet sind, samstags um 7.00 und sonntags um 8.00 Uhr öffnen. Im Servicestore DB arbeiten vier, in der Eckert-Filiale fünf Beschäftigte. pi

    (DTZ 28/18)

  • Vertrag gegen Illegale

    GENF // Der illegale Handel mit Zigaretten und anderen Tabakprodukten soll künftig konsequenter bekämpft werden. Nun haben 40 Länder einen Vertrag ratifiziert, der dadurch am 25. September in Kraft treten kann, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet.

    Zehn Prozent des Tabakhandels weltweit seien illegal, schätzt die Chefin des WHO-Sekretariats der Anti-Tabak-Konvention, Vera Luiza da Costa e Silva. 30 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro) gingen den Ländern dadurch an Steuereinnahmen verloren.

    Das Dokument war bereits im Jahr 2012 ausgehandelt worden, tritt aber erst nach der 40. Ratifizierung in Kraft. Diese hat Großbritannien vor wenigen Tagen vollzogen. Die Unterzeichner verpflichten sich unter anderem, Internetverkäufe zu regulieren, Schmuggelrouten zu beseitigen, Schmuggler strafrechtlich zu verfolgen und konfiszierte Ware zu vernichten.

    Der Handel aller Tabakprodukte muss demnächst lückenlos dokumentiert werden. Die EU und Deutschland sind dabei, nicht unterzeichnet haben Länder wie China, Indonesien und die USA. pnf

    (DTZ 28/18)

  • Finale in Luxemburg

    LUXEMBURG // Mit Bezug auf die Klage von Planta Tabak vor dem Verwaltungsgericht Berlin gegen Bestimmungen der Tabakproduktrichtlinie geht es weiter. Das Gericht hatte eine Reihe von Fragen an den Gerichtshof der Europäischen Union gestellt, um eindeutige Antworten zu erhalten. Nun hat der Generalanwalt Henrik Saugmandsgaard seine Schlussanträge in dem Verfahren vorgelegt.

    Der Jurist schlägt dem Gerichtshof vor zu entscheiden, dass das weitgehende Verbot des Verkaufs von Tabakerzeugnissen mit einem charakteristischen Aroma mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung vereinbar ist. Wesentlicher Bestandteil der Produktlinie von Planta waren aromatisierte Tabake zum Selbstdrehen, insbesondere mit Menthol. Produkte wie die Mentholzigaretten dürfen noch bis 20. Mai 2020 in Verkehr gebracht werden. Damit könnten die Konsumenten ihre Gewohnheiten ändern, so das Argument des Gesetzgebers.

    Der Generalanwalt vertritt zudem die Auffassung, die Richtlinie verbiete jede (auch nicht werbliche) Nennung des Aromastoffs, den aromatisierte Tabakerzeugnisse enthielten – und das sowohl auf der Packung als auch auf der Außenverpackung und schließlich dem Produkt selbst. Denn diese Angabe genüge, die schädigende Wirkung dieses Erzeugnisses auf die menschliche Gesundheit herunterzuspielen. red

    (DTZ 28/18)

  • Wegweisendes Urteil

    MÜNCHEN // Das Münchner Landgericht hat ein Urteil mit Signalwirkung für Tabakindustrie und Einzelhandel gefällt: Supermärkte müssen die Schockbilder auf Zigarettenschachteln an der Ladenkasse nicht sämtlichen Kunden präsentieren, sondern dürfen die Bildwarnhinweise im Verkaufsautomaten verdecken.

    Der Grund: Die Produktpräsentation in den Automaten ist nicht Teil der Verkaufsverpackung. Das entschied die 17. Handelskammer in dem vor wenigen Tagen verkündeten Urteil. Verboten wäre es demnach nur, wenn die Bilder von Krebsgeschwüren und verfaulten Zähnen auf den Zigarettenschachteln abgeklebt würden. Die Tabakerzeugnisverordnung, die die Schockbilder vorschreibt, gilt nach Einschätzung der Richter aber nicht für die Verkaufsautomaten.

    Kläger Pro Rauchfrei
    Geklagt hatte die bayerische Nichtraucherinitiative Pro Rauchfrei, die zwei Edeka-Supermärkten gerichtlich untersagen lassen wollte, Tabak-Schockbilder auch in den Verkaufsautomaten an der Ladenkasse zu verdecken. Das Argument: Die Darstellung auf den Tabakautomaten sei eine Außenverpackung, die Tabakerzeugnisverordnung mithin anzuwenden.

    In dem Verfahren ging es um zwei Läden, die aufgrund einer einstweiligen Verfügung ihre Zigarettenautomaten bereits seit Monaten mit provisorischen Warnhinweisen beklebt hatten. Diese können die Betreiber nun wieder entfernen.


    Finale Kaufentscheidung

    Der Vorsitzende Richter Wolfgang Gawinski begründete sein Urteil damit, dass der Verbraucher seine finale Kaufentscheidung erst dann fälle, wenn er die Packung an der Kasse vorlegt – nicht schon dann, wenn er die entsprechende Taste am Automaten drücke. Damit könne er nach dem Erkennen der Schockbilder immer noch vom Kauf zurücktreten.

    Die Kläger hatten das Verfahren bereits im Vorfeld als Musterprozess bewertet. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Pro Rauchfrei die mögliche Berufung vor der nächsten Instanz wahrnimmt. Letztlich könnte der Streit vor dem Europäischen Gerichtshof entschieden werden.

    Hoffnung für Zigarettenautomaten-Betreiber
    Interessant wird die Entscheidung auch dadurch, als sich die Betreiber von Zigarettenautomaten nach Ansicht einiger Beobachter Hoffnung machen dürfen, ebenfalls vom Zeigen der Bildwarnhinweise befreit zu werden. Aufgrund der Urteilsbegründung dürfte dies jedoch nicht der Fall sein. Die rund 330 000 Automaten in Deutschland sind umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert ein Verbot, da die Geräte ein Mittel der Verkaufsförderung darstellten. Auch die Drogenbeauftragte und andere Politiker bewerten die Situation kritisch. Derzeit werden die meisten Automaten mit einer Behelfslösung in Form zusätzlicher Aufkleber betrieben. red

    (DTZ 28/18)